"Eigentlich hielt ich die ganze ‚Clickerei’ für ein kleines Experiment und war fest davon überzeugt, dass unsere Beziehung und Teamwork nicht mehr zu toppen seien. Was soll ich sagen: Ich wurde schnell eines Besseren belehrt! Inzwischen möchte ich fast behaupten: Wer noch nie mit seinem Hund geclickert hat, der hat nie sein wirkliches Potenzial kennen gelernt."

Birgit Laser im Vorwort zu ihrem Buch "Clickertraining", Cadmos-Verlag, 2000

 

CLICKER-TRAINING IST...

...eine einfach zu erlernende Methode, seinem Hund zu sagen, welche seiner Verhaltensweisen erwünscht sind – und damit gleichzeitig eine hoch effektive Ausbildungsmethode. Es basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Verhaltensforschung und orientiert sich daran, wie Tiere lernen. In den USA als Ausbildungsmethode für Tiere alle Art schon längst etabliert, ist das Clickertraining auch hierzulande langsam auf dem Vormarsch.

Das Clicker-Training ist quasi universal einsetzbar: Es eignet sich für die Grunderziehung genauso wie für verrückte Kunststückchen und Tricks, die dank des Einsatzes des Clickers zum Kinderspiel werden. Hundesportarten können damit trainiert werden. Problemverhalten kann damit angegangen werden. Das Clicker-Training, bei dem auf jede körperliche Einwirkung oder Korrektur verzichtet wird, ermöglicht auch den Zugang zu verhaltensgestörten Tieren und lockt scheue Tiere aus der Reserve. Man kann sich dem Hund verständlich machen, ohne Ängste zu wecken.

Als Lernen am Erfolg ist das Clicker-Training eine durch und durch positive Methode. Es motiviert Hund und Mensch, denn es macht beiden Spaß: Während des Clicker-Trainings lernt der Hund zu lernen! Er wird also quasi "vom Befehlsempfänger zum aktiven Partner".

 

 

UND WIE FUNKTIONIERT DAS?

Um es mal vorweg zu nehmen: Clickertraining ist keine Hexerei, auch keine Wunderwaffe, die alle Hundeprobleme schlagartig beseitigt, kein Werk eines "Hundeflüsteres", keine Sportart und auch keine Neuentdeckung im Sinne eines Modetrends: Ganz nüchtern gesehen ist Clickertraining schlichtweg die Übertragung allgemeingültiger, lerntheoretischer Grundlagen in die Hundewelt – in der sie Jahrzehntelang sträflich missachtet worden sind. Um zu verstehen, was hinter dieser Ausbildungsmethode steckt, wie und warum sie so effektiv ist, nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und machen Sie mit uns einen Ausflug in die faszinierende Welt der Verhaltenskunde und der Lerntheorie, deren Verständnis uns einen ganz neuen Zugang zu unseren tierischen Hausgenossen erlaubt.

Fangen wir damit an: Grundlage für das Clickertraining ist das Training auf Basis positiver Bestärkung. Doch was verbirgt sich dahinter?

 Belohnung des erwünschten Verhaltens als effektivste Art, Verhalten zu beeinflussen

Ein Satz, den Sie sich merken sollten: Verhalten wird bestimmt von seinen Konsequenzen. Das gilt natürlich auch für Ihren Hund (genau so, wie es für uns Menschen übrigens auch gilt). Und was heißt das? Belohnen Sie ein Verhalten, wird Hund es wieder zeigen. Das ist unser Schlüssel für das Training.

Halt, werden Sie sagen, entsprechend heißt es doch auch "Bestrafen wir den Hund für ein Verhalten, zeigt er es nie mehr." Das stimmt - rein theoretisch. Allerdings ist es systembedingt kaum möglich, "richtig" zu strafen, nämlich so, dass das Verhalten nie mehr auftaucht. Damit Strafe so wirkt, müssen Sie dafür nämlich IMMER, SOFORT und außerdem so HEFTIG strafen, dass das unerwünschte Verhalten nie mehr auftritt. Allein das ist schon aus rein technischer Sicht mit erheblichen Schwierigkeiten behaftet. Und dann kommen noch die Nebenwirkungen der Bestrafung hinzu: Ihr Hund ist gestresst – und unter Stress ist Lernen kaum möglich. Außerdem geben Sie Ihrem Hund durch Bestrafung keinerlei Informationen darüber, welches Verhalten denn nun tatsächlich erwünscht ist. Und ganz entscheidend: Unsere Hunde sind Weltmeister im Verknüpfen. Und deshalb verbinden sie leicht alles, was in den Momenten der Bestrafung um sie herum passiert, mit der momentanen Situation. Ein Beispiel: Ihr Hund schnüffelt neben einer Parkbank, auf Ihr Rufen kommt er nicht. Sie werfen zur Strafe die Leine nach ihm. Hund erschrickt sich  - und könnte sich gemerkt haben: Parkbänke sind gefährlich (oder vielleicht sogar die Kinder, die zufällig darauf sitzen...). Mit etwas Pech bekommen Sie so einen unsicheren Hund, der vor allen möglichen Dingen des Alltags Ängste entwickelt. Das muss nicht passieren, kann aber. Aber nun Schluss mit unseren kleinen Exkurs in Sachen Strafe.

Wie gesagt: Wesentlich effektiver und auch nebenwirkungsfrei lässt sich arbeiten, in dem wir das ERWÜNSCHTE Verhalten BESTÄRKEN, also belohnen. Als professioneller Egoist wird unser Hund das belohnte Verhalten gerne wieder und wieder zeigen - denn er will ja "mehr". Belohnt wird mit dem, was Hund interessiert, zum Beispiel Leckerchen oder Spiel. Das kennen Sie doch schön, mögen Sie jetzt sagen? Ganz bestimmt haben Sie Ihrem Hund auf diese Weise schonmal Dinge beigebracht: ihn vielleicht für das Hinsetzen belohnt oder dafür, dass er artig neben ihnen an der Leine ging, oder Sie haben ihm nach dem Herbeikommen auf Zuruf ein Stück Futter zugesteckt - mit dem Ziel und Ergebnis, dass der Hund sich künftig gerne und zuverlässig hinsetzt, an durchhängender Leine geht oder begeistert herbeikommt. Genau so funktioniert Clickertraining auch - es ist Training auf Belohnungsbasis. Und noch mehr:

 

  Auf das Timing kommt es an!

Etwas müssen wir beachten, wenn wir ein erwünschtes Verhalten bestärken wollen: Wir müssen schnell sein – blitzschnell. Denn unsere Vierbeiner sind nicht in der Lage, lange Zeit die Verbindung zwischen ihrem Verhalten und unserer Reaktion darauf darzustellen. Genau gesagt, können sie das noch nicht einmal eine kurze Zeit. Man spricht von ungefähr 1 Sekunde, die wir Zeit haben, unseren tierischen Hausgenossen mitzuteilen, wie wir ihr Verhalten finden (das gilt übrigens für Belohnung und Bestrafung gleichermaßen). Nun geraten wir schon in Schwierigkeiten. Ein paar Beispiele gefällig?

Sie merken es schon? Gutes Training braucht ein "Markersignal":  etwas, was das erwünschte Verhalten präzise "markiert" - und dem Hund kurz und knapp signalisiert: "Genau richtig! Dafür gibt's Futter!".

 

  Das Werkzeug dafür: Der Clicker

Es wird Sie nicht wirklich überraschen: Hier kommt nun endlich der "Clicker" ins Spiel, der dieser Art des Trainings seinen Namen gegeben hat. Er ist an sich nichts weiter als ein Knackfrosch: Drückt man - je nach Modell - auf eine Metall-Lasche oder auf einen Kopf - ertönt ein "Clickclack", ganz klar und markant. Übrigens können Sie anstelle des Clickers auch andere "markante" Geräuschquellen verwenden: ein Zungenschnalzen, einen Pfiff (Sie erinnern sich noch an Ihren letzten Besuch im Delphinarium? Die Pfeifen der Delphintrainer werden genau wie Clicker eingesetzt!), einen Elektropieper - oder aber auch ein prägnantes kurzes Markerwort, das Sie sonst nicht in Ihrem Alltag verwenden (z.B. ein "Yipp" oder "Yes"). Was Sie nun tun können: Sie drücken im richtigen Moment auf den Clicker (oder geben Ihr anderes Marker-Signal) - und Ihr Hund weiß genau, wofür er seine Belohnung erhält. Zu unseren Beispielen:

Und so weiter. Stellen Sie es sich einfach so vor: Der Clicker ist der Auslöser eines Foto-Apparates - und Ihr Ziel ist es, ein Foto vom erwünschten Moment zu schießen. Sie können sich das - im wahrsten Sinne des Wortes - "bildlich" vorstellen: Das Foto, das dabei entsteht, brennt sich dabei sozusagen im Hirn Ihres Hundes ein. Er weiß: Das genau muss ich wieder zeigen, um die Belohnung zu erhalten. So funktioniert Lernen!

 

  "Click" - was interessiert's meinen Hund?

Sie haben sich schon gefragt: Woher weiß mein Hund denn überhaupt, welche Bedeutung das Click-Geräusch hat? Das weiß er tatsächlich am Anfang nicht!  Das Clicken (oder auch jedes andere Markersignal) ist für ihn ein Geräusch wie jedes andere auch. Er muss erst lernen, es mit etwas Angenehmem zu verknüpfen. Einstieg ins Clicker-Training ist deshalb die sogenannte "Konditionierung" des Clickers. Erinnern Sie sich aus Ihrer Schulzeit an Pawlow, die Glocke und die sabbernden Hunde? Zur Auffrischung: Immer, bevor’s Essen gab, läutete der Verhaltensforscher eine Glocke. Bald reichte schon alleine das Läuten der Glocke aus, damit den Hunden buchstäblich das Wasser im Munde zusammen lief. Ähnlich funktioniert’s auch bei der Konditionierung des Clickers: Mensch betätigt den Clicker - und überreicht dem Hund sofort danach eine Belohnung. Diese Verkettung "Click + Belohnung" (im folgenden als "C&B" bezeichnet) zwanzig / dreißig Mal direkt hintereinander weg, das ganze vielleicht am nächsten Tag noch einmal wiederholt – und schon ist die Verknüpfung hergestellt. Das "Click" bedeutet ab jetzt für den Hund: Eine gute Sache kommt gleich! Die meisten Hunde haben das blitzschnell begriffen. Das Geräusch des Clickers hat nun für den Hund eine bestärkende Bedeutung. Und ist ein Versprechen! Deshalb auch niemals clicken, ohne eine Belohnung zu geben!

 

  Und los geht's: Verhalten präzise bestärken

Sie wissen nun: Clickertraining ist

Mit diesem Wissen können Sie den Clicker (oder jedes andere Markersignal) bereits im Training verwenden. Sie "markieren" die Dinge, die Ihr Hund gut macht - und er darf sein Verhalten beenden und sich sofort eine Belohnung bei Ihnen abholen. Probieren Sie das ruhig mal aus. Sie werden sehen, dass Sie sich Ihrem Hund gleich viel besser verständlich machen können.

 

  Und was ist so "besonders" an Clickerhunden???

Ihnen geistert immer noch unser Zitat vom Anfang des Textes im Kopf herum: "Wer noch nie mit seinem Hund geclickert hat, der hat nie sein wirkliches Potenzial kennen gelernt" haben wir dort Birgit Laser zitiert. Also, was steckt noch dahinter??? Was ist das "Besondere"??? Das, was wir als "Clickertraining" bezeichnen, ist weit mehr, als im richtigen Moment auf einen Knackfrosch zu drücken. Sie werden das sehen und erleben, wenn Sie ein wenig tiefer in die Materie einsteigen - oder auch erfahrenen Hund-Mensch-Teams beim Clickertraining über die Schulter schauen:

Und: All das wäre natürlich nichts, wenn es nicht vor allem eines machen würde: SPASS!!! Und den haben sowohl Hund und Mensch beim Clickertraining. Es ist eine Freude, den hochmotivierten und voll konzentrierten Hunden zuzusehen. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die grauen Zellen des Hundes in Bewegung setzen. Wie er versucht, mitzudenken. Wie er nicht nur passiv das Training "über sich ergehen" lässt, sondern die Zusammenarbeit mit seinem Menschen genießt und ihr entgegen fiebert. Wie er regelrecht Kreativität entwickelt und uns mit seinen Ideen zum Lachen bringt.

 

  Und das funktioniert bei meinem Hund auch???

Aber ja! Kein Hund ist "zu alt" oder „zu jung“ dafür, keine Rasse "zu stur", kaum ein Einsatzbereich "ungeeignet". Zugegeben: Das mag nach blumigen Versprechungen klingen. Aber: Probieren Sie es einfach aus - gut möglich, dass Sie Fähigkeiten an Ihrem Hund entdecken, die Sie nicht für möglich gehalten haben!

 

 

NEUGIERIG AUF'S CLICKER-TRAINING? NOCH MEHR INFOS!

Sie sind wild entschlossen, einzusteigen und dürsten nach weiteren Informationen? Oder Sie haben schon längst Blut geleckt und möchten Ihre Kenntnisse vertiefen? Es gibt mittlerweile eine ganze Menge Informationen - im Internet, in Buchform, als DVDs oder auch in Form von Seminaren und Kursen. Ein paar ausgewählte Angebote stellen wir Ihnen vor:
 

  Infos im Web

Wenn Sie möchten, stöbern Sie doch noch ein wenig in unserer Clicker-Welt. Sie finden darin eine Vielzahl von Einstiegstipps und Trainingsanleitungen.

Ganz besonders empfehlenswert finden wir auch die (englischsprachige) Webseite von Karen Pryor
www.clickertraining.com
Der amerikanischen Tiertrainerin Karen Pryor haben wir Hundeleute es im Wesentlichen zu verdanken, dass das Clickertraining Einzug in die Hundewelt gehalten hat. Auf ihrer Webseite stellt sie jede Menge Informationen rund um das Clickertraining mit fast jeder erdenklichen Tierart bereit. Sie erhalten hier Hintergrundinformationen, Übungsanleitungen oder können Videos anschauen. Ob  Sie nun mit Ihrem Hund, Ihrem Vogel oder Ihrem Fisch clickern möchten - hier werden Sie garantiert fündig und sehen auch, was möglich ist!

www.clickermagazin.ch
Wenn Sie Lust auf aktuelle, absolut lesenswerte Artikel ausgewählter Autoren rund ums Clickertraining nicht nur mit dem Hund haben, ist das "Clickermagazin" genau die richtige Lektüre für Sie. Es erscheint sechs Mal jährlich, wird als pdf-Download bereitgestellt und kann gegen 25,- € oder 40,- SFr im Jahresabo bezogen werden. Absolut empfehlenswert!

www.yahoogroups.de/group/clicker

Für alle, die sich mit anderen Clicker-Leuten austauschen möchten, ist die Clicker-Mailingliste eine gute Adresse. Mittlerweile rund 800 Clickerbegeisterte schreiben und lesen dort mit. Für jedes "Problemchen" finden sich dort nette und kompetente Ratschläge und viele gute Ideen und Anregungen.

  Bücher und DVDs

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe deutschsprachiger Titel, die sich entweder explizit mit dem Clickertraining befassen oder deren Trainingsmethodik auf dem Clickertraining basiert. Wir haben für Sie eine Auswahl unserer Favoriten zusammengestellt, außerdem noch eine kleine Kollektion empfehlenswerter englischsprachiger Bücher. Wenn Sie mögen, können Sie sich durch das Anclicken der angegebenen Titel oder Cover weiterführende Informationen bei der Internet-Buchhandlung Amazon holen und die Bücher und DVDs dort auch direkt bestellen.

Die unserer Meinung nach gerade für den Einsteiger beste Einführung ins Clickertraining hat Birgit Laser geschrieben. Wir finden: Ihr Buch ist besonders leicht verständlich, gut zu lesen und klar strukturiert:

Birgit Laser: "Clickertraining. Das Lehrbuch für eine moderne Hundeausbildung" 
(Cadmos Verlag 2000, ca. € 10,-, außerdem begleitende DVD erhältlich)

 

 

Sie haben bereits Grundkenntnisse im Clickertraining und fragen sich, wie Sie Ihr Wissen speziell in die Erziehung zur Alltagstauglichkeit einbringen können? Und Sie möchten sich das ganze nicht nur in Buchform zu Gemüte führen, sondern in bewegten Bildern anschauen? Dann empfehlen wir

Birgit Laser: "Clickertraining für den Familienhund" 
(Cadmos Verlag 2005, Buch mit DVD, ca. € 30,-)

Sie erfahren in diesem Buch- und DVD-Set, wie Sie Leinenführigkeit, Herankommen auf Zuruf, alleine Bleiben, Autofahren, Körperpflege (z.B. Krallenschneiden) und vieles mehr mit Hilfe des Clickers meistern können.

 

Sie möchten richtig gutes Clickertraining erlernen? Dann kommen Sie an diesen DVDs nicht vorbei:

Denise Nardelli: DVD "Der Trick mit dem Klick" - Folge 1 und 2 
(drehpunkt Verlag, jeweils ca. € 26,- bis € 30,-)

Auch, wenn Sie "eigentlich gar kein Trick-Training" machen wollten - Denise Nardellis Lehr-DVDs werden Sie garantiert nicht enttäuschen: Zum einen, weil es ohnehin sinnvoll ist, erst einmal mit kleinen Belanglosigkeiten anzufangen, ehe es an die "wirklich wichtigen" Dinge geht - zum anderen, weil Sie hier Clickertraining von der Pike auf lernen! Jeweils 20 -30 verschiedene Übungen - angefangen beim Kennenlernen des Clickers - werden in anschaulichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen gezeigt. Vom Aufbau bis zum fertigen Trick sind alle Schritte so genau erklärt, dass das Nachmachen problemlos möglich ist. Absolut empfehlenswert!

 

Wenn Sie der englischen Sprache mächtig sind, erhalten im folgenden Buch detaillierte Anleitungen für eine Vielzahl von Übungen - vergleichbares gibt es in deutscher Sprache leider noch nicht:

Peggy Tillman: "Clicking with your dog: Step-By-Step in Pictures" 
(Sunshine-Books, bei z.B. amazon.de meist sofort lieferbar, ca. € 18,-)

Das Buch ist jeden Cent wert. Peggy Tillman ist ursprünglich Illustratorin und Autorin technischer Bedienungsanleitungen und hat deshalb auch das Clicker-Buch entsprechend einfach und übersichtlich gestaltet. Jede der zahlreichen (kurzen und prägnanten) Übungsbeschreibungen wird mit Zeichnungen im Stil technischer Anleitungen illustriert, die fast schon selbst erklärend sind.

 

Wer mit dem Clicker-Training speziell der „Unterordnung“ als sportliche Disziplin bzw. dem Obedience-Training den letzten Schliff geben will, für den ist dieses Buch das richtige:

Nina Miadragovic: So denkt Ihr Hund mit. Der neue Weg zu Präzision und Freude im Hundesport
(Verlag Müller Rüschlikon 2005, ca. € 25,-)

"So denkt Ihr Hund mit" richtet sich an zwei- und vierbeinige Obedience-Sportler sowie an Mensch-Hund-Teams, die in der klassischen Unterordnung neue Wege gehen wollen. Sämtliche Übungen - sei es Fußgehen, Freifolge, Sitz - Platz - Steh aus der Distanz und aus der Bewegung, Apportieren, Vorausschicken oder Geruchsunterscheidung - werden mit dem Clicker aufgebaut. Dies geschieht weitgehend "operant": Statt in erster Linie einem vorgehaltenen Leckerchen oder Spielzeug hinterher zu laufen, erarbeitet sich der Hund die Übungen Schritt für Schritt selbständig und durch eigenes Mitdenken - und versteht somit stets, was er gerade tut. Wer bislang noch keine Clicker-Erfahrungen gemacht hat,  kommt in einem hervorragenden, gut verständlichen und praxisorientierten Grundlagen-Teil auf seine Kosten. Doch nicht nur die Trainingstechnik an sich steht im Mittelpunkt des Buches. "So denkt Ihr Hund mit" beschäftigt sich auch ausführlich damit, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit der Hund optimal und stressfrei lernen kann - immer mit Bezug auf die spezielle Situation auf dem Hundeplatz. Das Buch macht eindrucksvoll deutlich, dass sich Freude, Schnelligkeit und Präzision im Hundesport nicht ausschließen - und ist ein Plädoyer für ein stressfreies, spaßbringendes und dabei auch erfolgreiches Lernen.

 

Und das hier ist die ursprüngliche "Clicker-Bibel" für alle Obedience- und Unterordnungs-Sportler:

Morgan Spector: "Clicker Training for Obedience: Shaping Top Performance-Positively"
(Sunshine-Books, z.B. bei amazon.de meist sofort lieferbar, ca. € 22,-)

Sie wollen top Leistungen, ein systematisches, gut aufgebautes Training mit dem Clicker, das Hund und Mensch Spaß macht - und Sie sprechen englisch? Dann ist das hier Ihr Buch. 260 dicht bedruckte Seiten sind voll mit Tipps und Trainingsanleitungen - da bleibt kaum eine Frage offen, und Sie werden eine Menge neuer Anregungen erhalten.

 

 

Karen Pryor: "Positiv bestärken, sanft erziehen. Die verblüffende Methode, nicht nur für Hunde" 
(Kosmos Verlag 1999, ca. € 17,-)

Karen Pryors Standardwerk enthält nicht so sehr eine praktische Anleitung ins Clickertraining, sondern vermittelt eher allgemeine (und hervorragende) Grundlagen des Trainings auf Basis positiver Bestärkung. Dabei ist es spannend und gut lesbar und nicht nur für Hundehalter empfehlenswert, sondern wird angeblich auch von Tennislehrern, Gruppenleitern und genervten Eltern gelesen.

 

 

Sie sind bereits fortgeschrittene Clickertrainer und haben nun Lust auf wirklich anspruchsvolle Aufgaben? Und Sie möchten dabei Ihre eigenen Fähigkeiten noch verbessern? In der Hunde-Uni werden Sie in beider Hinsicht fündig:

Viviane Theby: "Die Hunde-Uni. Schlaue Aufgaben für schlaue Hunde" 
(Kynos Verlag 2009, ca. € 17,-)

Begleitet von vielen wertvollen Trainingstipps bringen Sie Ihren Hund zu echten Höchstleistungen: Ob Farben und Formen unterscheiden, "Zeig das Größte", "Mach, was ich mache": Hier werden alle Möglichkeiten intelligenten Trainings ausgereizt. Das Buch liefert nicht nur anspruchsvolle
Beschäftigung für Monate, sondern schult auch uns Zweibeiner als Trainer unserer Hunde. Denn (so steht es so nett auf der
Buchrückseite): "Die Grenzen des Möglichen werden weniger durch die Intelligenz des Hundes, als durch das Können des Trainers bestimmt." Wir wünschen viel Spaß beim Entdecken des Möglichen und garantieren viele spannende "Grenzerfahrungen"!

 

Und abschließend noch ein paar Buchtipps für den Hausgebrauch und das Training zur Alltagstauglichkeit. Sie tragen das Clickertraining nicht explizit im Titel - arbeiten aber allesamt nach "Clicker-Prinzip":

Christiane Blenski: Hunde erziehen, ganz entspannt (Kosmos Verlag 2005, ca. € 15,00)

Hinter "Hunde erziehen, ganz entspannt" verbirgt sich ein fortschrittlicher, gut zu lesender  Ratgeber zur Grunderziehung von Welpen und erwachsenen Vierbeinern. Das Buch eignet sich ganz hervorragend für Neu-Hundebesitzer und vermittelt das notwendige Rüstzeug für ein harmonisches Miteinander mit dem eigenen Hund. Es aber auch ein Buch zum Nachschlagen, Lesen und Verstehen für alle, die bei ihrer Hunde-Erziehung an einem Punkt nicht weiterkommen und von vorne anfangen wollen und müssen. Was uns an diesem Besuch besonders gut gefällt: Es lehrt den Hundebesitzer, den Hund nicht nur zu trainieren, sondern auch zu verstehen und mit ihm in einen Dialog zu treten. Nach dem Motto "Erwischen Sie Ihren Hund dabei, wenn er etwas richtig macht" wird der Leser regelrecht darauf programmiert, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die der Hund gut macht - eben genau nach dem "Clickerprinzip".

 

Sarah Whitehead: "Das Hundebuch für Kids - So wird dein Hund dein bester Freund"
(Kosmos-Verlag 2002, ca. € 13,-)

Jaja, Sie lesen richtig:  "Das Hundebuch für Kids" stapelt mit seinem Titel tief, denn es ist im Grunde ein fantastischer Ratgeber für die ganze Familie - und ein Clickerbuch! Leicht verständlich, unterhaltsam und kindgerecht werden hier die Grundlagen von Hundehaltung und -erziehung vermittelt. Sämtliche behandelte Übungen (z.B. Aufmerksamkeit, Herbeikommen, "Sitz", "Platz", "Aus" und Leinenführigkeit) werden mit dem Clicker angegangen. Es wird erklärt, warum Strafe, Druck und Stress in der Hundeerziehung nichts zu suchen haben.  Ein perfekter Grundstein für den alltagstauglichen Familienhund!

 

Maria Hense, Christina Sondermann: Spiele für die Hundestunde: Mit Spaß und Erfolg zur Alltagstauglichkeit
(Cadmos Verlag, ca. € 30,00)

Also, Eigenlob stinkt bekanntlich. Trotzdem: Wir, Maria Hense und Christina Sondermann, haben dieses Buch geschrieben, um frischen Wind und neue Ideen in die Hundestunden zu bringen - ob in der Hundegruppe oder auch im Einzeltraining zuhause. Deshalb hier schlichtweg die Beschreibung auf der Buchrückseite: "In jeder Hundestunde dasselbe Programm, bis alle es können? Sitz, Platz, Fuß und Co. als lästige Pflicht? Das geht auch anders! Jede Trainingseinheit kann abwechslungsreich und spannend für alle Beteiligten sein. Mit einer Vielzahl von Spielvorschlägen rund um die Übungen zur Alltagstauglichkeit sorgt dieses Buch für Spaß und Erfolg im Hundetraining: Es ist eine Ideenfundgrube für Hundetrainer und unterstützt sie bei der Gestaltung ihrer Stunden. Auch engagierte Hundebesitzer, die nach neuen Anregungen für ihr alltägliches Familienhund-Training suchen, kommen auf ihre Kosten." Und: Das Training ist nach dem "Clickerprinzip" aufgebaut: Wir bestärken das Erwünschte und arbeiten mit Einsatz eines Markersignals, z.B. des Clickers.
 

Pia Gröning / Ariane Ullrich: Antijagdtraining. Wie man Hunde vom Jagen abhält (MenschHund! Verlag, ca. € 23,00)

Das Arbeitsbuch besonders für schwere Fälle - mit Clicker-Einsatz! Ob beispielsweise das Einfangen des Blickkontaktes mit dem Clicker, das Einüben eines "Superschlachtrufes" oder eines Umkehrsignals, das Herbeikommtraining unter Ablenkung oder die verschiedensten Übungen, bei denen der Hund lernt, das Gehirn zwischen Reiz und Reaktion einzusetzen und überlegter zu handeln: Alle Übungen bauen darauf, dass dem Hund Alternativen zur "Solojagd" geboten werden - ganz getreu dem Leitsatz des Buches (und auch des Clickertrainings): "Sie müssen wissen, was Ihr Hund tun soll. Es reicht nicht zu wissen, was Ihr Hund nicht tun soll". Das hier vorgestellte Training erfüllt alle Voraussetzungen, Hund und Mensch viel Spaß zu machen und beide Stück für Stück zu einem echten Team zusammen wachsen zu lassen: ein Team, das Freude an gemeinsamen Aktivitäten und Erfolgen hat, das Beisammensein genießt und in dem jeder den anderen versteht und respektiert.


Weitere fortschrittliche Buchtipps rund um Verhalten und Training unserer Vierbeiner finden sich unter unserem Menüpunkt "Mehr Wissen" - "Lesestoff - gute Hundebücher

 

  Seminare

Leider ist es immer noch so, dass Clicker-Anlaufstellen (gute Hundeschulen, Clicker-Gruppen, private Trainingskontakte) relativ rar sind, alle Theorie am Anfang erstmal grau ist und der Einstieg ganz alleine sich manchmal als doch etwas kniffliger herausstellt. Die ein oder andere Frage bleibt immer offen, und es sind häufig winzige Kleinigkeiten und Tipps, die die ersten Schritte wesentlich vereinfachen können. Ein Clicker-Seminar kann da Abhilfe schaffen. Birgit Laser beispielsweise, deren Bücher wir oben bereits wärmstens empfohlen haben, hält beispielsweise das ganze Jahr über empfehlenswerte Wochenend-Seminare an verschiedenen Orten in ganz Deutschland. Schauen Sie doch mal auf ihrer Homepage www.laserdogs.de vorbei. Vielleicht gibt es Termine auch in Ihrer Nähe? Genau so können Sie nach Seminarterminen der übrigen empfohlenen Autoren (z.B. Denise Nardelli oder Viviane Theby) "googlen". Auch wir von SPASS-MIT-HUND sind ab und an bei verschiedenen Veranstaltern für Clicker-Seminare zu Gast (Referentin: Christina Sondermann). Das erfahren Sie unter unseren Terminen.

 

  Clicker-Training in der Hundeschule?

Es gibt sie, die Hundeschulen, Hundeplätze und -trainer, die mit dem Clicker bzw. auf Basis positiver Bestärkung arbeiten. Glücklicherweise! Allerdings ist auch hier ein wenig Vorsicht geboten. Denn nicht überall, wo Clicker drauf steht, ist auch positive Bestärkung drin. Die zunehmende Popularität des Clicker-Trainings macht es nicht zuletzt auch zu einem interessanten Geschäftsfeld. Und kaum eine Hundeschule, die sich nicht gerne das "gewaltfreie Training" auf die Fahnen schreibt. Seien Sie deshalb kritisch: Ob konsequent mit positiver Bestärkung gearbeitet wird, erkennen Sie meistens dann, wenn Probleme auftauchen - wenn Übungen nicht klappen oder unerwünschten Verhaltensweisen (wie zum Beispiel Leinenagression, Anspringen von Fremden etc.) entgegen gewirkt werden soll. Wo Hunde mit Nackenschütteln oder „Alphawurf“ (Hund wird auf den Rücken geworfen) traktiert werden, wo Wurfketten, Disks, Würgehalsbänder mit und ohne Stacheln, Teletakte, Drucklufthalsbänder und / oder Leinenrucks geballt zum Einsatz kommen, wo Hunde angeschrieen und eingeschüchtert werden, da werden Sie nicht wirklich erleben können, was für eine erfreuliche Erfahrung es ist, den eigenen Hund mittels positiver Bestärkung zu trainieren. Seien Sie fair zu Ihrem Hund und mischen Sie die Trainingsmethoden nicht! Sie können nicht von Ihrem Hund erwarten, dass er einerseits kreativ und aktiv ist, während er andererseits damit rechnen muss, bestraft zu werden, wenn's mal nicht so klappt.

 

  Clicker-Training per Fernkurs?

Sie finden in Ihrer Nähe keinen Clicker-Experten, dem Sie beim Einstieg ins Clickertraining über die Schulter schauen und mit Ihren Fragen löchern können? Sie haben vielleicht auch einfach Lust, das Clickertraining in der gewohnten, stressfreien Umgebung Ihres Zuhauses zu beginnen und trotzdem nicht auf Anleitung verzichten zu müssen? Dann haben Sie möglicherweise Spaß an unserem Clicker-Fernkurs. Näheres unter Termine.

 

  Monatlicher Clicker-Workshop im Sauerland

Wem der Weg zu uns nicht zu weit ist, kann an unserem monatlichen Clicker-Sonntag in Meschede teilnehmen. Willkommen sind alle, die Lust haben, gemeinsam mit dem Clicker zu experimentieren, Erfahrungen auszutauschen oder die ersten Schritte im Clickertraining auszuprobieren. Was ursprünglich als "Click & Trick"-AG begonnen hatte, ist mittlerweile weit mehr als das Training von Tricks und Kunststückchen. Jeder bringt die Übung mit, die ihm am Herzen liegt: von Alltagstauglichkeit über Hundesport bis hin zu "Problemverhalten". Gemeinsam entwickeln wir Strategien und Lösungsvorschläge. Hunde aller Rassen und jeden Alters sind willkommen - auch Hunde, die etwas mehr Abstand von Hund oder Mensch brauchen. Wir nehmen Rücksicht. Die nächsten Treffen stehen unter Termine.

 

  Ganz speziell: Clickertraining@school - Click & Treat im Bio-Unterricht!

Clickertraining als Teil des Schul-Unterrichtes? Eigentlich nichts logischer als das - schließlich ist Clickertraining nichts anderes als die Umsetzung lerntheoretischer Grundlagen in das Training von Tieren. Das hat sich wohl auch die Biologie-Lehrerin Andrea Mannebach gedacht und unter http://www.lehrer-online.de/url/clicker-training Materialien für eine 2-3-stündige Unterrichtseinheit rund um das Clickertraining ins Netz gestellt.

Mit Hilfe von Informationen aus dem Internet sollen Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 2 die Methode des Clickertrainings kennen lernen, ihr Wissen über klassische und operante Konditionierung sowie sekundäre Bestärker am Clicker-Training anwenden, den Vorteil des Clickertrainings mit einem sekundären Bestärker und als gewaltfreie Art der Erziehung kennen lernen, ein eigenes Experiment mit Hund entwickeln und durchführen und ganz nebenbei noch die wissenschaftliche Arbeitsweise trainieren.

Also los, liebe Clickerbegeisterte, worauf warten Sie noch: Vielleicht gehören Sie zu den Lehrenden und haben Lust darauf, das Clickertraining in den Unterricht zu tragen? Oder Ihr seid Schülerinnen und Schüler und habt aufgeschlossene Lehrer, die sich über eure Anregungen zur Unterrichtsgestaltung freuen würden? Wir finden das Projekt auf jeden Fall toll - und zwar nicht nur, um das Wissen der Beteiligten um das Lernverhalten zu vertiefen, sondern auch als Beitrag zu einem respektvollen, gewaltfreien Umgang mit dem Hund als eigenständiges denkendes, lernfähiges und sogar kreatives Wesen.

Übrigens: Lehrer-Online ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt unter hoher bundesweiter Beteiligung von Lehrerinnen und Lehrern und unterstützt Lehrende, Referendarinnen und Referendare sowie Lehramtstudierende mit einem in allen Teilen kostenfrei nutzbaren Internet-Service rund um den schulischen Einsatz neuer Medien. Im Mittelpunkt stehen unter anderem konkrete Unterrichtseinheiten aus der Schulpraxis der verschiedenen Schulformen und Schulstufen. 

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© Christina Sondermann 2000 - 2010 
Kontakt: christina@spass-mit-hund.de