Sie haben sich mit den Grundlagen des Clicker-Trainings vertraut gemacht. Ihr Hund ist auf den Clicker konditioniert. Der Clicker liegt neben Ihnen. Die Leckerchen stehen bereit. Und wie fangen Sie nun an?

 

GANZ WICHTIG: DIE "WARMLAUFPHASE"

Beginnen Sie nicht direkt mit Dingen, die Ihnen wirklich wichtig sind, sondern starten Sie mit ein paar einfachen Übungen, die sich zum "Warmlaufen" eignen. Schließlich muss sich nicht nur der Hund, sondern auch der Mensch erst an die neue Trainingsmethode gewöhnen: Mensch muss das richtige Timing proben und hat zunächst alle Hände voll zu tun, mit Clicker und Leckerchen zu hantieren und außerdem noch Stimme und Körper zu kontrollieren, denn wir drehen im Gegensatz zur traditionellen Hundeausbildung beim Clickertraining den Spieß um. Agieren muss der Hund – wir reagieren diesmal bloß. Auch für unsere vierbeinigen Trainingspartner ist das ein Umstellungsprozess: Hund muss sich daran gewöhnen, dass jetzt Kreativität gefragt ist. Gerade für sogenannte "Crossover"-Hunde, deren Ausbildung bislang auf Basis von viel Korrektur und vielleicht sogar Bestrafung erfolgte, ist das am Anfang gar nicht so einfach. Doch auch Hunde, die bislang daran gewöhnt waren, mit Futter gelockt zu werden, müssen erst "umschalten".

Warum also gleich anfangen mit komplizierten Dingen? Und riskieren, dass sie nicht auf Anhieb klappen und Hund und Mensch überfordern? Starten wir lieber mit kleinen Belanglosigkeiten, bei denen es nicht wirklich wichtig ist, ob sie gelingen oder nicht, und gehen wir völlig entspannt und locker an die ersten Schritte im Clicker-Training. Beste Voraussetzungen dafür, dass unser Start erfolgreich verläuft! Und: Je geübter wir im Umgang mit dem Clicker werden, desto einfacher sind für uns später auch komplizierte Dinge.

Wir haben im folgenden kleine Übungen zusammengetragen, die wir als besonders geeignet für den Clicker-Start empfinden: die keine komplexen Handlungsketten umfassen, deren Anforderungen an das Shaping minimal sind, die die Kreativität des Hundes fördern und bei denen nach kurzer Zeit, meist innerhalb einer Übungseinheit, erste Erfolge sichtbar sind.

 

Ach, und noch etwas: "C&B" heißt "Click und Belohnung"

 

 

IDEAL ZUM EINSTIEG: CLICKER-TRAINING OHNE HUND

Sie wollen eigentlich gerade mit dem Clicker-Training starten und haben zufällig Besuch oder sind zu zweit oder zu dritt? Ideal. Dann lassen Sie Ihren Hund noch einen Moment warten. (Möglichst außer Hörweite, denn Sie müssen clickern, und Sie wissen ja: Wenn Sie in Gegenwart des Hundes clickern, versprechen Sie ihm damit eine Belohnung!). Schnappen Sie sich einen Clicker, einen Tennisball, mindestens eine "Versuchsperson" und legen Sie los.

  Timing-Training mit dem Tennis-Ball

Ihr Trainingspartner nimmt den Tennisball, Sie den Clicker. Der Tennisball wird auf den Boden fallen gelassen und springt wieder hoch. Ihre Aufgabe: Genau dann clicken, wenn der Ball den Boden berührt. Gar nicht so einfach, das Timing?!

 

  Timing-Training mal ganz anders: per Mausclick!

Wer schon immer testen wollte, wie gut sein Timing ist, sich dabei aber nicht vom Computer fortbewegen möchte, macht den Reflex-Test unter http://www.happyhub.com/network/reflex/ . Diesen Link hat Birgit Laser entdeckt. 

 

  Warum soll es uns besser gehen: Clicker-Training für Zweibeiner

Auch für dieses Spiel brauchen Sie mindestens einen Mitspieler: Einen "Trainer" und eine "Testperson". Und vielleicht – als Motivationsmittel – eine Tüte Gummibärchen oder eine Dose Erdnüsse... Der Trainer wird mit dem Clicker ausgerüstet, die Testperson verschwindet kurz außer Hörweite. Trainer und übrige Mitspieler überlegen sich eine Aufgabe für die Testperson. Zum Beispiel: Das Licht anschalten, sich auf einen bestimmten Stuhl setzen, aus einem Glas trinken, einen Luftsprung machen....Die Testperson wird zurück geholt und probiert nun aus. Jeder Schritt in die richtige Richtung wird mit einem Click bestärkt (Belohnung nicht vergessen...). Profis bauen ganze Verhaltensketten auf. Wollten Sie Ihre beste Freundin nicht schon immer mal dazu bringen, sich aus dem Fenster zu lehnen und zu bellen...? Das Clicker-Spiel trainiert Timing und Shaping auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite wissen Sie jetzt, wie sich der Hund beim Training fühlt. Gerade in der Gruppe macht das Trainings-Spiel besonders viel Spaß.

So, nun sind Sie fit. Holen Sie Ihren Hund wieder rein und starten Sie durch. 

 

 

DIE ERSTEN SCHRITTE MIT HUND

Die folgenden zwei Übungen haben sich als Einstiegsübungen mit Hund bewährt:

  Welche Hand willst du?

Was auf den ersten Blick aussieht wie ein echter Härtetest gerade für verfressene Hunde, bringt tatsächlich schnelle Clicker-Erfolge! Besonders gut funktioniert diese Übung mit zwei Personen: Person 1 bedient den Clicker. Person 2 hat in einer Hand Leckerchen, die andere Hand ist leer. Beide Hände werden geschlossen und dem Hund entgegengestreckt (der natürlich sofort riecht, was "Sache" ist). Der soll nun dazu gebracht werden, die leere Hand zu berühren, um aus der anderen Hand einen Leckerbissen zu erhalten. Dass dies natürlich nicht auf Anhieb wie auf dem Bild klappt, ist klar. Clicken Sie zu Beginn bereits, wenn der Hund kurz von der mit Leckerchen gefüllten Hand ablässt. Garantiert wird er irgendwann zufällig auch an der anderen Hand schnüffeln. Das können Sie dann ebenfalls einfangen. Halten Sie Ihre Hände zunächst dicht beieinander, das macht es Ihrem Hund einfach. Diese Übung ist besonders ideal für Hunde, die zuvor viel mit Leckerchen gelockt wurden: Sie merken so, dass es sich lohnt, vom Leckerchen weg zu arbeiten, um es sich so zu verdienen.

 

  Der "klassische" Target-Stick

Unter "Targeting" oder "Target-Training" wird in der Regel verstanden, dass Hund das Ende eines Stabes, des "Touch-Sticks" oder "Target-Sticks", mit der Schnauze berührt. Gerade Einsteigern ins Clicker-Training fällt das Target-Training sehr leicht und ist darüber hinaus auch noch unglaublich praktisch. 

Als "Touch-Sticks" dienen idealerweise Teleskop-Zeigestäbe, aber auch Fliegenklatschen, Kochlöffel und Bambus-Stäbe eignen sich. Wichtig ist, dass der Teil unseres Stabes, der vom Hund berührt werden soll (also die Spitze), farblich oder figürlich hervorsticht. Ein Bambusstab  kann dafür zum Beispiel mit einem Stück farbigen Isolierbands umwickelt werden. Oder Sie stecken einen kleinen Ball auf die Spitze des Stabes. Das "dicke Ende" hat den Vorteil, dass es nicht so schnell versehentlich in Nase, Auge oder Schnauze des Hundes landen kann...

Los geht’s, in dem praktischerweise Clicker und Target-Stick in die eine Hand und genommen werden und die andere Hand für das Überreichen der Leckerchen freigehalten wird. C&B nun für jede Annäherung des Hundes an den Stab. Schon die ersten Blicke in Richtung des Touch-Sticks  werden belohnt, ehe die Anforderungen Schritt für Schritt erhöht werden (z.B. über das Drehen des Kopfes in Richtung des Sticks, einen Schritt in Richtung des Stabes bis hin zum Berühren des Stabes mit der Nase). Hilfreich ist es zunächst, die Position des Target-Sticks nicht oder nur wenig zu verändern und den Hund durch das Geben der Belohnung wieder in seine Ausgangsposition zu bringen, damit es ihm so leicht wie möglich gemacht wird, sein bestärktes Verhalten zu wiederholen. Wird das Verhalten sicher gezeigt, kann auch die Position des Target-Sticks verändert werden. Er kann auf den Boden gelegt werden oder so hoch  gehalten werden, dass der Hund springen muss, um ihn zu erreichen. Er kann (wenn es ein Teleskopstab ist)  verlängert oder verkürzt werden, er kann weiter entfernt in den Boden gesteckt werden.... Natürlich nicht alles in einer Sitzung!

Die Einführung eines Signals (wie immer beim Clickertraining erst, wenn das Verhalten gefestigt ist), z.B. "Touch" ist bei dieser Übung sehr sinnvoll! Denn das Target-Training ist vielfältig einsetzbar: Der Target-Stick kann später zum Beispiel dazu benutzt werden, den Hund durch das Bewegen des Stabes in jede gewünschte Richtung zu  schicken, ohne ihn berühren zu müssen.

Das Berühren des Stabes kann auch auf andere Gegenstände übertragen werden: Alles, was mit dem Ende des Target-Sticks berührt wird, soll der Hund mit Schnauze (oder Pfote, s.u.) berühren. Ein Behindertenbegleithund lernt so zum Beispiel, einen Lichtschalter zu bedienen. Beagle Ajax nutzt das Target-Training für's Xylophon-Spielen.

Ein weiterer Bereich ist das Führen des Hundes mit dem Target-Stick, das ein eigenständiges Signal, z.B. "Keep", bekommt und beispielsweise sehr nützlich dabei ist, kleine Hunde "bei Fuß" zu führen,  oder eingesetzt werden kann beim Training von Kunststücken, die bestimmte Bewegungsabläufe erfordern. Auf unserer Bilder-Serie links folgt Thai-Ridgeback-Dame Toska dem Target-Stick während einer Drehung. Sie lernt so, sich auf Signal im Kreis zu drehen.

 

 

 

MIT KREATIVITÄTSÜBUNGEN ZUM ERFOLG

Je mehr Verhaltensweisen Ihr Hund Ihnen von sich aus anbietet, um so leichter haben Sie es später, daraus Ihr Wunschverhalten zu formen. Je besser Ihr Hund begreift, dass Aktivität und Kreativität höchst erwünscht sind, umso schneller kommen Sie zum Erfolg. Es lohnt sich also, etwas Zeit in Kreativitätsübungen zu investieren. Das gilt nicht nur für Clicker-Einsteiger. Auch Clicker-Cracks finden darin eine Herausforderung und werden fit gehalten. Kreativitätsübungen machen außerdem Spaß und sind unser heißer Tipp für den Feierabend: Sinken Sie ins Sofa, halten Sie Clicker und Leckerchen bereit und lassen Sie sich unterhalten!

  Die 101-Dinge-Kiste

Die "101-Dinge-Kiste" ist ein echter Clicker-Klassiker und eignet sich auch gut für den Anfang. Sie brauchen dafür: Eine kleine Kiste, einen Karton, es kann aber auch jedes andere Objekt sein, das irgendwie "multifunktional" verwendbar ist und vom Hund zum Beispiel geschubst, angestoßen, erklommen .... werden kann. Der Hund wird nun für JEDE Aktion bestärkt, die er während der Erkundung des Objektes zeigt: Blick in Richtung der Box = C&B, Schnüffeln an der Box = C&B, die Box mit der Nase anstupsen = C&B, die Box ein Stück schieben = C&B, eine Pfote auf die Box setzen = C&B usw....

Der Sinn der Übung: Der Hund lernt, dass es erwünscht ist, verschiedenes Verhalten zu zeigen und kreativ zu sein. Der Mensch am Clicker trainiert die eigene Beobachtungsgabe und das Timing. 

Sie können das solange betreiben, wie Sie beide Spaß daran haben. Wie immer gilt: Abbrechen, bevor die Begeisterung nachlässt!

Schießt Ihr Hund sich auf ein Verhalten ein (zum Beispiel das Stupsen der Box mit der Schnauze), Sie möchten aber ein anderes Verhalten sehen, so bestärken Sie das Anstupsen nicht mehr. Er wird seine alte Strategie dann zwar noch mehrmals ganz intensiv zeigen (das nennt man "Extinction burst", ein Verhalten nimmt noch einmal in seiner Intensität stark zu, bevor es erlischt), es aber bald sein lassen und etwas Neues probieren.

Aber Achtung: Gerade Clicker-Neulinge sind oft furchtbar enttäuscht, wenn der Hund nicht das erwartete Verhaltens-Feuerwerk zeigt, sondern in Gegenwart des Gegenstandes gar nicht viel macht. Kein Wunder: Er muss das ja erst lernen. Machen Sie es ihm also einfach: Am besten, Sie setzen sich direkt neben das Objekt, so dass Ihr Hund sich nicht großartig hin und her bewegen muss. Schauen Sie das Objekt an und nicht Ihren Hund. Verpassen Sie nicht den Moment, in dem Ihr Hund sich dem Objekt, das Sie ins Spiel bringen, das erste Mal zuwendet, sondern clicken Sie das gleich. Bestärken Sie allerwinzigste Bewegungen, ja, jeden Blickkontakt in Richtung des Objektes. Für den Anfang reicht das schon! Wenn Ihr Hund ein Clicker-Anfänger ist, freuen Sie sich, wenn er IRGENDEINE Aktivität am Objekt zeigt. Verlangen Sie nicht zu viel und bringen Sie lieber häufiger neue Objekte ins Spiel.

Also: Werden Sie zum Schrecken der Kinderflohmärkte. Plündern Sie die Kinderzimmer! Durchsuchen Sie Keller und Dachboden! Halten Sie Ausschau nach Dingen, in die Hund reinsteigen kann, die er anstupsen oder drücken kann, die einen Ton von sich geben, die gezogen werden können oder rollen. Ideal sind Stehaufmännchen, Keyboards und Xylophone, Kreisel, Spielzeugautos, Baby-Spielstationen jeder Art, Skateboards, Kriechtunnels, Rasseln, Bälle, Hoola-Hoop-Reifen, aber auch Kartons jeder Größe, Autoreifen, Chipsdosen, Plastikflaschen,...

Diese Dinge stellen Sie einfach als "101-Dinge-Kisten" in den Raum und lassen Ihren Hund machen. Das einzige Ziel, dass Sie sich setzen, ist, auf möglichst 10-15 Clicks pro Minute zu kommen, und sei es für die allerwinzigsten Schrittchen. Lassen Sie sich dabei überraschen, was dabei heraus kommt.

 

  101 Dinge ohne Box: Free shaping

Kreativitätsübungen funktionieren natürlich auch ohne Objekte. Wenn Sie allerdings Clicker-Starter sind, warten Sie damit besser noch ein wenig, bis Sie und Ihr Hund etwas Erfahrung gewonnen haben.

Wie das ganze funktioniert: Sie nehmen den Clicker in die Hand, die Leckerchen neben sich, sind entspannt und freundlich. Ihr Hund kann tun und lassen, was er möchte. Sie warten auf ein Verhalten, was Ihnen gefällt und das Sie einfangen und erneut sehen möchten: C&B. Am einfachsten ist es, ein Verhalten "einzufangen", zu dem der Hund ohnehin tendiert (einige Hunde sind "pfotenorientiert", andere springen lieber, wieder andere sind sehr "sprachfreudig"). Um so wahrscheinlicher ist es, dass es wiederholt wird.

Wenn Sie möchten, können Sie das "Free Shaping" bereits nutzen, das Verhalten weiter zu formen und zu einer kleinen Übung auszubauen (zum Beispiel das Bewegen einer Pfote zum Pfotengeben). Aber das muss noch gar nicht sein.

Immer dran denken: Bei Anfänger- und besonders Crossover-Hunden, die von sich aus noch wenig Aktion zeigen, halten Sie die Anforderungen klein und bestärken schon kleinste Bewegungen.

 

  Mach was anderes!

Für Hunde und Menschen, die die Herausforderung suchen und die Abwechslung lieben: Shaping mal anders!  Hier wird der Hund für jedes Verhalten bestärkt, das sich vom zuletzt gezeigten unterscheidet. Beispiel: Hund setzt sich = C&B. Hund setzt sich erneut = nichts. Hund legt sich = C&B. Hund legt sich erneut = nichts. Hund gibt Pfötchen = C&B. Hund setzt sich wieder = nichts. Die Idee der Übung ist, dass der Hund sich nicht auf zwei oder drei Verhaltensweisen beschränkt und sie wiederholt, sondern stetig Neues probieren muss. Nichts für Anfänger!

 

  Und jetzt was ganz Neues!

Die Variante für Profis. Eignet sich besonders für Hunde, die nicht schnell aufgeben, das Ausprobieren lieben und ihr gesamtes Standardrepertoire schon allein beim Anblick des Clickers abspulen. Hier wird KEINES der "alten" Verhalten bestärkt. Der Hund ist aufgefordert, etwas komplett Neues zu erfinden. Beispiel: Der Hund kann Sitz, Platz, Pfötchen und "Gib Laut" und bietet diese Verhaltensweisen auch stetig an. Während dieser Übung wird er aber für keine davon bestärkt. Hier heißt es warten und vielleicht auch eine kleine Durststrecke (Frustration auf Seiten des Hundes) überstehen. Vielleicht springt der Hund plötzlich hoch? C&B! Ein echtes Experiment.

 

 

NOCH MEHR TARGET-TRAINING

Target-Training ist ausbaufähig, eignet sich in jeder Form gut für Clicker-Starter - und ist außerdem als Grundlage vieler Übungen einsetzbar.

  Andere "Targets" zum Anstupsen

Es muss nicht immer der Target-Stick sein. "Targets", auf deren Berührung der Hund trainiert werden kann, können auch sein: die Hand (oder ein Daumen oder Finger), Filmdöschen, Klebezettel, sogar der Leuchtfleck eines Laserpointers,...

Filmdöschen werden häufig für die Obedience-Übung "Vorausschicken" eingesetzt.

Klebezettel haben den Vorteil, dass man sie besonders gut langsam "reduzieren" kann. Angenommen, der Hund soll später einmal mit der Schnauze einen Knopf drücken: Sie haben ihm beigebracht, einen Klebezettel zu "touchen". So einen Zettel kleben Sie zuerst auf den Knopf. Der Hund toucht also zunächst den Zettel, nicht den Knopf (so sieht es der Hund). Schritt für Schritt schneiden Sie ein Stückchen vom Zettel ab, bis dass nur noch ein kleines Stück übrig bleibt, das Sie später auch entfernen können. Und der Hund toucht von nun an den Knopf. Einfacher geht’s nicht.

Die Hand ist unschlagbar praktisch beim späteren Erlernen von Kunststückchen und Tricks. Beispiel: Sie wollen dem Hund den "Twist" beibringen, das heißt die schnelle Drehung um sich selbst. Das geht natürlich auch hervorragend mit dem Touch-Stick. Aber wie praktisch wäre es doch, wenn Sie den Hund schon durch die Bewegung ihrer Hand "mitziehen" könnten.

Wenn Sie Ihrem Hund das Anstupsen beliebiger Objekte beibringen, gehen Sie genau so vor wie bei der Übung "Target-Stick": Sie bestärken zunächst jeden Blickkontakt, jede kleinste Annäherung.

 

  Target-Training mit der Pfote

Target-Training funktioniert natürlich auch mit der Pfote. Nehmen Sie dafür nicht das gleiche Objekt, das Ihr Hund vorher mit der Schnauze angestupst hat - das würde ihn nur verwirren. Husky-Mix-Dame Kira lernt auf dem Bild rechts das Bepföteln eines Stehaufmännchens. Unschlagbar gut für das Einüben verschiedener Pfoten-Tricks ist auch die Handfläche als "Target". Wenn Sie mögen, führen Sie ein Signal ein (z.B. "Drück"), wenn Ihr Hund das Objekt zuverlässig mit der Pfote berührt. Übrigens: Wenn Ihr Hund einen anderen Gegenstand mit der Pfote berühren soll, erwarten Sie nicht, dass er das direkt auf Signal hin kann. Er muss erst lernen, dass das Signal nicht nur für sein erstes Objekt gilt, sondern allgemein gültig ist. Deshalb gehen Sie einfach ein paar Schritte zurück und formen Sie das Verhalten am neuen Objekt noch einmal. In der Regel geht das ganz schnell, denn Ihr Hund hat das Bepföteln nun in seinem Repertoire und bietet es normalerweise an neuen Objekten auch an.

 

EINFACHE VERHALTENSWEISEN FORMEN: DRÜCKEN, SCHIEBEN, STUPSEN

Üben Sie sich nun weiter darin, Verhaltensweisen zu formen! Ideal für Clicker-Starter sind einfachste Übungen, deren Ziel es ist, beliebige Objekte mit Schnauze oder Pfote zu berühren. Im Unterschied zur "101-Dinge-Kiste" überlegen Sie sich hier vorher, was das Ziel sein soll: das Drücken einer Taste, das Schubsen eines Balls, das Anschieben eines Spielzeugautos usw. Wenn Sie keinen Kinderflohmarkt geplündert haben (gerade Kleinkinderspielzeuge sind unschlagbar praktische Trainingsgeräte - und für ein paar Cent gebraucht erhältlich!), können Sie natürlich auch beliebige Gegenstände aus dem Haushalt verwenden - bloß rollen die nicht so schön, geben keine Töne von sich und blinken nicht ;-)

Da Sie diese Übungen als reines Aufwärmtraining betrachten, brauchen Sie sich dafür auch nicht mit der Signaleinführung beschäftigen - es sei denn, Sie möchten daraus einen speziellen Trick formen. Versuchen Sie einfach, allein durch die Information des Clickers das Verhalten zu formen, das Sie sich als Ziel gesetzt haben, und gehen Sie dann über zur nächsten Herausforderung.

Im folgenden nur ein paar Anregungen - Sie haben bestimmt noch viel bessere Ideen:

  Steh auf, Männchen!

Tolle Trainingsobjekte für den Clicker-Start sind Stehaufmännchen. Die freundlichen dicken Zeitgenossen trudeln bereitwillig, wenn Hund sie stupst, und manche geben dabei auch noch Geräusche von sich. Und sie gehen freiwillig wieder in ihre Ausgangsposition zurück, so dass sich der Mensch hinter dem Clicker nicht auch noch um das Neu-Arrangieren des Objektes kümmern muss. Einfacher kann Target-Training kaum sein. Umgeworfen werden können die Männchen mit Schnauze oder Pfote.

 

  Einfach umwerfend! Chipsdosen und Pylonen als "Opfer"

Wem das letzte Stehaufmännchen auf dem Kinderflohmarkt von der Konkurrenz weggeschnappt worden ist, der kann das ganze auch mit einer Chips-Dose, einer Pylone oder ähnlichem probieren. Die können genauso von der Hundeschnauze oder –pfote umgestupst werden – auch, wenn sie sich nicht von selber wieder aufrichten. Aber vielleicht nehmen Sie später die Herausforderung an, mit Ihrem Hund auch das Wiederaufrichten von Dingen zu trainieren...

 

  Play it again, Sam! Duett für Clicker und Keyboard

Kinder-Tasteninstrumente aller Art zählen ebenfalls zu den idealen Einstiegsobjekten. Hier wird das erwünschte Verhalten – nämlich das Anstupsen einer Taste mit Schnauze oder Pfote – auch gleich hörbar! Baby-Patschehände-gerechte Geräuschmacher mit Riesentasten sind besonders Hundepfoten-freundlich!

 

  Jetzt aber Druck! Tasten, die für Bewegung sorgen!

Nicht nur Musikinstrumente haben Tasten! Hunde, die schon wissen, worauf es bei solchen Übungen ankommt und die "auch heute schon kräftig zuschlagen" können, nehmen die Herausforderung an, ein Spielzeugauto (die mit den Tasten obendrauf) mit einem Pfotenhieb zum Fahren zu bringen oder einen Kreisel (zum Drücken) anzutreiben, wie das Boxer Alex auf unseren Bild tut. Geht theoretisch auch mit der Schnauze.  Je standfester und robuster die Objekte sind, desto einfacher ist die Übung – logisch.

 

  Rollen und Schieben

Bälle aller Art und jeder Größe, Spielzeugautos und prinzipiell alles, was rund ist oder Rollen hat, können nicht nur angestupst (als Anfangsübung), sondern später auch geschoben werden. Wer das schon trainiert hat und die Herausforderung sucht, könnte sich an folgenden Varianten austoben: Sie legen einen Hoola-Hoop-Reifen auf den Boden. Ihr Hund muss nun seinen Ball AUS dem Reifen schubsen (einfacher) oder aber IN den Reifen schubsen (schwieriger). Nicht beides gleichzeitig trainieren – das erzeugt nur Verwirrung.

 

  Sag's mit Blumen

Diese Art von Target-Training lässt Ihren Hund besonders sympathisch wirken: Warum nicht mal eine Blume als Zielobjekt verwenden? Theres Behnke hat ihre Westie-Hündin Cleo für das Anstupsen einer Blume bestärkt und dafür später das Signal "Blumenriechen" eingeführt. Ob Sie daraus auch noch das Blumenpflücken formen, müssen Sie selber wissen. Denken Sie daran, dass Ihr Hund die Butterblume in der Wiese wahrscheinlich nicht von Ihrer hochdekorierten Lieblings-Zier-Tulpe unterscheiden kann.

 

 

REIN UND RAUS - DRUNTER UND DRÜBER: AKTIONEN MIT OBJEKTEN

Und weiter geht's mit dem Aufwärmtraining. Bei den folgenden Übungen ist Ganzkörper-Aktion Ihres Hunde gefragt - vergnüglich nicht nur für Clicker-Neulinge. Gerade bei den ganz einfachen Übungen werden Sie wahrscheinlich oftmals denken, dass Ihr Hund sie eigentlich schon kann. Natürlich kann Ihr Hund in einen Karton steigen oder auf einen Hocker springen, WENN Sie es ihm zeigen. Er würde vielleicht auch über ein Hindernis springen, WENN Sie es ihm zeigen. Aber genau das sollen Sie ja nicht! Er soll ja VON SICH AUS aktiv werden und Ihnen Verhalten ANBIETEN, das Sie bestärken können. Und Sie sollen nichts sagen, keine Handzeichen geben – quasi Fesseln und Knebel für Sie, während Ihr Hund arbeitet. Sie formen das erwünschte Verhalten ausschließlich durch das Clicken & Belohnen. Und das trainiert sich nun mal am besten an einfachen Dingen. Also wagen sie das Experiment und schauen Sie, wozu Sie und ihr Hund fähig sind - ganz ohne Locken!

  Ab in die Kiste oder rein in den Reifen

Sie brauchen dafür bloß: Einen Karton (ideal sind Stiefel-Kartons: die sind recht groß und haben einen niedrigen Rand, einfach mal im Schuhgeschäft fragen) oder eine Kiste, alternativ auch einen Autoreifen.

Aufgabe: Hund soll in den Karton / die Kiste / den Reifen steigen.

Sie wissen ja: Jede Annäherung an die Kiste bestärken, die Anforderungen allmählich erhöhen. Ein Blick zur Kiste = C&B, Bewegung in Richtung der Kiste = C&B, Schnüffeln an der Kiste = C&B, Schnüffeln IN der Kiste bzw. Kopf über den Rand strecken = C&B, Pfote heben an der Kiste = C&B, erste Pfote in der Kiste = C&B usw.

Auch hier gilt: Es muss nicht gleich beim ersten Mal klappen. Je nach Temperament des Hundes ist es auch schon toll, wenn er in der ersten Übungseinheit mit diesem Objekt nur eine Pfote reinsetzt oder sich auch nur intensiv mit der Kiste /dem Reifen beschäftigt. Beim nächsten Mal geht’s weiter!

Für alle, die mehr wollen: Bringen Sie Ihren Hund dazu, in der Kiste "Sitz" oder "Platz" oder – wenn er das sonst schon kann – "Männchen" zu machen (Sie sagen ihm das natürlich nicht, sondern lassen ihn ausprobieren).

Das gleiche funktioniert natürlich auch mit Teppichen, Fußmatten, Plastikplanen,...

 

  Treckerreifen oder Sandkästen als Opfer

Sie erinnern sich noch an unser Shaping-Beispiel mit Mops Pelle auf dem Sandkasten? Das gleiche geht auch mit Treckerreifen, und vom Prinzip her auch mit niedrigen Mauern oder Baumstämmen im Walde. Bringen Sie Ihren Hund dazu, sich dem Objekt zu nähern, schließlich drauf zu steigen – und sich als Krönung auch noch darauf in Bewegung zu setzen. Für den Anfang reicht aber auch schon das Draufsteigen – übertreiben wollen wir ja nichts. Fesseln und Knebel für Sie möglichst nicht vergessen, denn gerade solche Übungen verleiten dazu, dem Hund durch Hand- und Hörzeichen zu helfen: Er soll es ja selber herausfinden!

 

  Universell einsetzbar: Hocker und Baumstumpf

Niedrige Kinderhocker (ein uns allen bekannter Selbst-Zusammenbau-Möbel-Hersteller hat quietschbunte Schemelchen im Programm, die nach Aussagen des zuständigen Fachverkäufers unendlich stabil und auch hervorragend für vierbeinige Kinder geeignet sind) sind eine gute Basis für allerlei Übungen. Ihr Hund könnte sich drauf setzen (das geht bei den oben genannten Höckerchen allerdings schlechter, weil sie aus Kunststoff sind), eine Pfote drauf legen, zwei Pfoten drauflegen, den Kopf drauflegen....

Objekte in echt Kiefer oder in Eiche rustikal gibt’s im heimischen Wald: Kreativitätstraining am Baumstumpf macht viel Spaß und lockert den Spaziergang auf.

 

  Easy-Rider: Skateboards und andere bewegte Objekte

Sie haben ein Skateboard, einen großen Spielzeug-LKW, ein Bobby-Car oder ähnliches? Prima, dann darf Ihr Hund sicher mal... Es ist oft gar nicht so einfach, den Hund dazu zu bringen, auf bewegte Objekte zu steigen. Ihr Hund steigt nicht ganz drauf, sondern schiebt lieber? Dann lassen Sie sich doch darauf ein. Ein Hund, der sein Fahrzeug selbst anschiebt, ist doch was Feines! Übrigens: Das oben erwähnte Kinder-Höckerchen leistet in unserer Clicker-Gruppe mittlerweile wertvolle Dienste. Wir Menschen können uns fast auf Höhe des Objektes setzen, das erleichtert dem Hund vieles.

 

  Überflieger oder Aufsteiger: Überwinden einer Hürde - eines Baumstammes – eines Blumenkastens

Das macht auch Spaß: Vor allem Hunde, die das Hindernisspringen schon kennen und können, werden schnell Zugang zu dieser Übung finden. Sie stellen sich einfach freundlich lächelnd mit Clicker und Leckerchen in die Nähe des (dem Hund wahrscheinlich schon bekannten) Objektes – und warten. Ihr Hund, der Sie mittlerweile ja kennt und weiß, dass es jetzt an ihm ist, sich etwas auszudenken, wird sicher bald auf die richtige Lösung kommen und den Sprung probieren (Sie bestärken ihn wie gewohnt natürlich für jeden kleinen Schritt in Richtung des Objektes). Sie fürchten sich nicht vor den erstaunten Blicken Ihrer Trainingspartner auf dem Hundeplatz, wenn Sie schweigend und bewegungslos am Hindernis stehen, während Ihr Hund begeistert springt, Belohnung holt, zurück zum Start rennt, springt...? Prima, dann kann’s ja los gehen.

Das gleiche geht natürlich auch für alle Nicht-Hürden-Besitzer und Querfeldeinläufer im Wald, mit Ästen und Baumstämmen. Oder im Garten mit Blumenkästen. Oder im Wohnzimmer (irgendein Hindernis werden Sie sich dort ja konstruieren können, im Zweifelsfall muss der Plastik-Blumenkasten aus dem Baumarkt her), oder...

Für Hunde, die noch nie gesprungen sind, und auch für solche, die nicht springen möchten oder dürfen, wird das Hindernis einfach bodennah gelegt. Drübersteigen reicht ja auch! Dann nach Belieben allmählich erhöhen (oder eben auch nicht).

 

  Durch den Tunnel gehen

Sie kennen ihn sicher, den Kriechtunnel des schon genannten Herstellers für Selbst-Zusammenbau-Möbel? Gibt’s auch in Spielwarenläden – oder in Kinderzimmern. Oder in der "professionellen" Version auf dem Hundeplatz. Kennt Ihr Hund den Tunnel an sich schon, wird es für ihn kein größeres Problem darstellen, herauszufinden, dass es seine Aufgabe ist, durchzulaufen. Falls nicht, machen Sie es ihm einfacher: Machen Sie den Tunnel ganz klein, so dass er zunächst nur einen breiten Ring durchqueren muss und verlängern Sie die Röhre ganz allmählich. Wie immer sind Sie mit kleinen Schritten zufrieden und erwarten Sie nicht alles in einer Übungseinheit.

 

  Sprung durch den Reifen

Die Übung funktioniert nach ähnlichem Prinzip wie die oben genannten. Kennt Ihr Hund den Sprung bereits, geht’s schnell. Dann muss er ja nur herausfinden, was Sie wollen (nämlich, dass er springt). Sie haben gerade keinen Agility-Parcours bei sich zuhause? Und damit auch keinen Sprungreifen? Kein Problem. Entwenden Sie den nächstgelegenen Hoola-Hoop-Reifen, nehmen Sie den Besitzer am besten gleich mit und lassen Sie ihn den Reifen halten. Gerade für Nicht-Springer ist die Hoola-Hoop-Variante gut: Der Reifen kann nämlich zuerst so gehalten werden, dass Hund nur durchgehen muss.

 

 

KREATIV MIT DER SCHNAUZE

Die meisten Hunde apportieren gerne. Oder nehmen Dinge in die Schnauze und tragen sie mit sich herum. Alle Hunde, auch die, die das bislang nicht von sich aus taten, können das lernen und Spaß daran haben. Warum also die "Schnauzenarbeit" nicht mit Einbeziehen in unser Training ?!

  Nimm das Ding

Noch eine Kreativitätsübung für den Anfang: Auf dem Boden liegt ein Objekt. Es könnte eine Rassel sein, oder ein Spielzeug-Telefon. Sie wollen, dass Ihr Hund die Rassel in die Schnauze nimmt – und vielleicht sogar noch schüttelt. Oder er soll den Hörer des Spielzeug-Telefons abnehmen? Eine Übung, die einigen Hunden leicht fällt und anderen eher nicht. Gewusst wie, jedoch nicht allzu schwierig ist. Ihre Arbeitsschritte: Wie beim Target-Training bestärken Sie jede Annäherung an das Objekt – zuerst einen Blick, dann eine Kopfbewegung, dann einen Schritt auf das Objekt zu, dann ein Beschnüffeln des Objektes. Diesmal gehen Sie aber noch etwas weiter, warten darauf, dass Ihr Hund seine Schnauze öffnet, dass er mit den Zähnen das Objekt berührt – und schließlich, dass er das Objekt ganz in die Schnauze nimmt. Und so weiter...

Auf ähnliche Art können Sie später auch dem Hund das Apportieren beibringen – ganz ohne Zwang und mit viel Spaß. Weil das Apportieren jedoch den Aufbau einer Verhaltenskette, und damit die Zusammenführung verschiedener Aktionen umfasst (vom Hundeführer weggehen, das Objekt aufnehmen und zurückbringen, wenn Sie Obedience betreiben auch noch das Vorsitzen mit dem Objekt und das Hergeben auf Kommando), probieren Sie sich erst an anderen Dingen! Ein paar Tipps zum Apportieren finden sich übrigens im "Circus Click & Trick".

 

 

ZUGESCHAUT UND EINGEFANGEN: TRICKS FÜR FAULE

Äußerst praktisch: Es gibt jede Menge von Kunststückchen, bei denen Sie selber gar nichts tun müssen. Einfach nur Ihren Hund beobachten und schauen, ob er nicht ein Verhalten zeigt, dass zu einem Kunststück ausbaufähig ist. Wir sind ja nun mit unserem Clicker so schnell und präzise in unserer Bestärkung, dass wir uns jede Verhaltenssequenz herauspicken können. Weil Sie hier vielfach Verhalten in Alltagssituationen einfangen und nicht nur in Ihren speziellen Übungseinheiten aktiv sind, ist es nützlich, den Hund auch auf den "Zungenclick" zu konditionieren (am einfachsten und präzisesten) bzw. zusätzlich zum Clicker auch ein Wort als sekundären Verstärker, also quasi als "Ersatzclicker", zu konditionieren. Beispiel: "Toll!"  (funktioniert dann genauso wie beim Clicker). Das ist zwar nicht so präzise wie der Clicker, aber immerhin besser, als sich über verpasste Chancen zu ärgern, weil der Hund gerade das Wunschverhalten gezeigt hat, der einzige Clicker im Haushalt aber meilenweit entfernt lag. Seien Sie ein guter Beobachter. Und schöpfen Sie aus dem Repertoire Ihres Hundes.

  Die Verbeugung

Ihr Hund steigt morgens aus dem Körbchen und reckt sich in schöner Regelmäßigkeit? Sehen Sie, wir haben es ja schon immer gewusst, Ihr Hund KANN ES. Er zeigt Ihnen gerade das Kunststückchen "Verbeugung". Sie müssen ihm nur noch klarmachen, dass Sie ganz begeistert davon sind und er es Ihnen öfter zeigen soll. Was Sie tun müssen, ist Ihnen klar: Sie legen sich fortan einen Clicker auf den Nachttisch, sind morgens gleich hellwach, während Ihr Hund aus dem Körbchen getorkelt kommt, sich reckt und "CLICK", schon ist sein Verhalten eingefangen. Mit Sicherheit werden Sie in einer solchen Situation den ein oder anderen verblüfften Hundeblick erleben, aber was ein richtiger Clicker-Hund ist, der versucht der Sache auf den Grund zu gehen. Und man hörte schon von manch einem, der bereits nach dem ersten und zweiten Mal den Bogen raus hatte. Aber auch hier gilt: Grund zur Eile besteht nicht; es darf ruhig ein paar Tage dauern. Und wer einen Hund hat, der sich gar nicht reckt (gibt’s das?) kann die Verbeugung immer noch mit dem Target-Stick üben.

 

  Kopfschütteln

Ähnlich zu verfahren ist mit dem Kopfschütteln. Sie haben einfach ein bisschen Geduld. Irgendwann lässt auch Ihr Hund mal seine Ohren fliegen. Und dann sind Sie direkt da: C&B! Westie-Dame Cleo schüttelt sich mittlerweile auf Kommando. An Regentagen gar nicht so unpraktisch - wenn Ihr Hund auch zu denen gehört, die lieber vor der weißen Flurwand als vor der Haustür ihr triefnasses Fell fliegen lassen.

 

  Kratzen

Gleiches Prinzip wie oben: C&B, wenn der Hund seine Körperpflege macht. Dazu später noch das Hörzeichen "Wo ist der Floh?" , und schon gehören lästige Verwandtenbesuche der Vergangenheit an....

 

  Der Käsefuß

Auch das zufällige Berühren oder Schlecken von Körperteilen kann mit dem Clicker eingefangen werden. Hier ist wieder Westie-Hündin Cleo aktiv. Ihr Frauchen hat geclickt, als Cleo bei der Körperpflege zufällig einmal ihren Fuß berührt hat. Cleo, die sich die Belohnung erneut verdienen möchte, bekommt schnell heraus, was Frauchen von ihr will. "Cleo, hast du etwa KÄSEFÜSSE?" wird später ihr Hörzeichen für diesen Trick.

 

  Weitere Zufallstreffer, zum Beispiel "Back": Rückwärts durch die Beine

Kennen Sie das auch? Sie hantieren in der Küche herum, Hund kocht mit. Hockt vor der Anrichte, während Sie gerade in Aktion sind, vielleicht gerade den Tisch abgeräumt haben und ein Tablett voller Dinge auf die Anrichte stellen würden. Davor sitzt aber wie gesagt Hund. Sie sind großzügig und verscheuchen ihn nicht, sondern steigen kurzerhand über ihn hinweg. Was macht er? Er ist aufgeregt und zappelig, denn es könnten ja Krümel vom Tablett fallen, weicht deshalb kurz zurück von der Anrichte und flutscht Ihnen rückwärts durch die Beine. RÜCKWÄRTS DURCH DIE BEINE?! Hat sich da nicht schon so mancher Dog-Dancer die Zähne dran ausgebissen? Und Sie bekommen es frei Haus geliefert? Natürlich liegt in Ihrer Küche gleich ein Clicker bereit, und Sie probieren, die Situation erneut zu erzeugen. Ihr Hund sitzt wieder vor der Anrichte, Sie kommen von hinten, steigen über ihn hinweg, und ... es klappt. Sofort C&B! Und noch einmal das ganze. Im Bestfall dauert’s fünf Minuten, dann hat’s der Hund kapiert.

Aber Sie wissen ja: Auch wenn’s vor der Anrichte perfekt klappt, haut’s vor dem Sofa noch lange nicht hin und mitten im Raum erst recht nicht! Hier die Anforderungen zunächst wieder verringern.

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© Christina Sondermann 2000 - 2001
Kontakt: christina@spass-mit-hund.de