Sie haben Lust, bislang unentdeckte Potenziale aus Ihrem Hund heraus zu kitzeln? Die Möglichkeiten, gerade mit Hilfe des Clickers dem Hund alle erdenklichen Bewegungsabläufe auf einfache Art und Weise beizubringen, sind enorm!  Deshalb: Willkommen im Circus Click & Trick!

KUNSTSTÜCKCHEN STATT GRUNDERZIEHUNG??? WAS BRINGT MIR DAS?

Wir haben es ja schon gesagt: Clicker-Training ist weit mehr als das Training netter Kunststückchen und Tricks. Die beeindruckenden Beispiele einstiger "Problemhunde" zeigen das enorme Potenzial des Clicker-Trainings, das sich für alle hündischen Lebensbereiche einsetzen lässt. Dennoch: Abgesehen davon, dass die Kunststückchen und Tricks jede Menge Spaß machen, sind sie auch unbestritten nützlich und gerade für die ersten Schritte im Clicker-Training besonders wertvoll.

  Kunststückchen sind Fitmacher

Für den Hund macht es keinen Unterschied, ob er gerade das lernt, was wir als "Kunststücke" bezeichnen, oder aber "ernsthafte Übungen". Nur WIR verhalten uns in der Regel anders, sind bei Tricks lockerer und in der Regel mit mehr Spaß bei der Sache. Und: Wir lernen unseren Hund kennen. Lernen, wie wir ihn motivieren können, wie er reagiert... Deshalb gilt meistens: Wer seinem Hund Tricks beibringen kann, hat auch bei den Grundübungen wenig Probleme.

   Kleine Übungen haben große Wirkung – auf die Beziehung von Hund und Mensch

Kommt Ihnen das bekannt vor:  "Mein Hund schafft das sowieso nicht"..."der ist halt stur"..."das liegt an der Rasse"...? Wer hat sie nicht schon gehört, die Äußerungen resignierter und frustrierter Hundehalter. Meist, wenn es um die Grunderziehung geht. Oft als Entschuldigung, dass es sowieso "keinen Sinn" mache, mit dem eigenen Hund zu trainieren. Geben wir unserem vierbeinigen Hausgenossen eine Chance, ihn von einer ganz neuen Seite kennen und schätzen zu lernen! Clicker-Training hilft, Potenziale im Hund nicht nur zu wecken, sondern auch für den Menschen erkennbar zu machen. Und was liegt da näher, das Experiment Clicker-Training an einem kleinen, belanglosen Kunststück zu wagen? Verschaffen wir uns - oder anderen Hundehaltern - ein Aha-Erlebnis: Er KANN es ja doch!

  ... abgesehen davon: Zirkus-Hunde sind sympathisch

Wir kennen es ja alle, das "Lassie-Syndrom". Wir besitzen einen Hund, der Männchen macht, Pfötchen gibt, die Zeitung trägt und uns vielleicht das Telefon bringt oder dem Besuch zuwinkt? Dann haben wir gleichzeitig auch einen Sympathie-Träger, der Leute zum Lachen bringt, Vertrauen weckt und uns das Überleben in der hundefeindlichen Welt erleichtert ;-). Und uns ganz viel Spaß macht! Angenehmer Nebeneffekt: Gemeinsame positive Erlebnisse stärken die Bindung zwischen Hund und Mensch.

  ... deswegen: Trickkiste auf!

 

 

BEVOR DER VORHANG SICH ÖFFNET – GRUNDSÄTZLICHES ZU DEN ÜBUNGEN

Wir haben eine Reihe von Übungen und Tricks zusammengetragen und bewaffnet mit Clicker und Target-Stick ausprobiert. Viele  Übungen sind Elemente des Freestyle-Obedience / Dog-Dancing. Vielleicht bekommen Sie ja auch Lust, sich Ihre persönliche Choreographie zusammen zu stellen - aber auch das bloße Training einzelner Elemente macht Spaß. Natürlich ist das Training der Übungen auch ohne Clicker möglich. Doch wer einmal geclickert hat, wird die Präzision zu schätzen wissen, mit der der Clicker das gewünschte Verhalten markiert, und das Prinzip, eine Übung Stück für Stück aufzubauen (Shaping) führt bei den Tricks zu guten Ergebnissen. Suchen Sie sich einfach das heraus, was Ihnen Spaß macht und dem Hund liegt. Und nehmen Sie sich für den Anfang nicht zu viel vor. Es muss nicht gleich jede Übung bis zur Perfektion geraten. Passen Sie sich dem Tempo Ihres Hundes an.

Dass es Ihrem Hund gut geht, steht für Sie ja ohnehin im Vordergrund. Deshalb erwarten Sie von Ihrem 15jährigen Basset Paul auch nicht, dass er für Sie auf den Hinterbeinen quer durch’s Wohnzimmer marschiert. Für ihn und seinesgleichen gibt’s im Zirkus "Click & Trick" genug andere Beschäftigungsmöglichkeiten. Denn die Herausforderung, Ihrem Hunde-Senior noch mal was ganz Neues zu zeigen und ihn an Ihrem Spaß am Clicker-Training teilhaben zu lassen, nehmen Sie doch sicherlich an!

Viele Wege führen nach Rom: Deshalb gibt’s auch viele Möglichkeiten, die einzelnen Tricks und Kunststückchen zu trainieren – weit mehr, als wir hier erwähnen können. Die Beschreibungen zu den einzelnen Übungen sind lediglich als TrainingsVORSCHLÄGE zu verstehen, als EIN Weg unter VIELEN. Variationen sind erwünscht!

 

 

FREESTYLE-TRICKS MIT TARGET-STICK

Das Target-Training – gemeint ist jetzt das Berühren eines Gegenstandes mit der Schnauze (Pfoten-Tricks kommen noch) - kann bei vielen Kunststückchen, die vielfach Elemente des "Freestyle-Obedience" sind, eine große Vereinfachung darstellen. Auch kompliziertere Bewegungsabläufe können damit trainiert werden, OHNE den Hund berühren zu müssen bzw. ihn körperlich oder mit der Leine in eine gewünschte Position zu manipulieren (so genanntes "Modelling"). Für eine Vielzahl von Hunden ist das wesentlich angenehmer. Das Prinzip ist immer gleich: Der Target-Objekt (in der Regel ein Stab) kann allmählich abgebaut werden. Der Stab zum Beispiel kann verkleinert werden oder langsam im Ärmel verschwinden.

 

  Verbeugung

Für alle, deren Hund morgens schon früher aufstehen und aktiv sind als ihre Menschen und sich deshalb auch schon ausgiebig gereckt und gestreckt haben, ehe wir die Hand am Clicker haben), lässt sich die Verbeugung auch gezielt trainieren: Der Hund steht dabei zunächst. Der Spitze des Target-Sticks zeigt auf den Boden zwischen die Vorderpfoten des Hundes und wird ein Stück "unter den Hund" geschoben. Die Hundenase wird der Stabspitze folgen, und die Vorderbeine werden sich beugen. Jeden kleinsten Ansatz in Richtung der "perfekten" Verbeugung (Ellenbogen auf dem Boden, Po in die Höhe) können Sie bestärken. Achten Sie auf Ihr Timing: Sie müssen dafür sehr schnell sein mit dem Clicken, ehe Ihr gutwilliger Hund Ihnen "Platz" anbietet und Sie versehentlich das bestärken, weil Ihr "Click" zu spät kommt. Vorsicht (aus eigener leidvoller Erfahrung), dass die Spitze des Target-Sticks nicht plötzlich in der Nase des Hundes landet...

 

 

 

 

 

 

 

  Männchen

Dazu sollte Ihr Hund sitzen. Den Target-Stick gerade so hoch über den Kopf des Hundes halten, dass er die Vorderpfoten leicht vom Boden lösen muss, um die Spitze des Sticks zu erreichen. C&B zunächst für kurze Berührungen, später für länger andauerndes und stabileres Männchen-Machen.

 

  Auf den Hinterbeinen stehen

Jetzt wird der Stab einfach etwas höher über den stehenden oder sitzenden Hund gehalten, so dass er sich auf die Hinterbeine stellen muss, um ihn zu erreichen. Steht der Hund (noch auf allen vieren), reicht es schon, den Stab anfangs etwas über den Kopf zu halten, so dass er nur kurz die Vorderpfoten heben muss. C&B. Den Stab allmählich höher halten, bis der Hund auf zwei Beinen steht. Den Stab dabei ruhig halten, denn der Hund soll ja nicht danach springen. Wie beim Männchen-Machen Anforderungen an das ruhigere und längere Stehen auf zwei Beinen allmählich erhöhen. Alles klar?

 

  Auf den Hinterbeinen laufen

Steht Ihr Hund sicher auf den Hinterbeinen, kann’s weitergehen, wenn Sie möchten. Dazu bewegen Sie den Target-Stick einfach langsam in die Richtung, in die sich Hund bewegen soll. Sie können daraus wieder verschiedene Übungen machen: Vorwärtsgehen, Rückwärtsgehen, eine Drehung, usw.

 

  Springen

Sie können Ihren Hund natürlich auch in die Höhe hüpfen lassen. Dafür einfach den Target-Stick gerade so hoch über den Hund halten, dass er einen kleinen Hüpfer machen muss, um ihn zu erreichen. Dass Sie dabei auf die Fitness und Gesundheit Ihres Hundes wie immer Rücksicht nehmen, ist ja klar. Die Flummis unter den Hunden können auch lernen, wie ein Springball auf und nieder zu hüpfen.

 

  Kriechen

Ihr Hund liegt gerade auf dem Boden. Sie halten die Spitze des Target-Sticks vor seine Nase und ziehen sie (die Spitze) ein winziges Stück nach vorne, so dass sich der Hundekopf nach vorne bewegen muss, um sie zu erreichen. C&B für jede Bewegung in Richtung der Spitze des Target-Sticks. Dabei in winzigen Schritten vorgehen. Vergrößern Sie die Distanz zwischen Target-Stick und Nase zu schnell, steht Ihr Hund auf – und da wäre schade!

 

  Twist – oder Circle

"Twist", das heißt die schnelle Drehung um die eigene Achse, ist eine  recht einfache Übung. Der Hund steht vor oder neben seinem Trainer. Der Target-Stick oder aber auch die Hand, sofern der Hund dieser folgt, werden so gehalten, dass Hund mit dem Kopf dem Stab oder der Hand folgt. Erst wird das Drehen des Kopfes bestärkt, dann wird 1/8 des Kreises bestärkt, danach ¼, dann ½, später die ganze Drehung usw. Einige Exemplare der Gattung Hund sind so schnell, dass die Teilausschnitte des Kreises gleich übersprungen werden. Später könnte dann das Kommando "Twist" eingeführt werden.

Auch hier das Generalisieren nicht vergessen: Stand Ihr Hund beim "Twist" bislang vor Ihnen, so muss er den Trick erst noch rechts, links oder hinter Ihnen neu lernen. Wichtig: "Twist" bedeutet immer die Drehung in EINE Richtung. Hat der Hund beispielsweise gelernt, sich auf "Twist" nach links zu drehen, so muss die Drehung nach rechts neu eingeübt werden und mit einem anderen Signal, zum Beispiel "Circle" belegt werden.

 

  Beinslalom

Das macht Eindruck – und Spaß! Während Sie geradeaus gehen, wirbelt Ihnen Ihr Hund im Slalom durch die Beine. Trainieren lässt sich das folgendermaßen:

Ihr Hund steht neben Ihnen. In der Hand halten Sie Target-Stick und Clicker.

Ihr Hund folgt der Spitze des Target-Sticks mit der Schnauze. Nehmen wir an, Ihr Hund sitzt links neben Ihnen. Den Target-Stick halten Sie dabei in der rechten Hand. (Sitzt Ihr Hund rechts neben Ihnen, beginnen Sie mit dem linken Bein und nehmen den Target-Stick in die linke Hand). Sie setzen das rechte Bein nach vorne. Den Target-Stick halten Sie dem Hund durch das Bein entgegen, er wird ihm folgen, "unterquert" Ihr Bein und ... C&B. Dann setzen Sie das linke Bein nach vorne (Ihr Hund ist ja jetzt auf der rechten Seite) und wechseln gleichzeitig den Target-Stick in die linke Hand, strecken ihm Ihren Hund wieder entgegen, er läuft wieder zwischen Ihren Beinen durch und ... C&B. Hier lässt sich die variable Bestärkung am angewandten Beispiel praktizieren: Erst bestätigen Sie jedes Unterqueren eines Beines. Wenn das klappt, kommt der Click erst nach einer rechts-links-Sequenz, dann vielleicht nach einer Dreierkombination rechts-links-rechts usw.

Sie können sich zum Üben auch jeweils mit Ihrem Körper zum Hund drehen (der Wechsel des Target-Sticks wird dabei wie oben beschrieben vorgenommen). Ihr Hund muss dann einfach nur lernen, durch Ihre Beine zu laufen; er kommt also zunächst immer von vorne auf Sie zu – egal, ob Sie gerade mit dem rechten oder linken Bein einen Schritt machen. Ihre "Körperdrehung" können Sie dann allmählich abbauen. Wenn Sie Freestyle-Obedience betreiben und eine kleine Choreographie zusammenstellen, kann diese Körperdrehung jedoch auch sehr nett wirken.

Wer nicht clickert, kann den Beinslalom auch gut mit Hilfe von zwei Leckerchen (in jeder Hand eines) trainieren. 

 

 "Acht" zwischen den Beinen

Wer aus dem Beinslalom eine "Acht" zwischen den Beinen machen möchte, braucht dafür im Grunde nicht extra zu trainieren. Beherrscht der Hund den Slalom einigermaßen sicher, wird einfach die "Schrittweite" so variiert, dass  aus dem Gehen nach vorne allmählich ein Auf-der-Stelle-Treten mit gespreizten Beinen wird. Das Beugen des jeweiligen Knies beim Treten (eben ein Schritt auf der Stelle) signalisiert dem Hund, was zu tun ist. Wird für die "Acht" später ein separates Signal eingeführt, kann auf die Bewegung des Knies ganz verzichtet werden. Genau wie der Slalom kann die "Acht" jedoch natürlich auch separat trainiert werden: mit Target-Stick oder Händen (die auch mit Leckerchen gefüllt sein dürfen).

 

 

FREESTYLE-TRICKS MIT PFOTEN-TOUCH

Auf Basis des Target-Trainings mit der Pfote (s.o.) werden eine ganze Reihe von Pfoten-Tricks zum Kinderspiel. Zum Beispiel:

  Gib Pfötchen!

Die Standard-Übung. Wie immer gibt’s mehrere Wege, die zum Ziel führen. Sie können zunächst jede Bewegung der Pfote bestärken, wie das auf dem Bild rechts bei Husky-Mix-Dame Darla getan wird. Dann kann allmählich die Handfläche als "Target" eingeführt werden. Einfach die Hand (Handfläche nach oben) ausstrecken, wenn der Hund seine Pfote bewegt und dann jede Annäherung an die Hand bestärken.

Ein guter Start für's Pfötchen geben ist auch die geballte Faust mit Leckerchen drin. Hungrige Hunde werden garantiert versuchen, an den Leckerbissen in der Faust zu kommen und dabei auch ihre Pfoten einsetzen. Das kann dann sofort bestärkt werden. Die Belohnung sollte dabei aus der anderen Hand gegeben werden! Im nächsten Schritt werden die Leckerchen aus der zu berührenden Faust entfernt, und schließlich wird die Faust allmählich immer weiter geöffnet, so dass der Hund schließlich die Handfläche berührt. Beagle Emma zeigt unten, wie's funktioniert.

Möglich ist es auch, die geöffnete Hand (mit der Handfläche oben) auf den Boden vor die Pfote des Hundes zu legen. Mit der anderen Hand (die auch den Clicker hält), kann dann die Pfote des Hundes von hinten leicht angetickt werden, bis der Hund die Pfote hebt. In dem Moment schieben Sie Ihre andere Hand unter die Pfote des  Hundes. Die Pfote des Hundes berührt Ihre Handfläche: C&B. In den weiteren Schritten muss die "helfende Hand" allmählich abgebaut werden.

Möglich ist es natürlich auch, die Pfote des Hundes einfach in die Hand zu nehmen und dann zu clicken. Meist dauert es dann aber etwas länger, bis der Hund das Verhalten von sich aus anbietet.

Ob Sie eine Hundepfote, die gehoben werden soll, auswählen, und Ihrerseits immer die gleiche Hand geben oder ob es Ihnen egal ist, mit welcher Pfote Ihr Hund Aktion zeigt, bleibt Ihnen überlassen.  

  Gib mir fünf! Und mehr!

Dafür sollte Ihr Hund zunächst das Pfötchen-Geben beherrschen, dann wird’s zum Kinderspiel. Ihr Hund weiß ja nun, dass Ihre Hand das "Target" ist, das er mit der Pfote berühren soll. Sie brauchen dann – gegenüber dem Pfötchen-Geben - nur die Position der Hand allmählich zu verändern: Sie wird erst ein wenig gedreht und dann Schritt für Schritt in die gewünschte Position gebracht. Wie immer die Schritte klein halten und jedes mal C&B, wenn der Hund die Hand mit der Pfote berührt. Und wie beim Pfötchen-Geben gilt: Immer erst mit der gleichen Hundepfote und der gleichen Menschen-Hand üben. Sonst wird’s verwirrend.

"Gib mir fünf" mit der anderen Hand und der anderen Hundepfote kann sogar zu einer separaten Übung ausgebaut werden. Neben einem anderen Hörzeichen, zum Beispiel "Noch mal fünf" oder "Andere fünf" lernt der Hund auch zu unterscheiden, dass Ihre ihm gezeigte rechte Handfläche (z.B. für "Gib mir fünf" mit der rechten Hundepfote) eine andere Bedeutung hat als die linke Hand (z.B. für "Andere fünf" mit der linken Hundepfote).

 

  Alle zehn!

Und wenn Ihr Hund beidseitig "Fünf" geben kann und Sie beide dann immer noch nicht genug haben, können aus den Fünf sogar Zehn werden, das heißt: Während Sie beide Hände heben schlägt Ihr Hund mit beiden Pfoten gleichzeitig ein. Das setzt aber voraus, dass Ihr Hund das Männchen-Machen beherrscht bzw. über einen gewissen Gleichgewichtssinn verfügt. Bei diesem Trick ist es mal wieder nützlich, ein konditioniertes Ersatzwort (z.B. "toll") eingeführt zu haben oder den "Zungenclick" anwenden zu können, denn Sie brauchen ja beide Hände. Sie können natürlich auch einen Assistenten herbei holen, der für Sie den Clicker bedient. Ermutigen Sie Ihren Hund, beide Pfoten zu heben. Am Anfang wird das für ihn etwas verwirrend sein, denn er hat das ja bislang nur einseitig gelernt. Deshalb bestärken Sie auch die kleinsten Sequenzen, in denen er beide Pfoten anhebt oder überhaupt nur bewegt – auch wenn’s erst noch nicht ganz treffsicher ist. Einige Trainer klatschen vor der "Zehn" in die Hände und wenden erst dann Ihre Handflächen dem Hund zu, damit der Hund sich darauf einstellen kann, beide Pfoten zu heben.

 

  Winken

Am einfachsten geht das, wenn der Hund schon "fünf" geben kann. Dabei einfach allmählich das "Target" der Handfläche verschwinden lassen. Der Hund wird zunächst mit dem Sichtzeichen der Handfläche dazu animiert, die Pfote zum "Einschlagen" zu heben. Dazu wird die Hand etwas weggezogen, so dass die Pfote ins Leere geht. C&B. Allmählich das Signal immer weiter von der Hundepfote entfernt geben. Das Sichtzeichen der dem Hund zugewandten Handfläche kann dann auch allmählich umgewandelt werden in eine winkende Bewegung.

 

  Steppen

Das sieht toll aus: Ihr Hund sitzt vor Ihnen. Sie treten auf der Stelle und heben abwechselnd das rechte und das linke Bein. Und Ihr Hund wirft passend dazu abwechselnd die rechte und die linke Vorderpfote in die Luft. Das ganze zur Musik, und die Attraktion bei der nächsten Familienfeier ist perfekt. Und wie kriegen Sie das hin? Zum Beispiel so:

Das sollten Sie vorher geübt haben: Pfote Geben rechts und links

Am einfachsten ist es, wenn Ihr Hund bereits die Pfote geben kann, und zwar sowohl die rechte (in Ihre linke Hand) als auch die linke (in Ihre rechte Hand). Wie das geht, wissen Sie ja - oder lesen Sie es hier im Zirkus Click & Trick nach. Ob Ihr Hund beim Pfoten geben bzw. Steppen sitzt oder steht, ist eigentlich egal. Gerade kleine Hunde mit kurzen Armen haben es allerdings einfacher und können Ihre Pfoten höher in die Luft werfen, wenn sie dabei sitzen.

Schritt 1: Pfote geben, wenn die Hand gereicht und der Fuß gehoben wird

Nun ist Ihr Körpereinsatz gefragt: Sie reichen Ihrem Hund nicht nur die Hand, in die er seine Pfote legen soll, sondern heben auch gleichzeitig den entsprechenden Fuß. Je dichter Ihre Hand dabei über dem Fuß liegt, desto besser. Das machen Sie abwechselnd rechts und links. C & B zunächst für jeden Ansatz Ihres Hundes, überhaupt seine Pfote zu bewegen. Denn Ihr Hund hat Ihnen mit Sicherheit noch nie die Hand reichen müssen, während Sie gekrümmt wie ein Wurm mit erhobenen Fuß und ausgestreckter Hand vor ihm standen ;-) und wird das unter Umständen ziemlich verwirrend finden. Übrigens zahlt es sich bei dieser Übung wieder aus, wenn Sie Ihren Hund auf den Zungenclick konditioniert haben, denn gerade bei den ersten Schritten den Clicker zu handhaben, verlangt Körperbeherrschung. Hier sind ausnahmsweise mal die Kleinhund-Besitzer im Vorteil: je größer der Hund, desto höher muss der Fuß!

Schritt 2: Der erhobene Fuß wird zum Sichtzeichen für "Pfote geben"

Jetzt gibt Ihr Hund also zuverlässig Pfötchen, wenn Sie ihm die Hand reichen UND den Fuß anheben. Nun beginnen Sie, Ihre Hand nach und nach etwas weiter zurück zu ziehen, während Sie gleichzeitig Ihren Fuß heben, so dass die Hundepfote auf dem Fuß zu liegen kommt. Click & Belohnung (C & B) für jedes Geben der Pfote! Allmählich wird der erhobene Fuß somit zum Sichtzeichen für das Pfoten Geben, und Sie können nun auch Ihren Rücken entlasten und sich Stück für Stück wieder aufrichten. Strecken Sie anfangs ruhig noch Ihre Hand aus, während Sie den Fuß heben, auf die der Hund seine Pfoten legen soll: Das erleichtert Ihrem Hund gerade in der Anfangsphase noch die Orientierung. Tipp: Ihr Hund erlernt den erhobenen Fuß als neues Sichtzeichen am schnellsten, wenn Sie ihn ERST heben und unmittelbar DANACH die bekannte Hand ausstrecken. So können Sie Ihre Hand am einfachsten aus der Übung "herausschleichen".

Das Ziel ist fast erreicht: Clicken, wenn die Pfote noch in der Luft ist!

Sie heben Ihren Fuß - und Ihr Hund  bewegt seine Pfote, um sie auf den Fuß zu legen. Fast perfekt - und genau in diesem Moment müssen Sie nun clicken.  Denn zum schönen Steppen muss Ihr Hund seine Pfote ja nicht genau auf Ihren Fuß legen, sondern einfach nur elegant zum Heben Ihrer Füße in die Luft werfen. Weil der Click das Verhalten beendet, können Sie also genau den Moment einfangen, in dem die Pfote ihren höchsten Stand hat  - und Ihr Hund weiß, was Sie meinen. Da Sie ja nun nicht mehr ganz so gekrümmt stehen, nehmen Sie ruhig wieder den Boxclicker, denn prägnanter und genauer können Sie mit kaum einem anderen konditionierten Bestärker das erwünschte Verhaltensdetail markieren.

Und zum Schluss: Variabel bestärken

An dieser Übung können Sie das variable Bestärken sehr schön üben: Während bislang jedes Heben der Pfote ein C & B wert war, muss Ihr Hund nun die rechte UND die linke Pfote hintereinander heben, um an seine Belohnung zu bekommen, anschließend rechts - links- rechts und so weiter. Machen Sie dies in schneller Abfolge, ergibt es sich oft schon von selber, dass Ihr Hund seine Pfote sowieso nicht ganz auf Ihren Fuß legt, den Sie darüber hinaus auch noch ein wenig zurück ziehen können. 

Herzlichen Glückwunsch - Ihr Hund kann steppen...

...und Ihrem Auftritt bei dem nächsten Familien-Event steht nichts mehr entgegen.

Tipp für größere Hunde

Größere Hunde können sich beim Steppen auch prima am Knie anstelle des Fußes orientieren - die Vorgehensweise ist die gleiche!

Variation "Ballett": Steppen im Gleichschritt

Auch das ist sehr effektvoll: Sie und Ihr Hund stehen nebeneinander und Sie beide werfen Ihre Füße im Gleichschritt in die Höhe. Um dies zu erreichen, stehen Sie zunächst vor Ihrem steppenden Hund und drehen sich dann Stück für Stück in Richtung seiner Seite. Sie bestärken Ihren Hund wie immer reichhaltig, für jeden Zentimeter, den Sie sich steppend von ihm wegdrehen, während in seiner Position verbleibt und weiter steppt. Schließlich hat er bislang ja nur gelernt, zu steppen, wenn Sie Auge in Auge stehen.

 

 

UND NOCH MEHR FREESTYLE-TRICKS: MIT CLICKER BESONDERS GUT

  Armreifen: Sprung und durch

Wenn Sie diese Übung mit dem Clicker angehen, brauchen Sie diesmal drei Hände. Besser geht es Ihnen, wenn Sie Ihren Hund auf den "Zungenclick" konditioniert haben oder eine Art "Superwort" eingeführt haben. Auch wenn Sie mit etwas Übung auch diese Herausforderung allein bewältigen können, ist für den Anfang ein menschlicher Assistent sehr nützlich. Übrigens ist es für Ihren Hund sicher hilfreich, wenn er schon einmal durch einen Reifen (z.B. Hoola Hoop-Reifen) gesprungen ist und deshalb den Zielsprung durch eine "Öffnung" (also mit Begrenzungen nach allen Seiten) schon kennt.

Die Vorbereitung der Übung

Egal, welche der im folgenden vorgestellten Übungs-Varianten Sie wählen: In jedem Fall sind für Ihren Hund seitliche Begrenzungen hilfreich, damit er nicht am "Hindernis" vorbeilaufen kann. Die eine Seite bilden Sie ja schon mit Ihrem Körper. Die andere Seite könnte zunächst eine Wand sein (oder ein Regal, ein Sofa...). Am einfachsten ist es, wenn Ihr Hund zunächst immer von einer Seite durch den "Reifen" springt, z.B. von hinten nach vorne, an Ihrer rechten Seite.

Variante für aktive Clickerhunde

Nehmen wir an, Ihr Hund steht an Ihrer linken Seite. Sie wählen deshalb eine Wand zu Ihrer Linken aus und gehen etwa eine Armlänge davon entfernt in die Hocke. Je nach Größe des Hundes formen Sie entweder direkt einen Reifen (z.B. Ihr linker Arm unten, Ihr rechter Arm oben), oder aber Sie lassen den Reifen zunächst offen (gerade bei großen Hunden), damit Ihr Hund sich zunächst einmal daran gewöhnen kann, Ihren Körper als Hindernis zu benutzen. Am einfachsten geht es für den Anfang sogar ganz ohne obere Begrenzung, d.h. Ihr Hund springt erst einmal nur über Ihren Arm. Damit das ganze noch einfacher geht und Sie noch ein bisschen mehr Bewegungsspielraum haben, können Sie Ihren (unteren, in unserem Beispiel der linke) Arm auch noch um einen Stab (z.B. Vorhangstange, Besenstiel, Pflanzstab etc.) verlängern. 

Sie bestärken nun jede Annäherung an den "Reifen": zunächst jedes Stupsen, dann einen Schritt hinein, bis hin zum Marschieren durch den "Reifen".  Klappt das gut, heben Sie den "Reifen" allmählich an, bis Ihr Hund schließlich durchspringt. Im nächsten Schritt entfernen Sie Ihren "Reifen" allmählich von der seitlichen Begrenzung (also dem Sofa, dem Regal etc). Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Hund zunächst am Reifen vorbei läuft und Sie Ihre Anforderungen vorübergehend reduzieren müssen: Es stellt sich schließlich für den Hund eine komplett neue Situation dar, und wie immer muss er die Übung erst generalisieren, bis er sie an verschiedenen Orten und in verschiedenen Situationen zuverlässig ausführt.

Variante mit Helfer (funktioniert auch ohne Clicker)

Ihre für diese Übung dringend benötigte dritte und auch vierte Hand stellt Ihnen Ihr menschlicher Assistent zur Verfügung. Zum Beispiel, in dem er für Clicker und Leckerchen zuständig ist. Sie selber sollten bei der Darstellung des "Reifens" bleiben - schließlich wollen Sie ja, dass Ihr Hund hinterher durch IHRE Arme springt. Sie können entweder vorgehen wie oben beschrieben. Oder aber Sie nutzen Ihren Helfer als Lockmittel: Er könnte zum Beispiel einen Target-Stick in der Hand halten, der dem Hund den Weg durch den Reifen weist. Oder aber er lockt den Hund mit Hilfe von Leckerchen oder Spielzeug durch den Reifen. Egal, welche Methode Sie nutzen: Ihren Helfer müssen Sie in jedem Fall langsam wieder "abbauen". Er könnte beispielsweise immer weiter zurück weichen und wird irgendwann nicht mehr benötigt. 

Viele Wege führen zum Ziel:

Und wie kann man’s noch machen? Zum Beispiel vom Sofa aus. Dort sitzen diesmal nicht Sie, sondern Ihr Hund. Und Sie hocken quasi zu seinen Füßen, auf dem Boden. Sie oder Ihr netter Helfer haben ein Leckerchen oder ein Spielzeug auf den Boden geworfen, und auf dem direkten Weg dorthin springt Ihr Hund durch Ihren "Armreifen" (der dafür zunächst auch geöffnet sein darf).

Die Signaleinführung:

Wie immer führen Sie das Signal erst ein, wenn die Übung zuverlässig ausgeführt wird. Vielleicht kennt Ihr Hund auch bereits ein Signal für einen Sprung durch einen "normalen" Reifen oder über ein Hindernis, zum Beispiel "Hopp".  Das können Sie für den Armsprung ebenfalls verwenden. Als überdeutliches Sichtzeichen fungiert ja ohnehin der Reifen.

Logisch, dass diese Übung umso einfacher ist, je kleiner der Hund ist. Ihr Bernhardiner wird sich deshalb lieber anderen Aufgaben widmen - aber da gibt's ja nun auch noch genug von!

Und noch eine nette Übungs-Variation

Beherrscht Ihr Hund den Flug durch Ihren neben dem Körper gehaltenen "Armreifen", so lernt er es in der Regel auch ganz schnell, durchzuhechten, wenn Sie den "Reifen" diesmal vor Ihren Beinen aufspannen und er von hinten Anlauf nehmen muss. Westie Cleo und Frauchen zeigen, wie's funktioniert.

 

 Rückwärts Gehen

Das Rückwärts Gehen (Hund steht mit dem Kopf zu Ihnen und bewegt sich rückwärts nach hinten)  ist eine Übung, bei der sich die Vorteile des Clickertrainings ganz deutlich zeigen. Präzise können so schon die kleinsten Ansätze dieser für die Hunde doch recht ungewohnten Bewegung bestärkt werden. 

Der Start ist ganz einfach: Sie und Ihr Hund stehen einander gegenüber. Sie machen langsam einen kleinen Schritt auf Ihren Hund zu. Er wird sich wahrscheinlich auch ein wenig nach hinten bewegen, um Ihnen Platz zu machen. C & B schon für die kleinste Rückwärts-Bewegung! Das ganze wiederholen Sie mehrmals. Aus einer kleinen Bewegung nach hinten formen Sie allmählich einen Schritt, dann mehrere, bis dass der Hund rückwärts vor Ihnen her geht, während Sie nach vorne gehen. Erst wenn das klappt, führen Sie für diese Übung ein Signal ein. Als Sichtzeichen bieten sich die nach vorne zum Hund ausgestreckten Arme an.

Sie kennen Ihren Hund am besten: Ist es ihm unangenehm, wenn Sie ihm zu nahe treten? Weicht er in Meideverhalten vor Ihnen zurück, wenn Sie ihm zu sehr auf die Pelle rücken? Dann ist diese Methode nicht die richtige für Sie - gehen Sie lieber einen anderen Weg. Besonders, wenn Sie einen aktiven Clickerhund haben, reicht es häufig schon aus, ruhig vor Ihrem Hund stehen zu bleiben. Sicher wird er bald eine kleine Bewegung oder vielleicht sogar einen kleinen Schritt nach hinten machen. C & B! Und Ihr Hund wäre nicht Ihr Hund, wenn nicht direkt seine grauen Zellen zu arbeiten beginnen würden, was er tun muss, um den Click erneut zu hören. Nun können Sie genau wie oben beschrieben aus einer kleinen Bewegung erst einen und dann mehrere Schritte nach hinten formen.

Übrigens ist diese Ausgangsposition auch die richtige, wenn Sie möchten, dass Ihr Hund sich auf Ihr Geheiß rückwärts bewegt, während Sie still stehen bleiben. Haben Sie vorher geübt wie oben beschrieben - also Sie laufen vorwärts und Ihr Hund rückwärts - und dafür auch schon Sicht- und Hörzeichen eingeführt, dann machen Sie sich darauf gefasst, zunächst wieder "zurück zum Kindergarten" gehen zu müssen. Ist Ihr Hund es gewohnt, dass Sie auf ihn zu gehen, während er rückwärts geht, wird er zunächst die Übung durch Ihr Stehenbleiben nicht wiedererkennen.

Und die Krönung des ganzen? Sie und Ihr Hund stehen einander gegenüber - und bewegen sich dann beide rückwärts voneinander weg. Auch das erreichen Sie, indem Sie Ihren Hund zunächst wie gerade beschrieben darauf trainieren, rückwärts zu gehen, ohne dass Sie sich bewegen. Zeigt er das sicher, machen Sie während seiner Rückwärtsbewegung einen kleinen Schritt nach hinten. C & B, wenn er sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen lässt. Schritt für Schritt bauen Sie dann auch diese Übung aus.

 

 Bei Fuß gehen - in alle Richtungen

„Bei Fuß gehen“ im Zirkus Click & Trick??? Sie haben sich mit dieser „leidigen Übung“ schon allzu oft auf dem Hundeplatz herumgeplagt, Ihr Hund (und Sie insgeheim auch) finden das langweilig und doof und Sie hatten eigentlich gedacht, ein wenig Abwechslung in Ihren Hunde-Alltag zu bringen und lieber ein paar spektakuläre Tricks zu erproben? Dann lassen Sie sich auf ein Experiment ein und entdecken Sie die Fußarbeit neu! Machen Sie sie zu einem spannenden Spiel, das Ihnen und Ihrem Hund garantiert viel Spaß machen wird – und darüber hinaus auch ganz mächtig Eindruck schinden kann. Denn schließlich werden Sie nicht nur mit einem freudig lächelnden oder begeistert schnaufenden Hund in perfekter Grundposition voran schreiten – nein, Sie führen das Ganze gleichzeitig auch ganz souverän rückwärts und seitwärts vor. Wie das geht? Zum Beispiel so:

Als Vorbereitung dieser Übung...

sollten Sie folgendes überlegen: Weil für den Hund das „Fuß Gehen“ an der rechten und linken Seite zwar ähnliche, sich jedoch unterscheidende Übungen sind, sollten Sie sich der Einfachheit halber zunächst für EINE Seite entscheiden. Später werden Sie natürlich die Herausforderung annehmen, Ihr Fuß-Programm auf beiden Seiten zu absolvieren. Gerade, wenn Sie das „Bei Fuß Gehen“ bislang auf sogenannte „herkömmliche Weise“ (z.B. mittels Leinenruck) gelernt haben und diese Übung für Ihren Hund eher negativ belegt ist oder zumindest mit dem Gefühl gähnender Langeweile behaftet ist, wählen Sie für den Neuaufbau der Übung doch die andere, neue Seite, und Sie und Ihr Hund können ganz unbelastet an die Aufgabe heran gehen.

Geübt wird übrigens ohne Leine. Wer trotzdem eine Leine braucht, weil die eigene Wohnung gerade renoviert wird und zum Üben draußen nur die kleine Wiese an der großen Straße zur Verfügung steht, bindet sie sich um die Taille. Gerade für das Bei Fuß gehen bietet es sich übrigens an, im Haus zu trainieren. So entsteht erst gar nicht die Versuchung, die Schritte im wahrsten Sinne des Wortes zu groß zu wählen.

Und noch etwas: Ihr Hund wird es zu schätzen wissen, wenn Sie sich angemessen kleiden. Ihre Abendgarderobe können Sie trotzdem im Schrank lassen. Es geht eher darum, keine langen und weiten Jacken und gerade bei kleinen Hunden auch keine wehenden Hosen oder weite Röcke zu tragen, denn die machen es für den Hund schwer, in perfekter Position am Bein zu kleben und dabei zu Ihnen hoch zuschauen.

     

Der Schlüssel zum Ganzen...

... ist das Einnehmen der Grundposition, das heißt: Hundeschulter an Ihrem Knie (oder je nach Hundegröße auch an der Wade), Hund steht oder sitzt (das entscheiden Sie) dabei parallel zu Ihnen und guckt zu Ihnen hoch. Diese Grundposition hält er, wo auch immer Sie sich hin bewegen.

Und los geht’s: Das Einfangen der Grundposition

Als ersten Schritt bemühen Sie sich, die Grundposition auf Ihrer ausgewählten Seite mit dem Clicker einzufangen. Nicht nur bei kleinen Hunden leistet dabei der Target-Stick wertvolle Dienste, denn so können Sie diese Position ganz gezielt herbei führen, ohne sich dabei übermäßig verrenken (schonend für Sie) und über den Hund beugen (angenehmer für Ihren Hund) zu müssen. Und Sie müssen dabei auch kein Leckerchen in der Hand halten, das den Hund von seiner eigentlichen Aufgabe ablenkt. Also: C & B für das Einnehmen der richtigen Position, immer und immer wieder. Vorwärts bewegen müssen Sie sich in dieser Phase noch gar nicht, denn wir fangen ganz von vorne an!

Ihr Hund wird nun versuchen, die Grundposition häufig einzunehmen, denn schließlich lohnt sich das für ihn und macht Spaß. Während Sie ihm anfangs dabei noch mit dem Target-Stick helfen, können Sie diesen allmählich abbauen – zum Beispiel, in dem Sie ihn verkürzen und in Ihrem Ärmel verschwinden lassen. Ihre Handhaltung kann dabei schon zu einem Sichtzeichen für die Grundposition werden.

Übrigens: Wenn Ihr Hund sich beim Einnehmen der Grundposition setzt (viele Hunde haben ja bereits gelernt, dass ein Stillstehen des Hundeführers beim Fußgehen „Sitz“ bedeutet) oder Sie möchten, dass er sich dabei setzt, ist das auch okay. Er erhebt sich in den nächsten Schritten schon wieder von selber, um Ihnen zu folgen.

Die ersten Schritte nach vorne:

Nun, da Ihr Hund begeisterter „Grundposition-Einnehmer“ ist, bringen Sie ganz allmählich Bewegung ins Spiel: Sie setzen Ihren Fuß ein kleines bisschen vor - und Ihr Hund, der darauf erpicht sein wird, schnell wieder seinen lukrativen Platz am Bein einzunehmen, rückt nach vorne. C & B!

Machen Sie das ganze spannend für Ihren Hund. Spielen Sie „Fang die Grundposition“ und lassen Sie ihn begeistert darauf lauern, wann Ihr Bein sich endlich wieder bewegt - und er wird bald ohne zeitliche Verzögerung den ersten halben Schritt an Ihrem Bein klebend begleiten.

Sie steigern nun gaaaanz langsam Ihre Anforderungen. Aus dem halben Schritt wird irgendwann ein Schritt, dann geht’s zwei Schritte nach vorne, dann drei usw. Hat Ihr Hund das einmal kapiert, können Sie sich auch Kreise und "Achten" nach innen und außen laufen, mal nach links und mal nach rechts abbiegen. Richtungs- und Tempowechsel machen das Spiel erst richtig interessant.  Und Ihr Hund wird ganz heiß darauf sein, bloß keine Ihrer Bewegungen zu verpassen.

Die ersten Schritte zur Seite!

Nun können Sie Variationen in Ihr „Fang die Grundposition“-Spiel bringen. Nehmen wir an, Sie haben mit Ihrem Hund an der rechten Seite geübt. Jetzt machen Sie mal keinen Schritt nach vorne, sondern einen halben nach links. Upps! Ihr Hund wird möglicherweise ein wenig irritiert sein, aber da er die Grundposition mittlerweile ja zuverlässig einnimmt, rückt er die paar Zentimeter nach. C & B! Der Grundstein für das „Seitwärts Fuß Gehen“ ist gelegt. Genau wie beim „Vorwärts Fuß Gehen“ bauen Sie die seitwärts Bewegung ganz allmählich auf. Weil die Seitwärts-Bewegung für Ihren Hund viel ungewohnter sein wird als die Bewegung nach vorne, bereiten Sie sich darauf vor, auch die winzigsten Schrittchen in die richtige Richtung zu bestärken. Je kleiner Sie Ihre ersten Bewegungen zur Seite machen, desto größer ist die Chance, dass Ihr Hund lernt, sich auch beim seitwärts Gehen gerade auszurichten und sein Hinterteil mit zur Seite zu bewegen. Wenn er sich bei den kleinen Schrittchen nach Erreichen der Grundposition gleich wieder setzt, ist das auch beim „Seitwärts Gehen“ kein Problem. Wenn Sie Ihre Anforderungen allmählich steigern, kommt automatisch Bewegung ins Spiel – und außerdem können Sie ja einfach clicken, noch bevor sich der Hundepopo senkt.

Bei Fuß gehen rückwärts

Sie merken sicher schon, dass nun auch das „Rückwärts bei Fuß Gehen“ kein Buch mit sieben Siegeln mehr für Sie ist. Sie starten mit einer winzigen Rückwärts-Bewegung, Ihr Hund rückt nach in Grundposition – und C & B. Probieren Sie aus, ob Ihnen zu Anfang dabei der Target-Stick wieder eine Hilfe sein kann. Übrigens: Weil das rückwärts Gehen an sich für den Hund eine recht ungewohnte Bewegung ist, hilft es vielen Hunden, wenn sie diesen Bewegungsablauf schon einmal unabhängig vom Fußgehen ausprobiert haben – am einfachsten in der Position „Hund steht Hundeführer gegenüber“. Wie das genau funktioniert, haben Sie im Zirkus Click & Trick sicher schon gelesen.

Und nun zur anderen Seite!

Eine Sonderstellung – und deshalb auch noch nicht erwähnt – nimmt das „Seitwärts Fuß Gehen vom Hundeführer weg“ an. Wenn der Hund beispielsweise an Ihrer linken Seite geht, bedeutet das, dass er und Sie sich nach links bewegen. Er muss die Grundposition diesmal nicht halten, in dem er Ihnen NACHrückt, sondern er muss quasi VOR Ihrem Bein her rücken. Im übertriebenen Sinne schieben Sie ihn also von sich weg. Weil wir aber gerade vermeiden wollen, den Hund anzurempeln (Körperkontakt beim Üben ist für viele Hunde eher unangenehm), ist der Einsatz des Target-Sticks oder der Hand (die dazu auch mit Leckerchen gefüllt werden kann) besonders wichtig. Sie strecken also Ihre Hand mit dem Target-Stick oder dem Leckerchen ein klein wenig nach links aus (in unseren Beispiel) und begleiten die folgende Bewegung des Hundes nach links durch das Nachrücken Ihres Beines. C&B für die kleinste Bewegung Ihres Hundes in die richtige Richtung. Übrigens kann die leicht zur Seite ausgestreckte Hand dabei gleichzeitig auch zu einem Sichtzeichen für die das „Seitwärts bei Fuß vom Hundeführer weg“ werden.

Noch ein paar Anmerkungen zur Signaleinführung beim „Bei Fuß Gehen“:

Zum Sichtzeichen wird zunächst die Hand am Target-Stick, der dann allmählich abgebaut wird, bis schließlich nur noch die Hand in einer bestimmten Position sichtbar ist. Bewusst eingeführt werden sämtliche Signale, also auch das Hörzeichen, wie immer dann erst, wenn die Übung sitzt. In jedem Fall sollten Sie unterschiedliche Signale für das „Fuß Gehen“ an Ihrer rechten und an Ihrer linken Seite einführen. Ob Sie das ganze noch weiter differenzieren und zum Beispiel an der rechten Seite vorwärts, rückwärts und seitwärts Gehen mit unterschiedlichen Signalen belegen, bleibt Ihnen überlassen. Theoretisch reicht ein Universalwort für das „Fuß Gehen“ an einer Seite aus – denn schließlich ist die Aufgabe für Ihren Hund gleich: Das Halten der Grundposition, egal, in welche Richtung Sie sich bewegen.

Wenn Ihr Hund das Fuß gehen an einer bestimmten Seite mit negativen Erlebnissen verknüpft, kann beim Neuaufbau der Übung auch ein ganz neues Signal sehr hilfreich sein, das keine unangenehmen Erinnerungen weckt. Haben Sie vorher zum Beispiel „Fuß“ für das Gehen an der linken Seite verwendet, so könnte das neue Signalwort nun „Heel“ heißen, und für die rechte Seite nehmen Sie „Close“. Oder so.

Hilfsmittel

Sollten Sie meinen, beim „Bei Fuß Gehen“ nicht ohne Hilfsmittel auszukommen, weil Ihr Hund zum Beispiel schief läuft, dann nehmen Sie als passive Unterstützung Wände. Selbst beim Üben des seitwärts Gehens kann es ab und an hilfreich sein, mit dem Gesicht zur Wand zu stehen, um die Möglichkeit von Vorwärtsbewegungen auszuschließen. Anstelle von Wänden können Sie auch ausreichend lange Kunststoff-Blumenkästen verwenden – schließlich wollen Sie Ihren Vierbeiner ja nicht zwischen sich und der Wand einquetschen.

Häufig ist es jedoch so, dass durch die Zerlegung der Übungen in ausreichend kleine Schritte der Einsatz von Hilfsmitteln gleich welcher Art gar nicht mehr nötig ist. Schließlich können mit dem Clicker ja schon kleinste Ansätze in die richtige Richtung bestärkt werden, aus denen sich dann das endgültige, „finale“ Verhalten formen lässt.

Sie haben nun Lust bekommen, Ihren neuen Super-Trick einzustudieren? Dann viel Spaß!

 

 

UND WAS GIBT'S NOCH: NETTE TRICKS, DIE EINDRUCK MACHEN

  Der Nasentrick

Echte Selbstdisziplin ist bei dieser Übung gefordert, die Martina Metschulats Dalmatiner Drago schon meisterhaft beherrscht: Sie legen Ihrem Hund ein Leckerchen auf die Nase. Er hält still, bis Sie ihn "freigeben" bzw. clicken, wirft das Leckerchen dann in die Luft und fängt es auf. Für diese Übung ist das Clicker-Training ideal, denn Sie können anfangs schon den ersten Moment bestärken, in dem das Leckerchen Nasenberührung hat (also noch ohne darauf zu liegen), und Ihr Hund bekommt als Belohnung dann das Leckerchen. So können Sie die Anforderungen allmählich steigern, bis das Leckerchen schließlich auf der Nase liegen bleibt. Die Übung fällt Hunden am leichtesten, die schon ein Signal wie "Warte" beherrschen. Spass-mit-Hund-Testbeagle Asta arbeitet gerade an diesem Trick - und wird in Kürze darüber berichten können, ob auch Fressmonster die nötige Disziplin aufbringen...

 

 

DER VORHANG SCHLIESST SICH NUN ...

... auch, wenn’s das noch lange nicht gewesen ist!

Weitere Tricks folgen! Zum Beispiel die "Rolle", das "Steppen", die "Drehung rückwärts Hund um Mensch", oder... Einfach mal wieder vorbei schauen. Wir bleiben ständig in Bewegung. Und freuen uns über Ihre Beiträge und  Ergänzungsvorschläge!

  Viel Spaß mit Ihrem persönlichen Zirkus-Hund!

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© Christina Sondermann 2000 - 2001
Kontakt: christina@spass-mit-hund.de