Überschrift: Im Haus

 

Das Wetter ist mal wieder wochenlang schlecht und Sie und Ihr Hund sind besonders wetterfühlig? Ihr Hund ist vielleicht gerade nicht ganz fit und Sie suchen nach einer Möglichkeit, ihn zu beschäftigen? Einer von Ihnen ist vielleicht nicht gut zu Fuß? Sie und Ihr Hund sehen grundsätzlich nicht ein, warum Spiel und Spaß immer nur draußen stattfinden müssen? Damit haben Sie recht! Also, los geht’s!

Was Sie brauchen? Fast nichts! Sie brauchen dafür keinen Palast, keine langen Flure und kein Hundespielzimmer. Ein paar Quadratmeterchen, auf denen der Hund sich drehen und wenden kann, reichen. Und was noch? Nun, sonst eigentlich nichts, was Sie nicht sowieso schon im Haushalt haben. Und natürlich – ganz wichtig – Leckerchen!

 

WOHNZIMMER-AGILITY

Agility macht Spaß! Haben Sie schon einmal beobachtet, mit welcher Begeisterung die Hunde in dieser Hindernissportart über die Parcoure flitzen? Testen wir doch mal, ob Ihrer das auch kann. Gut, im Wohnzimmer werden Sie sicher keine Geschwindigkeitsrekorde brechen, und Pokale gewinnen können Sie dort auch nicht. Aber das brauchen Sie auch nicht, denn Sie wissen ja sowieso, dass Ihr Hund der Beste ist. Dafür können Sie bei sich zuhause mit einfachsten Mitteln und ohne großen Aufwand schnell mal einen kleinen Parcours zusammen basteln. Das ist nicht nur gut für die Fitness, sondern auch Abenteuer pur! Wir stellen Ihnen jetzt die einzelnen "Hindernisse" vor. Übrigens: Wir haben versucht, die Übungen so zu beschreiben, dass Sie auch völlig ohne jede Vorkenntnisse in den Spaß einsteigen können. Alle, die schon wissen, wie's funktioniert, mögen uns die Ausführlichkeit nachsehen!

  Hürden in allen Variationen

Hier nur eine exemplarische Aufzählung von Gegenständen, die man als Hürden benutzen kann: Blumenkästen, Regalbretter, Tischtennisnetze, zusammengerollte Decken, ein Besenstil, der rechts und links festgehalten wird, das eigene Bein, Schuhkartons,...

Machen Sie es Ihrem Hund für den Anfang einfach: Gestalten Sie Ihre Hürde so, dass Ihr Hund weder drunter- noch nebenher laufen kann. Ideal wären zum Beispiel ein Blumenkasten oder ein Regalbrett zwischen zwei Stühlen.

Wie Sie Ihrem Hund das Springen beibringen: Sie ermuntern Ihren Hund mit Spielzeug und Leckerchen, über die Hürde zu springen. Dabei stehen Sie daneben – oder, wenn Ihr Hund schon "bleib" kann oder Sie vielleicht einen Helfer haben, der den Hund solange festhält – hinter der Hürde und Ihr Hund davor. Oft hilft es auch, wenn Sie am Anfang mit Ihrem Hund über die Hürde springen.

Später können Sie Ihren Hund sogar über die Hürde "voraus" schicken, indem Sie ein Leckerchen oder Spielzeug vorweg werfen. Oder Sie stellen zwei oder mehr Hürden hintereinander (geht prima in einem langen Flur), oder bauen Kurven ein (ideal für’s große Wohnzimmer)...Oder Sie sind vielleicht eine Großfamilie und je zwei Personen fassen sich an den Händen und formen für Ihren Hund eine "Armhürde".

Wenn Sie aus dem Sprung über die Hürde das Signal "Hopp" machen wollen, gehen Sie so vor wie in unseren Spielregeln beschrieben. Nochmal zur Erinnerung: Erst beherrscht Hund das Hindernis, DANN wird ein Signal eingeführt.

 

  Reifen

Bestimmt gibt’s in Ihrem Haushalt irgendwo noch einen Hoola-Hoop-Reifen. Damit Ihr Hund irgendwann mal grazil dadurch hechtet, fangen Sie wie immer in kleinen Schritten an.

Am einfachsten ist es, den Reifen zunächst zwischen vier Stühle zu klemmen (rechts zwei, links zwei), so dass er nicht umfallen kann. So haben Sie die Hände frei und können den Hund mit Leckerchen oder Spielzeug durchlocken.

Hat Ihr Hund begriffen, worum es geht (nämlich sich DURCH den Reifen zu bewegen), können Sie die Stühle auch wegnehmen. Den Reifen nehmen Sie dann in die Hand und locken Ihren Hund durch. Sitzt Ihr Hund dabei rechts von Ihnen, nehmen Sie den Reifen in die rechte und ein Leckerchen in die linke Hand und "ziehen" den Hund dann mit dem Leckerchen (Sie wissen ja: Ihre Hand ist der Magnet, den Hund brauchen Sie dafür nicht berühren) von rechts nach links durch den Reifen. Sitzt Ihr Hund links, ist der Reifen in der linken und das Leckerchen in der rechten Hand. Ganz einfach. Wundern Sie sich bitte nicht, wenn Ihr Hund zunächst etwas verwirrt ist und die Übung ohne Stühle nicht auf Anhieb klappt. Er muss erst lernen, dass trotz dieser veränderten Rahmenbedingungen (im wahrsten Sinne des Wortes) die Übung die gleiche bleibt.

Stück für Stück können Sie den Reifen, der zuerst noch Bodenberührung hat, dann anheben. Dabei kann der Reifen erst noch auf dem Boden stehen. Ganz allmählich heben Sie ihn dann Stück für Stück an, so dass Ihr Hund springen muss, um durch den Reifen zu kommen. Wenn Ihr Hund diese Übung zuverlässig zeigt, können Sie auch ein Signal dafür einführen.

Ihren Hoola-Hoop-Reifen können Sie natürlich auch noch weiter zweckentfremden: Wenn er groß genug ist, können Sie mit Ihrem Hund gemeinsam "Seilchen-Springen".  Oder Sie legen Ihren Reifen einfach auf den Boden und lassen Ihren Hund sich hineinsetzen, oder...

Ihnen reicht die Herausforderung noch nicht? Sie sagen: Das ist ja einfach – kann mein Hund schon längst. Gut! Dann sind ab sofort SIE der Reifen! Sie formen aus Ihren Armen einen Reifen, Ihr Hund nimmt Anlauf, macht einen Satz – und ist durch! Ein bisschen Geduld brauchen Sie dafür aber, auch wenn die Übung an sich nicht schwierig ist. Haben Sie schon eine Idee, wie Sie das trainieren können? Schauen Sie doch einfach mal nach im Zirkus Click & Trick unter "Freestyle-Tricks und mehr". Dort finden Sie eine genaue Anleitung.

 


  Tunnel ohne Ende

Was wäre ein Parcours ohne Tunnel? Im Idealfall haben Sie ein gut sortiertes Kinderzimmer in greifbarer Nähe und finden dort einen Kriechtunnel, so wie es ihn bei einem allseits bekannten Selbstzusammenbau-Möbelhaus zu kaufen gibt. Wenn Ihr Hund dann noch so klein ist, dass er problemlos durch die Röhre passt, brauchen Sie sich um den Tunnelbau keine Gedanken mehr machen.

Und wenn nicht, macht das überhaupt nichts. Denn im Nu haben Sie Ihren eigenen Tunnel zusammenbaut. Sie brauchen dafür: ein oder zwei Stühle und eine Wolldecke.

Und so geht’s: Wenn Ihr Hund noch keinen Tunnel kennt, machen Sie es ihm zunächst ganz einfach. Sie können ihn mit Leckerchen oder Spielzeug einfach unter dem noch "unverhängten" Stuhl hindurch locken, damit er sich daran gewöhnt, "durch" etwas zu gehen. Sie legen dann die Wolldecke über den Stuhl. Vielleicht erst so, dass nur eine Seite verhängt ist. Danach wird auch die gegenüberliegende Seite mit der Decke verhängt, so dass eine kurze Röhre entsteht. Für den Anfang reicht das. Später können Sie die Herausforderung erhöhen, in dem Sie zum Beispiel die Decke zwischen ZWEI Stühle spannen.

Auch wenn Sie zu den stolzen Besitzern eines Kinder-Kriechtunnels gehören, verfahren Sie so: Erst wird der Tunnel ganz klein gemacht und dann allmählich verlängert.

Übrigens ist für die Tunnel-Übung auch ein menschlicher Assistent sehr hilfreich: Für Ihren Hund wird die Übung nämlich viel einfacher, wenn er durch den Tunnel schon ein bekanntes Gesicht entdeckt und nicht ins Leere läuft.

Achten Sie auch darauf, dass Ihr Hund eine günstige Startposition einnimmt. Wenn er direkt vor dem Tunnel sitzt und durch diesen schon hindurch gucken kann (und dann noch Sie oder Ihr Helfer auf der anderen Seite stehen und ihn freudig erwarten), ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass er nicht neben dem Tunnel her läuft.

Um Ihrem Hund dem Tunnel vertraut zu machen, können Sie auch Leckerchen oder Spielzeug in den Tunnel legen, die Ihr Hund dann suchen muss.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten: Ihren Hund in den Tunnel hinein schieben, ihn mit der Leine hindurch ziehen etc.! Wenn Ihr Hund den Tunnel nicht betreten möchte, tut er das ja nicht, um Sie zu ärgern oder weil er dumm ist oder... Geben Sie ihm die Chance, sich allmählich mit dem Tunnel vertraut zu machen und halten Sie Ihre Anforderungen immer so klein, dass Sie mit einem Erfolgserlebnis enden können. Der eine mag vielleicht auf Anhieb einen ganzen Tunnel schaffen, für den anderen ist es schon ein Riesenerfolg, zunächst einmal seinen Kopf in die Röhre zu stecken oder eine Pfote hinein zu setzen.

Häufig ist das "Durch den Tunnel Gehen" für große Hunde schwieriger als für die Minis, denn während die locker durch die Röhre flitzen können und noch massig Platz an beiden Seiten haben, muss sich ein Großer schon etwas bücken.

Übrigen: Als Tunnel eignen sich auch Isomatten hervorragend. Die werden in der Regel aufgerollt verkauft (und auch gelagert) und rollen sich meist von selber wieder zusammen. Zur Stabilisierung einfach ein bisschen Tesafilm benutzen (damit die Nahtstellen auch zusammen bleiben und der Tunnel nicht aufklappt) – und schon entsteht eine kleine Röhre.

 

  Sacktunnel-Mutprobe

Tunnel-Übung für Fortgeschrittene, die am einfachsten ist, wenn Ihr Hund mit dem Tunnel schon vertraut ist:  Ihr Hund rennt in eine Tunnelröhre. Diese mündet jedoch in eine Art Sack, und Ihr Hund muss sich bis zum Ausgang durchschieben.

Sie brauchen für diese Übung einen Stuhl, Hocker oder Sofatisch und eine Wolldecke. Die Wolldecke legen Sie so über den Stuhl, dass die Seiten wie beim Tunnel auch verhängt sind. Im Unterschied zum normalen Tunnel sollte an der Vorderseite jedoch noch reichlich Überhang sein, so dass die Decke vor dem Stuhl als eine Art Sack auf dem Boden liegt. Auch diese Übung funktioniert mit einem Helfer am besten.

Der Hund wird vor den Tunnel gesetzt. Sie gehen an das andere Ende dieses Sacktunnels, heben das auf dem Boden liegende Ende hoch, stellen möglichst Blickkontakt mit dem vor dem Tunnel sitzenden Hund her und rufen ihn. Leckerchen und Spielzeug für Ihren Hund, wenn er kommt! In dieser Übungsphase halten Sie das Tunnelende noch hoch.

Im nächsten Schritt senken Sie dann die Tunnelöffnung allmählich ab, so dass Ihr Hund langsam ein Gefühl dafür bekommt, sich den Ausgang frei zu schieben. Ihre Stimme fungiert dabei quasi als Nebelhorn, das ihm den Weg weist.

Übrigens: Sie halten den Schwierigkeitsgrad bei dieser Übung zunächst gering, wenn das den Sack bildende Ende der Wolldecke zunächst sehr kurz ist. Ihr Hund muss dann nur eine kurze Strecke "blind" laufen. Nach und nach können Sie die Schleppe vergrößern.

Worauf Sie unbedingt achten sollten: Die Wolldecke muss so am Stuhl fixiert werden, dass sie nicht herunterrutschen kann, während Ihr Hund gerade durch den Sacktunnel marschiert. Es mag auf den ersten Blick lustig aussehen, wenn Ihr Hund als Gespenst unter einem Berg von Wolldecken in Ihrem Wohnzimmer herumwuselt, aber Ihr Hund findet das mit Sicherheit gar nicht komisch – gerät wahrscheinlich sogar in Panik! Und das wollen Sie doch nicht.

 

Noch ein Tipp, wenn Sie und Ihr Hund die Übung sicher beherrschen: Sollten Sie als nächsten Schritt mit Ihrem Hund auf den Tunnel zulaufen und ihn durchschicken wollen, achten Sie darauf, ihn möglichst nicht anzusprechen, während Sie NEBEN dem Tunnel sind und er im Blindflug durch den Sack flitzt. Es könnte sein, dass er sich dann nach Ihnen orientiert und sich im Sack verheddert. Auch das sollte nicht vorkommen.

 

  Slalom- und Wendigkeits-Spiele

Haben Sie eigentlich schonmal darüber nachgedacht, wie vielseitig Ihr Esszimmer-Stuhl ist? Sie haben ihn In Ihrem Parcours ja sicher schon als Tunnel eingebaut. Und nun kommt er auch noch als Slalom zum Einsatz. Testen Sie doch mal, wie geschickt Sie sind. Ja, SIE! Denn es ist IHRE Aufgabe, Ihrem Hund begreiflich zu machen, dass er sich wie eine Schlange zwischen den Stuhlbeinen durchwinden soll. Sie mit dem Leckerchen oder dem Spielzeug in der Hand, der Ihr Hund folgt (Prinzip "Magnet").  Sie können das mit einem Stuhl spielen: Die vier Stuhlbeine sind dann Ihre Slalomstangen. Oder aber Sie bauen sich gleich mehrere Stühle hintereinander auf. Und hier noch eine Slalom-Variante: Anne Schönhauser und Jagd-Terrier-Dame Pfote nehmen Mineralwasser-Flaschen als Slalom-Stangen für den Wohnzimmer-Parcours auf dem Teppich - Kunststoffflaschen sind dafür sicherlich am besten geeignet.

 

  Über Tisch und Bänke: von Stuhl zu Stuhl

Wenn Ihr Hund eher der Minifraktion zuzurechnen ist, gibt's noch viel mehr Verwendung für Ihre Esszimmer-Stühle: Jack-Russel-Dame Lilly hüpft gern von Stuhl zu Stuhl. Damit's nicht langweilig wird, zieht Lillys Frauchen Marion Schütz die Stühle nach und nach immer ein Stückchen weiter auseinander.

 

  Kletterpartie

Warum nicht auch ein wenig Free-Climbing in Ihren Parcours einbauen? Auch diese Idee stammt von Marion Schütz und Lilly: Ein Stuhl wird mit dem Rücken an ein Regal gestellt. Im Regal liegt etwas interessantes, zum Beispiel ein Spielzeug des Hundes. Der klettert nun auf den Stuhl, macht einen langen Hals und holt sich den Gegenstand aus dem Regal. Sollten Sie diesen Trick in der Vorratskammer üben, denken Sie daran, den Stuhl nachher weit weg zu stellen!

 

  Und was noch?

Wie weit Sie Ihr Wohnzimmer-Agility treiben, bleibt Ihnen überlassen. Es muss ja nicht gleich das Sofa als Laufsteg sein... Aber was spricht zum Beispiel gegen ein Regalbrett, welches Sie leicht erhöht auf zwei Plastikkisten legen (dabei aber aufpassen, das nichts verrutscht!). Oder....Ihrem Einfallsreichtum sind praktisch keine Grenzen gesetzt.

 

 

NOCH MEHR PARCOURS-ELEMENTE: KONZENTRATIONSÜBUNGEN

Wir stellen Ihnen im folgenden ein paar Übungen vor, bei denen die Langsamkeit großgeschrieben wird: Hier geht’s mal nicht um Schnelligkeit und Geschicklichkeit: Im Vordergrund steht die Konzentration Ihres Hundes auf die Übung. Er lernt, sich vorsichtig zu bewegen, seine vier Beine gezielt und koordiniert einzusetzen. Vielleicht haben Sie ähnliche Übungen schon einmal gesehen: Linda Tellington-Jones setzt die aus dem Training von Pferden übernommene "Bodenarbeit" gezielt bei der Arbeit mit Hunden ein.

Abgesehen von ihrem "therapeutischen Wert" machen diese Übungen einfach Spaß! Ihr Hund lernt, die unterschiedlichen Herausforderungen zu meistern und sich langsam und konzentriert fortzubewegen, und Sie erproben sich darin, Ihren Hund geschickt durch die unterschiedlichen Parcourselemente  zu führen.

  Das Labyrinth

Man nehme: Ein paar Besenstile, ein Seil oder einige Plastikblumenkästen. Daraus legen Sie auf dem Boden ein "Labyrinth": ein paar schmale Gänge mit mehreren Windungen. Ihre Aufgabe ist es nun, Ihren Hund durch die sich durch die seitlichen Begrenzungen ergebenden Gänge zu führen. Die Leine als Hilfsmittel lassen Sie – wie bei allen Übungen des Home-Entertainment – besser weg. Schließlich ist es Ihre Aufgabe, Ihren Hund, ohne ihn zu berühren, durch das Labyrinth zu lotsen.

 

  Die Leiter

Seine vier Pfoten muss Ihr Hund gezielt einsetzen, wenn Sie für ihn eine Art Leiter aufbauen. Das kann tatsächlich eine Haushaltsleiter sein, die Sie auf den Boden legen, genauso können Sie aber auch eine "Leiter" aus Plastikblumenkästen zusammensetzen. Keine Angst: Ihr Hund muss nicht auf den "Sprossen" laufen. Für ihn ist es schon Konzentrationsübung genug, langsam durch die Zwischenräume zu steigen. Wenn Sie Lust haben, können Sie diese Übung natürlich auch umdrehen und ihrem Hund beibringen, sich AUF den Leitersprossen fortzubewegen. Dazu müssen Sie aber in jedem Fall darauf achten, dass die Sprossen rutschfest sind (also besser auf einer Holzleiter draußen üben) und Sie Ihren Hund beim Üben so absichern, dass er nicht abrutscht und sich erschrickt.

 

  Verschiedene Untergründe

Vielleicht haben Sie schon einmal beobachtet, dass Ihr Hund das Überqueren von Gitterrosten vermeidet oder dass ihm raschelnde Plastikplanen unangenehm sind? Warum also nicht eine kleine Mutprobe in vertrauter Umgebung wagen? In Ihren Parcours einbauen können Sie Plastiktüten und Abdeckplanen, Fußmatten mit unterschiedlicher Struktur, Zeitungspapier (auseinandergefaltet oder aber auch zusammengeknüllt in einem flachen Karton), Alufolie, eine Gummi-Badewannen-Einlage, eine Luftmatratze mit wenig Luft drin (vorausgesetzt, Ihr Hund hat nicht zu spitze Krallen), ein Skateboard, ein Regalbrett, und...und...und... Sie denken daran, dass Sie Ihren Hund diese neuen und für ihn anfangs ungewohnten Untergründe Schritt für Schritt selbst erkunden lassen? Jede kleine bestandene Mutprobe – und sei es anfangs auch nur das Setzen einer Pfote auf die ungewohnten "Bodebeläge" – ist eine Belohnung wert und gibt Selbstsicherheit.

 

  Mikado

Dafür legen Sie sich einfach ein paar Stangen auf den Boden: Vorhangstangen, Besenstile, Bambusstangen oder Pflanzstäbe zum Beispiel sind geeignet. In unserem Beispiel wurden einige Pflanzstäbe an einem Ende mit einem dicken Gummiband umwickelt, so dass eine Art Fächer entsteht. Sie können die Stangen jedoch auch einfach fächerformig auf den Boden legen.  Ihr Hund muss sich nun vorsichtig zwischen den Stangen fortbewegen.

 

 

LECKERCHEN-SPIELE UND NASENARBEIT

Hier muss Ihr Hund mal keine Übungen machen für sein Futter, aber ein bisschen anstrengen darf er sich doch ruhig, um ans Essen zu kommen? Den meisten Hunden machen Leckerchen-Spiele sehr viel Spaß. Sie sind nicht nur eine nette Beschäftigung, wenn Sie mal nicht so viel Zeit für Ihren Vierbeiner haben, sondern haben auch viele positive Nebeneffekte: zum Beispiel dann, wenn Ihr Schnüffler sein Riechorgan einsetzen muss, um an sein Essen zu kommen. "Nasenarbeit" sorgt für glückliche, ausgelastete und ausgeglichene Hunde und schult außerdem die Konzentrationsfähigkeit Ihres Vierbeiners. Gerade wer einen hibbeligen, unruhigen Geist sein eigen nennt, wird die Nasenarbeit zu schätzen wissen und ist gut beraten damit, den Einsatz der Hundenase wilden Spielen mit Bällchen, Stöckchen und Co., die den Hund nur noch weiter aufputschen, vorzuziehen. Leckerchen-Spiele, bei denen Ihr Hund nicht so sehr die Nase einsetzen muss, dafür aber umso mehr kauen und auspacken muss, befriedigen das Kaubedrüfnis, das jeder Hund hat, und schützen nicht nur bei Welpen vor Zerstörungsattacken auf Mobiliar, Tapeten und Teppiche. Und wenn Ihr Hund dann noch sein Gehirn einsetzen muss, um an die Leckerbissen heranzukommen, dann können Sie bald einen Einstein Ihr eigen nennen.

 

  Leckerchen werfen und erschnüffeln

Die allereinfachste und schnellste Variante mit trotzdem großer Wirkung: Sie werfen einfach eine Handvoll Leckerchen, und Hund darf sie vom Boden aufsammeln. Die Schwierigkeitsgrade lassen sich dabei beliebig steigern: Leckerchen auf dem buntgemusterten Orientteppich (es müssen ja keine klebrigen Fleischwurststückchen sein) oder auf dem mit Astlöchern übersäten Holzfußboden sind schwerer zu finden als auf dem einfarbigen Küchenfußboden. Lassen Sie Ihren Hund sich auf diese Weise ab und an mal eine ganze Mahlzeit erschnüffeln! Er wird hinterher zufrieden und erschöpft sein. Auch, wenn Sie fortgehen und Ihr Hund alleine zuhause bleiben soll, erleichtern Sie ihm mit einer Schnüffelaufgabe, wenn Sie Haus oder Wohnung verlassen, die Trennung.

 

  Leckerchen werfen und fangen

Sie können mit Ihrem Hund gezielt trainieren, Leckerchen direkt aus der Luft zu schnappen. Das ist für viele Hunde am Anfang gar nicht so einfach und schult Körperkoordination und räumliches Wahrnehmen.

 

  Buster® Cube und Leckerchen-Ball

Die professionelle und käufliche Variante für Leckerchen-Spiele: In einen Würfel (den "Buster® Cube") oder Leckerchen-Ball werden Leckerchen gefüllt. Eine schmale Öffnung bleibt. Ihr Hund muss nun mit der Nase gegen Ball oder Würfel stupsen, damit die Leckerchen herausfallen. Der Ball ist für Ihren Hund anfangs einfacher zu handhaben als der Würfel. Achtung: Stoßempfindliche Möbel sollten nicht in der Nähe sein, wenn Ihr Hund sich mit Ball oder Würfel austobt. Auch Holzfußböden und geräuschempfindliche Nachbarn eine Etage tiefer sind in dieser Kombination ungünstige Voraussetzungen.

 

  Die wohnungs- und nachbarfreundliche Variante: Der Kong-Ball

Endlich gibt's den Leckerchen-Ball auch in Natur-Kautschuk! Einfach unverwüstlich und zudem noch geräuscharm präsentiert sich das neue Super-Spielzeug von Kong - Ihre Wohnung und Ihre Nachbarn werden es Ihnen danken. Der Kong-Ball hat an mehreren Seiten Öffnungen, in die Sie Leckerchen einklemmen und im Ball verkeilen können. Dabei können Sie es Ihrem gefräßigen Vierbeiner beliebig schwer machen und ihn so lange Zeit auf Trab halten. Der Ball ist seinen stolzen Preis von rund 20 EURO tatsächlich wert und wird Ihrem Vierbeiner so manche Stunde gut unterhalten.

 

  Besser als jeder Braten: Der gefüllte Kong!

Unverwüstliche Naturkautschuk-Spielzeuge bieten ungeahnte Variations-Möglichkeiten für uns und grenzenlose Herausforderungen selbst für den hartnäckigsten Nager unter den Hunden. Wir tun uns in aller Regel schwer mit der Empfehlung bestimmter Marken, aber die die Kegel von "Kong" sind eine tolle Sache und ihren - alles andere als günstigen - Preis wert. Sie lassen sich allesamt wunderbar mit Leckerchen aller Art vollstopfen und sind dabei so robust, dass es kaum einem Hund gibt, der die "Kongs" kaputt bekommt (trotzdem gilt natürlich wie bei allen Spielzeugen: Lassen Sie Ihren Hund sicherheitshalber beim ersten Ausprobieren nicht unbeaufsichtigt; wenn er Anstalten macht und dabei erfolgreich ist, den Kong zu zerlegen, nehmen Sie ihn rechtzeitig weg). Kongs kann man mitsamt Inhalt einfrieren, sie sind spülmaschinenfest und einfach unverwüstlich. Es gibt mittlerweile auch preiswertere Varianten von anderen Herstellern - sie sind aber selten so robust wie das Original.

Viele von Ihnen kennen den Kong bestimmt schon. Aber kennen Sie auch die Vielzahl der Möglichkeiten, die es gibt, Kong und Co zu füllen? Wer Lust hat, sich inspirieren zu lassen, der schaue nach bei www.cairn-energie.de unter Life-Style - KONG Rezepte. Heike Westermann hat sich die Mühe gemacht, die wirklich ausgefeilte Rezept-Seite des Herstellers zu übersetzen und außerdem eine Vielzahl weiterer Rezepte zusammen zu tragen. Schonmal Kreationen à la "Banana Rama" oder "Kong Omelett" probiert?

Übrigens: Viele Hintergrund-Informationen und Rezepte rund um den Kauspaß gibt's ganz aktuell auch in unserem "Spielefieber"/"Schlemmer- und Nagetage".

 

  Leckerchen würfeln, Variante "self made"

Gießkannen-Tülle oder Plastikflaschen lassen sich ebenso gut für das Leckerchen-Würfel-Spiel umfunktionieren. Da beide allerdings nicht bissfest sind, sollten Sie Ihren Hund vorsichtshalber nicht unbeaufsichtigt damit auf Leckerchen-Jagd gehen lassen. Sie können auch einen Tennisball aufschneiden und Leckerchen hinein füllen.

 

  Leckerchen auspacken: Das Lunch-Paket

Warum überraschen Sie Ihren Hund nicht einmal mit einem Lunch-Paket? Sie packen seine Leckerchen ein - in Zeitungspapier, Papprollen (z.B. von Klo-, Küchen-, oder Geschenkpapier), Papiertüten oder Packpapier – und er darf sie auspacken! Damit können Sie Ihren Hund auch bei Laune halten, wenn Sie mal eine Zeit außer Haus sind. Welchen Aufwand Sie dabei treiben, bleibt Ihnen überlassen. Auch die Schwierigkeitsgrade lassen sich beliebig steigern.  Sie können das Päckchen zusätzlich noch mit Paketschnur umwickeln, einzelne "Abteilungen" abtrennen usw. Grundsätzlich nehmen Sie natürlich nur solches Verpackungsmaterial, dass Ihrem Hund nicht gefährlich werden kann.

 

  Leckerchen-Verstecke und Dummies aus Stoff

Alte Jeans, Socken und T-Shirts aus Baumwolle landen bei Sandra Knoblich und Schäferhund-Mix Dax nicht mehr automatisch in der Altkleidersammlung, sondern unter der Nähmaschine. Sie schneidet zunächst etwa waschlappengroße Stücke aus und näht kleine Säckchen daraus. Dann füllt sie ein paar Leckerlis oder Kauartikel hinein und näht das Säckchen zu. Diese Säckchen eignen sich hervorragend als Bringsel für unterwegs, als Suchobjekt für Suchspiele oder einfach zum sofort Zernagen. Unser Tipp: Vorsicht ist wie immer die Mutter der Porzellankiste. Wenn Sie Ihrem Hund die Säckchen zum Zernagen geben wollen, dann tun Sie das nur, wenn Ihr Hund nicht dazu neigt, den gesamten Stoff mit zu verschlingen. Achten Sie darauf, dass es sich bei dem verwendeten Stoff tatsächlich um Baumwolle handelt. Um mögliche Probleme mit verschluckten Nylonfäden zu vermeiden, vernähen Sie die Säckchen zum Zernagen am besten per Hand mit losem, leicht zerfallendem Baumwollgarn. Und wie immer gilt: Lassen Sie Ihren Hund nicht unbeaufsichtigt mit seinem Nageobjekt.

Wer nicht nähen will, kann sich das ganze noch einfacher machen: Warum nicht einfach mal die Leckerchen in Falten, Ärmeln, Hosen oder Socken der ausrangierten Baumwoll-Kleidungsstücke verstecken? Unter Ihrer Aufsicht kann sich Ihr Wuffi daraus dann die Leckerchen erschnüffeln und hervorsuchen.

Übrigens fertigt Sandra Knoblich auch Dummies (das sind stabile, aber für den Hund angenehm zu tragende "Bringsel", die gerne bei Apportier- und Suchspielchen eingesetzt werden) und Spieltaue in "Eigenbau" an:

Für einen Dummy benötigt sie zunächst etwa 20 bis 30 cm eines alten Hosenbeins. Das Hosenbein wird einmal längs gefaltet, so dass der Stoff doppelt (und damit letztendlich vierfach) liegt. Daraus näht man ein Säckchen. Aus einem weiteren Stück Stoff (am besten weicher T-Shirt-Stoff) dreht man anschließend eine Wurst, die etwa 10 bis 15 cm lang ist und so dick, dass sie noch gut in das aus dem Hosenbein genähte Säckchen passt. Die Stoffwurst umwickelt Sandra Knoblich mit einem elastischen Klebeband, sodass sie sich nicht mehr aufwickeln kann, und steckt sie in das Säckchen. Wenn das Säckchen knapp oberhalb der Stoffwurst zugenäht wird, bleibt noch genügend ungefüllter Stoff des Säckchens übrig, so dass man es gut festhalten kann. Lassen Sie Ihren Hund nicht unbeaufsichtigt mit seinem Dummy spielen oder ihn den Dummy zernagen.

Ein Spieltau zum Such- oder Zerrspiel stellt Sandra Knoblich aus einem alten alten T-Shirt her. Das schneidet sie zu diesem Zweck etwa alle 3 cm mit der Schere ein und reißt daraus lange Stoffbahnen. Diese werden miteinander verflochten und anschließend an den Enden verknotet.

 

  Leckerchen Verstecken in der Wohnung – und mehr...

Äußerst spannend für den Hund ist auch das Verstecken von Leckerchen in der Wohnung. Um Ihren Hund zum Suchen anzuspornen (er muss ja erst wissen, was Sie von ihm wollen), fangen Sie mit minimalen Anforderungen an: zum Beispiel, in dem Sie im Beisein und vor den Augen Ihres Hundes ein wohlriechendes Leckerchen etwa hinter einem Stuhlbein, unter der Heizung, hinter dem Sofa etc. "verstecken". Ihr Hund macht dabei entweder "Bleib" (wenn er das schon kann) oder wird von einem menschlichen Assistenten fest gehalten. Sie sagen "Such" oder "Such Leckerchen" und lassen Ihren Hund loslaufen. Natürlich wird Ihr Hund das Leckerchen problemlos aufstöbern – das soll er in dieser Lernphase ja auch. Sie können den Schwierigkeitsgrad allmählich (aber bitte langsam, Ihr Hund soll ja immer Erfolg haben) erhöhen: schwierigere Verstecke wählen, Ihren Hund VOR der Tür warten lassen, später auch das Leckerchen IRGENDWO im Haus verstecken oder mehrere Leckerchen verstecken.

Was mit einem Leckerchen klappt, funktioniert natürlich genauso mit dem Lieblingsspielzeug des Hundes. Wichtig ist nur, dass Ihr Hund weiß, WONACH er suchen soll (z.B. ein Ihrem Hund bekannter Gegenstand, den Sie ihm vorher zeigen und ihn daran riechen lassen).

Sie können sich übrigens auch für Ihren Hund verstecken. Dafür gehen Sie nach dem gleichen Prinzip vor wie oben beschrieben: Erst sieht Ihr Hund, wie Sie ein Versteck aufsuchen und ihn dann rufen (Variante: er wird von Ihrem Assistenten geschickt), später kann er Sie beim Aufsuchen des Versteckes nicht mehr sehen. Sie können das Spiel quer durch das ganze Haus oder die Wohnung spielen. Eine lustige Variante des Versteckspiels  - das BUUUH-Spiel - liebt Jack-Russel Lilly: Ihr Frauchen versteckt sich unter einer Decke. Lilly hüpft aufgeregt um die Decke herum und hat dabei einen Riesenspaß - weiß sie doch nie, wo Frauchens Kopf wieder auftauchen wird.

 

  Leckerchen in trockenen Tüchern

Leckerchen unverpackt in der Wohnung zu suchen, reicht Ihnen und Ihrem Hund nicht mehr? Dann steigern Sie die Herausforderung und verstauen das Leckerchen in oder unter Tüchern, Waschlappen, Handtüchern..., die Ihr Hund dann umdrehen bzw. entwirren muss, um an das Leckerchen zu kommen. Unser Bild zeigt Border Collie Hündin Meggan beim Leckerchen-Suchspiel: Mehrere umgedrehte Tücher liegen am Boden, und nur unter einem befindet sich ein Leckerchen. Meist findet Meggan auf Anhieb das richtige Tuch.

 

 

  Welcher Socken riecht am besten?

Ein echtes Sockenmonster ist Bearded Collie Hamphry. Er sucht am liebsten Leckerchen in seinem "Sockenkörbchen", das ihm sein Frauchen Edith Lauber bereit gestellt hat. Darin sind ordentlich gefaltete ausgediente Socken der Kinder. Eine davon enthält ein Leckerchen. Hamphry sucht die gefüllte Socke, zieht sie aus dem Körbchen, hält sie seinem Frauchen hin, und während sie die Socke festhält, zieht er sie auseinander, so dass das Leckerchen heraus purzelt.

Und so hat Hamphry das gelernt: Die richtige Socke zu finden und aufzunehmen, war für ihn ohnehin kein Problem. Um es ihm einfach zu machen, legten seine Menschen die Socken anfangs auch in einen Kreis oder eine Reihe, worauf er schnuppernd Socke für Socke überprüfte, bis er das richtige Paar gefunden hatte. Hilfreiche Hände packten zunächst das Leckerchen für ihn aus. Damit Hamphry später beim Auspacken helfen konnte, wurden die Socken so gefaltet, dass die Fußspitze herausguckte und Hamphry somit diesen Zipfel zwischen die Zähne nehmen konnte, während sein Frauchen die Socke am Bündchen hielt. So fiel dann schnell das Leckerchen heraus. Weil Hamphry es kaum abwarten konnte, bis die Belohnung kam und er seine gefüllte Socke am liebsten zwischen den Zähnen hielt, ergab sich das Festhalten und Ziehen fast von alleine. Mittlerweile weiß er genau, wo er die Socke halten muss und wartet, bis sein Frauchen das andere Ende in den Fingern hat, bevor er zu ziehen beginnt. 

Besonders spannend ist das Sockenspiel auf dem Musterteppich: Weil das aus der Socke gefallene Leckerchen nicht auf Anhieb zu sehen ist und noch einmal erschnüffelt werden muss, verdoppelt sich der Suchspaß für Hamphry.

 

  Tupper-Party für Vierbeiner: Leckerchen unter und in Schüsseln

Packen Sie das Leckerchen doch mal unter eine umgedrehte Plastikschüssel und schauen, welche Strategien Ihr Hund entwickelt, daran zu kommen: Vielleicht wird er die Schüssel in die Ecke schieben und dreht sie dort mit der Schnauze um, oder er tritt mit der Pfote auf den Schüssel-Rand, die Schüssel klappt ein wenig hoch und er kann mit der Schnauze an das Leckerchen kommen, oder...?

Jack-Russel-Dame Lilly feiert mit Frauchens Hilfe häufig eine kleine Tupper-Party der anderen Art: Ein Leckerchen wird dafür in eine alte Frischhalte-Dose gelegt, deren Deckel an einer Seite einen Spalt auf steht, und Hund darf sich daran versuchen, den Deckel abzuziehen.

 

  Leckerchen unter dem Rollbrett

Auch hier können Sie Leckerchen verstecken: Westie Idefix hat gerade einen rollbaren Blumenuntersetzer beseite geschoben, um an sein darunter verstecktes Futterstückchen zu gelangen.

 

Gehirnjogging mit dem Regalbrett

Bei den folgenden Übungen ist ein bischen Gehirnjogging beim Leckerchen-Suchen gefragt: Sie können zum Beispiel ein Regalbrett auf den Boden legen und rechts und links ein oder zwei Bücher darunter schieben, so dass zwischen Brett und Boden ein Spalt bleibt, der so schmal ist, dass Ihr Hund nicht mit der Schnauze darunter langen kann – wohl aber mit der Pfote. Unter das Brett legen Sie ein Leckerchen und sorgen dafür, dass Ihr Hund das Brett nicht hochheben kann (z.B. indem Sie es festhalten oder ein Buch drauf legen). Und nun schauen Sie, was Ihr Hund macht: Schnell wird er sehen, dass er mit der Schnauze nichts ausrichten kann. Ob er auf die Idee kommt, mit der Pfote danach zu angeln?

 

  "Kasperletheater"

Nein, wir sind jetzt nicht völlig verrückt geworden. Ihr Hund wird an dieser Übung zwar seinen Spaß haben, aber zum Kasper machen müssen Sie sich dabei noch längst nicht. Für diese Variante des "wie komme ich an das Leckerchen"-Spiels brauchen Sie einen großen Karton (Ihr Hund sollte möglichst nicht darüber hinweg gucken können), den Sie nach Schema "Kasperletheater" aufstellen (Frontteil mit zwei rechtwinklig geklappten Seitenteilen). In die Front Ihres "Kasperletheaters" schneiden Sie einen Sehschlitz, der so schmal ist, dass kein Hundekopf durch passt. Sie befinden sich hinter dem Karton und Ihr Hund steht davor. Für Ihren Hund durch den Sehschlitz deutlich sichtbar, legen Sie ein Leckerchen auf den Boden. Was wird er tun? Durch den Schlitz kann er nicht (vorausgesetzt, er rammt nicht seinen Kopf in den Karton). Wie lange braucht er, bis er darauf kommt, das der Weg zum Leckerchen um den Karton herum führt?

 

  Und noch mehr Denksport mit dem Pappkarton

Auch diese Variante ist eine Herausforderung für das Hundehirn: Ein Karton wird als Tunnel aufgestellt, der allerdings nur an einer Seite auf ist. Die Seite, an der der Hund sitzt, ist zu. In den Karton wird ein besonders begehrenswertes Leckerchen gelegt. Wie lange dauert es, bis sich der Hund, anstatt am geschlossenen Ende des Karton-Tunnels zu scharren, für den richtigen Weg zum offenen Ende des Tunnels entscheidet?

 

  Leckerchen-Suche feucht-fröhlich

Schauen Sie doch mal, was Ihr Hund macht, wenn Sie ein wenig Trockenfutter in seinem Wassernapf oder in einer anderen Schüssel zu Wasser lassen. Die meisten Hunde finden dies anfangs ein wenig irritierend und es ist schon ein bisschen Geschicklichkeit erforderlich, den Leckerbissen aus dem kühlen Nass zu angeln.

 

 

INTELLIGENTE MASCHINEN

Sie möchten die Leckerchen-Suche noch ein wenig ausreizen? Dann fordern Sie den Intellekt Ihres Hundes und basteln ihm eine "Leckerchen-Maschine"! 

 

  Easy Box: Die Einstiegs-Variante

Ein namhafter Hersteller von Spülmaschinen-Reinigungsmitteln hat sich nun in aller Stille um die Entwicklung eines intelligenten Hunde-Spielzeuges verdient gemacht. 

 

Marianne Keuthen und Border Collie Meggan haben die "Easy Box" im Supermarkt entdeckt. Das praktische für alle, die eine Spülmaschine zuhause haben: Mit diesem Hundespielzeug bekommen Sie eine ganze Ladung Reinigungs-Tabs gratis dazu!

Wie's funktioniert? Die "Easy Box" enthält ein kleines Fach zum Aufklappen (Bild oben links): Das öffnen Sie, packen ein gut duftendes Leckerchen hinein (Bild oben Mitte), schließen es wieder (Bild oben rechts) und halten es Ihrem hungrigen Hund vor die Nase. Der wird natürlich alles unternehmen, um an die Leckerchen heran zu kommen. Wird mit der Nase stochern oder die Pfote einsetzen - oder beides, wie Meggan auf unserem Bild. Alles ist erlaubt! Um es Ihrem Hund ganz einfach zu machen, können Sie anfangs das Fach mit dem Leckerchen darin auch offen stehen lassen und schließen es dann im weiteren Training Schritt für Schritt.

 

   Die Röhre - Gehirnjogging gefragt

Für dieses Konstruktion müssen Sie noch nicht einmal extra einkaufen gehen.  Man nehme: Eine Papprolle von Toiletten- oder Küchenpapier. Mit einem Teppichmessen schneiden Sie zwei gegenüberliegende horizontale Schnitte in die Rolle. Sie benötigen nun noch einen Pappstreifen, den Sie durch die Schlitze quer durch die Rolle schieben, und der an beiden Seiten noch genügend Überstand hat. Werfen Sie nun ein Leckerchen in die Rolle, das natürlich auf dem Pappstreifen liegen bleibt. Ihr Hund soll nun an einer Seite des Streifens ziehen und ihn so weit aus der Rolle ziehen, dass das Leckerchen unten  herausfällt - seine Belohnung für die Arbeit. 

Und wie bekommen Sie Ihren Hund nun dazu, am Streifen zu ziehen? Wer einen Clicker-Hund hat, wird keine Schwierigkeiten haben, ihm dies Schritt für Schritt beizubringen und aus dem ersten Schnuppern am Streifen ein kräftiges Ziehen zu formen. Aber auch alle anderen gelangen ans Ziel. Hunde, die sowieso gerne mit Objekten spielen, lassen sich schnell dazu ermuntern, den verlockend überstehenden Pappstreifen in die Schnauze zu nehmen. Sie können ihn erst soweit hinaus ziehen, dass Hund ihn quasi nur berühren muss, damit das Leckerchen aus der Röhre fällt. Besonders einfach wird es, wenn Sie am Anfang den Pappstreifen, auf dem das Leckerchen liegt, besonders schmal schneiden, so dass Sie selber auch durch leichtes Kippen der Röhre das Leckerchen zu Fall bringen können, wenn Ihr Hund sich dem Pappstreifen zuwendet. Die meisten Hunde begreifen schnell, dass da ein Zusammenhang besteht zwischen der Berührung des Pappstreifens und dem herabfallenden Leckerchen. Und wenn Ihr Hund gar kein Interesse am Pappstreifen hat, versuchen Sie es doch mal mit ein wenig Erdnussbutter, Honig oder Leberwurst, die Sie auf den Pappstreifen streichen.

Das ganze kann man natürlich auch weitertreiben, wenn der Hund die Variante mit einem Streifen beherrscht: Wie wär's denn mal mit zwei Querlaschen durch die Röhre? Es macht Sinn, dabei zunächst einmal auf jedem Streifen ein Leckerchen zu deponieren, so dass der Hund jedes Mal, wenn er einen Streifen heraus zieht, Erfolg hat. Später liegt dann nur noch auf dem obersten Streifen ein Futterbröckchen. Ihr Hund wird diesen Streifen heraus ziehen und anstatt aus der Röhre zu purzeln, fällt das Leckerchen eine Etage tiefer. Ihr Hund muss noch einmal ziehen, um seine Belohnung zu erhalten. Sicherlich wird er zunächst verdutzt sein, wenn nach dem ersten Ziehen plötzlich kein Leckerchen mehr aus der Röhre fällt. Loben Sie ihn trotzdem verbal oder auch mit einem kleinen Leckerbissen aus Ihrer Hand für das erfolgreiche Ziehen und ermutigen Sie ihn, weiterzumachen und sich an der zweiten Lasche zu versuchen. Bestimmt wird er das Prinzip bald herausfinden.

 

  Die Schublade

Nach dem Prinzip der gerade beschriebenen Röhre funktioniert die "Schublade". Auch hier haben findige Keks-Produzenten mal wieder ein Herz für Hunde bewiesen. Mit ganz wenig Aufwand lässt sich nämlich aus einer Kekspackung (besonders gut geeignet: Butterkekse mit Schoko-Überzug), wie Sie sie auf unserem Bild sehen, ein tolles Hunde-Spielzeug mit Grips basteln. 

Schritt 1: Man öffne die Packung und esse unter den entsetzten Blicken des Hundes den Inhalt auf. 

Schritt 2: Wir befestigen eine Lasche am Kunststoff-Innenleben der Kekspackung, an der unser Hund später ziehen soll. Die Lasche kann aus Pappe sein und mit Klebeband am Kunststoff befestigt werden. Noch einfacher funktioniert's jedoch direkt mit Klebeband, z.B. Isolierband, das einfach doppelt gelegt wird: schließlich soll ja die Hundezungen nicht festkleben. 

Schritt 3: Statt der Kekse werden Leckerchen in die Schublade gepackt. 

Schritt 4: Schublade zu! 

Schritt 5: Jetzt darf Hund! Wie Sie ihm das Ziehen beibringen, haben wir ja bereits bei unserer "Rähre" beschrieben. Sie können es Ihrem Hund am Anfang einfach machen, indem Sie das Leckerchen in das erste Fach legen und die Schublade einen winzigen Spalt offen lassen, so dass das Ziel direkt vor den Augen des Hundes ist und nur ein kleines Stückchen ziehen muss, um ans Essen zu gelangen. Später wird's richtig spannend, wenn die Leckerchen nicht mehr vorne liegen, sondern ganz hinten, und Hund die Schublade ganz heraus ziehen. Achten Sie darauf, dass Ihnen ihr raffinierter Vierbeiner mit einem Pfotenschlag nicht Ihre ganze Konstruktion aus  den Händen fegt!

 

   Flaschendrehen

Genau so einfallsreich wie einfach herzustellen ist der Leckerchenautomat "Variante Flaschendrehen", den Ilona Rinke für Hovawart Nemo und Border Collie Faye gebastelt hat. Benötigt werden dafür eine stabile Plastikflasche und ein Stab. Das kann eine alte Radio-Antenne sein oder auch ein dünner Bambus-Pflanzstab aus dem Baumarkt. In die Seiten der Flasche, etwa auf mittlerer Höhe, bohren Sie zwei gegenüberliegende Löcher, schieben den Stab hindurch - und fertig ist der Spaß. Sie füllen ein Leckerchen in die Flasche, halten beide Enden der Stange mit den Händen fest und lassen nun Ihren hungrigen Hund 'ran. Schauen Sie mal, was er macht, um an das Leckerchen zu kommen. Einige Hunde sind so kreativ, dass sie direkt versuchen werden, die Flasche irgendwie zu bewegen. Andere könnten angesichts dieser Aufgabe erst einmal ratlos sein. Wie immer machen Sie es Ihrem Hund einfach und gestalten Ihr Spiel so, dass der Hund auf jeden Fall erfolgreich sein kann. Sie können zum Beispiel die Flasche schon so "andrehen", dass selbst ein kurzes Schnüffeln und eine kleine Berührung mit der Hundenase ausreichen, die Flasche zum Kippen zu bringen. Sorgen Sie auch dafür, dass Ihre Leckerchen in der Flasche gut rollen und in jedem Fall auch aus der Flasche fallen, wenn sie gedreht wird.

 

  Leckerchen-Schieber

Ed von Schleck sei Dank: Nadja Atrissi ist beim Eisessen auf die zündende Idee gekommen. Aus dem Plastikröhrchen, aus dem das Eis üblicherweise mit einem kleinen Schieber herausbefördert wird, entstand kurzerhand eine Leckerchenmaschine für Schäferhund-Mix-Dame Mickey. Nach dem Auseinandernehmen und Auswaschen der Plastikröhre hat Nadja am Ende des Plastikstäbchens eine "Schiebestelle" befestigt, damit die Hundenase einen Angriffspunkt hat: Ganz einfach mit jeder Menge Tesafilm hat sie den Deckel eines Filmdöschens am Ende des Stäbchens fixiert. Natürlich keine Konstruktion, die auf Dauer hält - aber funktionsfähig! In Nadjas Variante muss Mickey das Röhrchen nach oben schieben, damit das Leckerchen herausfällt. Natürlich lässt sich das Spiel auch in der Waagerechten spielen. Damit Mickey gerade am Anfang auch mit zaghaften Schiebeversuchen und eher zufälligen Berührungen viel Erfolg haben konnte, hat Nadja den oberen Teil des Röhrchens abgeschnitten - dank des dünnen Kunststoffes kein Problem. So reicht der Kolben, wenn er hineingeschoben wird, auch wirklich bis an den Rand des Röhrchens und die Leckerchen werden mühelos aus der Konstruktion geschoben. Wieder einmal eine tolle Idee mit einem Minimum an Aufwand!

 

   "Wurstmaschine", "Kräckermaschine" und...: Der Gipfel der Kreativität!

Gut, dass es Tüftler gibt, die für Ihre Vierbeiner keine Mühen scheuen:

Zum Beispiel Reinhold Eysel. Sein - leider mittlerweile verstorbener - Hovawart-Rüde "Dex" durfte sein Superhirn an zwei Geräten fit halten, die jedes Hundeherz vor Neid erblassen lassen:

Die "Wurstmaschine" - Arbeitstitel für das Trimmdich-Gerät ganz rechts - besteht aus einem senkrechten Plexiglas-Rohr, durch das vier waagerechte Stäbe gesteckt werden. Ein Leckerchen wird in das Plexirohr auf den obersten Querstab gelegt.  Der "Kandidat" soll alle die vier Stäbe herausziehen, damit das Leckerchen Stück für Stück  durch das Rohr und schließlich unten rausfällt - die zustehende Belohnung! 

Auf unserem Bild sehen Sie die schwierigste Stufe: Vier Stäbe, die jeweils nur in eine Richtung heraus gezogen werden können. Dex muss die Ziehrichtung durch Probieren selbst heraus bekommen.

Sollten Sie Spaß daran haben, für Ihren Vierbeiner eine ähnliche Konstruktion zu errichten, hier ein paar Tipps für das Training: Angefangen wird zunächst ganz einfach, mit nur einem Stab im Plexiglas-Rohr, der zudem in beide Richtungen heraus gezogen werden kann. Wie Sie Ihrem Hund das Ziehen beibringen können, haben Sie wahrscheinlich zuvor schon an der einfachen Pappröhren-Konstruktion erprobt. Ihr Hund soll anschließend auch lernen, den Stab in verschiedene Richtungen aus dem Plexirohr zu ziehen.

Haben Sie Schritt 1 bewältigt, tritt Stufe 2 in Kraft: Zwei Stäbe müssen herausgezogen werden, damit das Leckerchen zu Boden geht. Allmählich können Sie die Anforderungen weiter steigern: Sie achten darauf, dass Ihr Hund nun die zwei Stäbe in unterschiedliche Richtungen heraus ziehen muss. Irgendwann kommen der dritte und der vierte Stab ins Spiel - und fertig ist's. Am einfachsten ist es, Sie arbeiten sich von unten nach oben durch die Maschine, also vom kürzeren zum längeren Weg.

Auch Labrador-Mix -Dame "Lena" darf sich an intelligenten Maschinen austoben. Bernfried Wiewiora hat das Konzept der "Wurstmaschine" noch weiter ausgefeilt und die ultimative Herausforderung entwickelt. Für den intelligenten Hund, der gefordert werden will, steht hier eine Vielzahl an Einsätzen für die Maschine bereit: teils beidseitig, teils einseitig herausziehbar, teils mit Band, teils umwickelt, manche mit einem Klötzchen am Ende, einige mit Lebensmittelfarbe eingefärbt, damit's bunter wird. Damit Ordnung herrscht, sind an den Seiten der Maschine Halterungen angebracht, in denen die Einsätze aufbewahrt werden können. Anstelle des Leckerchens wird von Lena das Innenleben eines Überraschungs-Eis durch Ziehen der Stäbe nach unten befördert. Ob man das Leckerchen direkt in der Ü-Ei-Kapsel verstaut oder den Hund für das Erreichen des Ziels aus der Hand belohnt, bleibt dem kreativen Hundebesitzer überlassen.

 

Aber das war's noch lange nicht: Auf dem Bild rechts sitzt Dex an der "Kräckermaschine": Die besteht aus einer waagerechten Plexiröhre mit einem Kolben darin. Die Pleuelstange ist mindestens so lang wie das Plexirohr. Mensch schiebt nun das heißbegehrte Leckerchen mit Hilfe des Kolbens und der Pleuelstange etwa in die Mitte des Rohres. Der Kandidat bekommt 100 Punkte und ein Leckerchen zur Belohnung, wenn er es fertig bringt, durch von sich weg (!) SCHIEBEN (und genau darin liegt die enorme Schwierigkeit) der Pleuelstange samt Kolben, das Leckerchen am Ende des Rohres herausfallen zu lassen. Gar nicht so einfach, wie es sich anhört, hat zumindest Dex fest stellen müssen, zumal Hund mit der bislang erfolgreichen Strategie des Herausziehens von Stäben hier nicht weiter kommt.

Am einfachsten scheint es bei dieser Konstruktion zu sein, Pleuelstange und Kolben am Anfang so weit in die Röhre zu schieben, dass allein ein leichtes zufälliges Anstupsen des Stabes ausreicht, das Leckerchen über den Rand zu schieben. Wichtig ist es, dem Hund dabei zu helfen, immer den gleichen Startpunkt direkt vor dem Gerät einzunehmen, und zwar in Verlängerung der Kolbenstangen-Achse VOR dem Gerät. So wird vermieden, dass der Hund, sobald die Kolbenstange im fortgeschrittenen Stadium weiter hinaus gezogen ist, versucht, von der Seite an die Sache heran zu gehen und somit die Maschine aus dem Gleichgewicht bringt.

Was Dex hat, darf Lena natürlich nicht fehlen: Auch hier hat Bernfried Wiewiora wieder getüftelt und die ganze Sache noch verfeinert.

Die Ständer, die der Maschine Halt geben, sind gesteckt, das Oberteil ist durch Loslösen der Flügelschraube abnehmbar. Somit ist alles leicht verstau- und transportierbar. Das Oberteil der Maschine lässt sich im Neigungswinkel verstellen, kann auch auf einen niedrigeren Ständer montiert werden und ist damit für Hunde aller Größen nutzbar. 

Das Leckerlie steckt bei dieser Maschinen-Variante in der Überraschungsei-Kapsel. Das erleichtert die Reinigung des Plexiglasrohres und lässt den Hund außerdem akustisch erkennen, dass sein Schieben eine weitere Aktion ausgelöst hat. Damit die empfindliche Hundenase geschützt wird, ist die "Schiebescheibe" glatt poliert.

Der Fantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Sämtliche Maschinenkonstruktionen fordern zum Umgestalten, Ausbauen, Vereinfachen, Verkomplizieren und damit zum Mitmachen auf! Vielleicht wird Ihre Version einfacher, schwerer, bunter, futuristischer, schlichter oder eleganter? Vielleicht fallen Ihnen noch technische Raffinessen ein, vielleicht noch weitere Details, die ausgefeilt werden können? Oder gar eine ganz neue Konstruktion? Versuchen Sie es! Auch, wenn die Herstellung der Maschinen gewisse handwerkliche Talente erfordert - unmöglich ist sie nicht. Und vielleicht fallen Ihnen ja auch so verrückte Konstruktionen wie Bernfried Wiewioras jüngste Kreation - eine Höllenmaschine zum Schieben, Ziehen und Selbernachfüllen.

 

   In die Röhre gucken!

An dieser Stelle können alle handwerklich minder begabten Zweibeiner wieder aufatmen: Die jetzt vorgestellte Rohrkonstruktion steht quasi nach dem Besuch im Baumarkt. Abwasserrohre können zu abenteuerlichen und für die Hunde äußerst geheimnisvollen Apparaten zusammen gesteckt werden.

Ob man nun Leckerchen oder Ball darin verschwinden und unter erstaunten Augen des Hundes an anderer Stelle wieder erscheinen lässt, bleibt dem Belieben des Hund-Mensch-Gespanns überlassen. Und auch, wie groß und verwinkelt die Figurenkomposition ist - entweder in klein und schlicht für's heimische Wohnzimmer oder aber in groß und verschlungen für draußen. Wer nicht erst einen Ständer für die Röhren basteln will, kann sie kurzerhand auch selber im entsprechenden Gefälle halten. Alles denkbar einfach. Eine gute Idee, zu der uns Bernfried Wiewiora und Marianne Keuthen fast zeitgleich inspirierten. Unser Bild zeigt eine Doppelkonstruktion, in der mit etwas Geschick auch der Hund einen aktiven Part übernehmen kann.

Oben sehen Sie die "normale" und sofort spielbare Variante: Lena wartet darauf, dass Hiltrud das Bällchen verschwinden lässt und es an Lenas Ende wieder auftaucht. An dieser Stelle ist das Spiel im Grunde schon komplett. Lena macht aber noch weiter: Sie hat gelernt, einen Ball gezielt in eine Öffnung zu befördern und tut das mit ihrem aufgefangenen Ball (den sie auf dem Bild unten ziemlich versteckt in der Schnauze hält) auch hier.

Sie lässt den Ball fallen - und weg ist er! Und wo kommt er wieder raus??? Bei Frauchen!!! Na sowas!

Man könnte die ganze Sache sogar noch weiter spinnen: Wie wär's denn mit einer Hunde-Spielgruppe, die sich an einer kreis- bzw. sternförmig angelegten Röhrenkonstruktion gegenseitig den Ball zuspielt...

 

  Klurig oder Solitair: Intelligentes Hundespielzeug aus Skandinavien

Nicht nur für alle, die nicht selber basteln können oder wollen, tut sich was auf dem Hundespielzeug-Markt: Aus Skandinavien erobert intelligentes Hundespielzeug die Hunde-Welt. Auf der Welt-Hunde-Ausstellung 2003 in Dortmund haben wir erstmalig "Klurig" (oder auch "Solitair") entdeckt. Was aussieht, wie ein nettes Holz-Steckspiel für Kleinkinder, ist in Wirklichkeit ein pfiffiges Geschicklichkeitsspiel für den Vierbeiner.

"Klurig" ist ein achteckiges Spielbrett, auf dem in passenden runden Einkerbungen zylinderförmige Klötzchen stehen. Sie stehen so fest, dass sie nicht umgeworfen werden können. Der Clou: Die Klötzchen sind im unteren Bereich ausgehöhlt. In die Einkerbungen werden Leckerchen gelegt, die Klötzchen werden darüber gestülpt. Aufgabe des Hundes ist es nun, die Klötzchen aus den Einkerbungen zu ziehen, um an die Leckerchen zu gelangen.

Zuhause haben Beagle Asta und Border Collie Coda das neue Spiel einem Intensiv-Test unterzogen.

Beagle Asta, ein Naturtalent im Leckerchen-Aufspüren und -Freilegen, hat damit keine Schwierigkeiten. Wir beginnen mit erst einem einzelnen Klötzchen und steigern die Anzahl langsam. Asta sieht, wie wir ein Leckerchen unter das Klötzchen packen, schnüffelt und probiert sofort aus. Mit der Pfote klappt’s nicht, also wird die Schnauze eingesetzt. Schon nach wenigen Versuchen zeigt Asta, wie das Endprodukt in etwa aussehen soll. Klötzchen für Klötzchen zieht sie aus dem Spielbrett und frisst die darunter liegenden Leckerchen. Weil die Klötzchen bei Astas Gier schnell angesabbert sind und mit Sicherheit auch schon verlockend nach Leckerchen riechen, nehmen wir die Klötzchen, die Asta herausgezogen und fallen gelassen hat, zunächst weg. Es kommt sonst doch vor, dass Asta die neben dem Brett liegenden Klötzchen hoch nimmt und in ihrer Umgebung nach Fressen sucht, anstatt neue Klötzchen aus dem "Steckbrett" zu ziehen. Wir sind aber sicher, dass ihr Verhalten mit zunehmender Übung immer zielsicherer wird. Astas schnelle Erfolge verwundern nicht: Sie ist schließlich nicht im mindesten an den Klötzchen interessiert, sondern giert alleine nach dem Leckerchen.

Etwas anders sieht es bei Coda aus. Der ist nämlich sehr objektinteressiert, und die Klötzchen stellen schon einen gewissen Anreiz für ihn dar. Auch er zieht das erste Klötzchen ohne unser Zutun heraus, knautscht aber darauf herum und wäre wohl einem kleinen Spielchen damit nicht abgeneigt. Obwohl auch er einen guten Leckerbissen nie verschmähen würde, scheint er über die herausgezogenen Klötzchen ab und an die darunter liegenden Leckerchen zu vergessen. Wir starten deshalb neu und legen zunächst einmal Leckerchen in die Einkerbungen, OHNE die Klötzchen darüber zu stülpen. So konzentriert sich Coda zunächst allein auf die Futterquelle. Dann kommt ein einzelnes Klötzchen ins Spiel - und es klappt schon besser. "Leckerchen sind das Ziel" scheint Coda begriffen zu haben. Wir würden aber nicht darauf wetten, dass er nicht doch ein Hölzchen zerkaut, wenn wir ihn unbeaufsichtigt damit ließen. Aber dafür ist Klurig auch nicht gemacht. Was selbst bei Leckerchenbällen, Kong und Co. ratsam ist, gilt hier erst recht: Der Hund sollte damit nicht sich selbst überlassen werden. Schließlich ist Klurig ein intelligenter Spielspaß für Hund UND Mensch.

 

Hier ein paar Spielvarianten:

Klurig ganz simpel: Nur ein Klötzchen steht auf dem Brett. Das ist die Anfänger-Variante. Allmählich kann die Anzahl der Klötzchen erhöht werden.

Klurig komplett: Alle Hölzchen stehen auf dem Brett. Unter jedem Zylinder ist ein Leckerchen versteckt. Das ist ganz wichtig für den Einstieg, um dem Hund viele Erfolge für seine Mühen zu bescheren.

Klurig Roulette: Die Variante für Fortgeschrittene. Nicht mehr jedes Klötzchen ist mit einem darunter liegenden Leckerchen ausgestattet. Unser Tipp: Wenn Ihr Hund als letztes Hölzchen ein leeres erwischt, dann belohnen Sie ihn mit einem Extra-Leckerchen aus der Hand, damit Sie das Spiel mit einem Erfolg abschließen können.

Klurig ist mit seinem Anschaffungspreis von rund 25 Euro nicht gerade billig, aber im Vergleich zu dem, was der Hundespielzeugmarkt im Durchschnitt hergibt, eine hochwertige und vor allem pfiffige Spielidee, an der auch das Kind im Mensch ;-) Spaß hat. Bestellbar ist es derzeit z.B. bei www.dogtravelexpert.de oder bei www.pet-pillow.de.

 

  ...und noch mehr Spielideen für den hellen Hundekopf

Und noch mehr davon: Das Beispiel "Klurig" scheint Schule zu machen - und noch mehr Spielideen für den hellen Hundekopf kommen derzeit auf den Markt. Eine ganze Kollektion intelligenter Hundespiele der Schwedin Nina Ottosson ist z.B. bei www.pet-pillow.de erhältlich. 

Zum Beispiel "Domino": Hund muss mit der Pfote kleine Schieber hin und her bewegen und sich dadurch Fächer öffnen, in denen Leckerchen liegen.

Auch "Roulette" ist nett :-) Unter einer Drehscheibe, die selbst nur ein einziges Loch besitzt, befinden sich mehrere Mulden, in denen Leckerchen deponiert werden können. Mit Pfote oder Schnauze muss nun die Schreibe so gedreht werden, dass der Hund an die Leckerbissen gelangt. Liegt anfangs noch in jeder Mulde ein Leckerchen, so müssen Profis die Scheibe so lange drehen, bis sie den einzigen versteckten Leckerbissen aufstöbern. Unsere anfängliche Befürchtung, dass Hund sich durch schnelles Drehen die Nase klemmen könnte, hat sich in unseren bisherigen Testläufen nicht bestätigt. Statt dessen haben wir Roulette als ein nettes Einstiegsgerät ins Gehirnjogging kennen gelernt, bei dem der Hund recht schnell Erfolge feiern kann. Tipp: Zum Einstieg das Loch in der Drehscheibe so deponieren, dass die Mulde mit dem Leckerchen schon halb sichtbar ist. Wenn der Hund mit der Schnauze nach dem Leckerchen stochert, wird er schnell entdecken, dass die Öffnung beweglich ist. Nach und nach machen Sie es ihm dann ein wenig schwerer. Es ist lustig zu sehen, welche Strategien die Hunde beim Drehen der Scheibe entwickeln. Während Collie-Dame Lana im Bild ihre lange Nase für das Drehen der Scheibe benutzt, stellt sich Beagle-ine Asta häufig mit den Vorderpfoten auf die Drehschreibe und "surft" von Loch zu Loch.

Oder die "Box": Hund muss einen Ball oder ein Klötzchen in eine kleine Kiste fallen lassen. Darin liegen auf einem schrägen Brett einige Leckerchen, die - angestoßen durch den Ball (oder das Klötzchen) - aus einem Spalt vorne aus der Kiste herauskugeln. Im Gegensatz zu den übrigen Spielen ist bei der Box ein wenig Training angesagt: Der vierbeinige Spieler muss lernen, zunächst Klotz oder Ball in das Loch zu schubsen. Das kann man am Anfang jedoch relativ einfach gestalten, indem man z.B. den Ball direkt an den Rand des Loches legt, so dass er schon bei der geringsten Berührung durch die Hundenase ins Loch purzelt. Machen Sie Ihren Hund dann direkt auf die herausgefallenen Leckerchen aufmerksam.

Die ultimative Herausforderung für das Hunde-Hirn ist jedoch eindeutig "Turbo": Turbo besteht aus zwei zusammengefügten Holzplatten mit spiralförmigen Auslaufkanälen, an deren Enden jeweils Öffnungen sind. In die Kanäle werden Leckerchen gelegt. Mittels vier eingepasster Spulen müssen die Leckerchen mit Schnauze oder Pfote zu den Öffnungen bewegt werden. Je nachdem wie routiniert Ihr Hund ist, kommen die Leckerchen regelrecht herausgeschossen, wenn die Spulen schwungvoll geschoben oder gezogen werden. Turbo gibt dem Vierbeiner ganz schön was zu knobeln. Es schadet sicherlich nicht, wenn Ihr Hund schon ein wenig Denksport-Übung hat, wenn Sie beide sich an die Herausforderung "wagen. Tipp: Legen Sie zu Beginn die Leckerchen ganz nahe an die Kanal-Enden und platzieren Sie die Spulen unmittelbar davor. Vielleicht scharrt Ihr Hund mit den Pfoten, wenn er nicht auf direktem Wege an das Leckerchen herankommt, und bewegt gleichzeitig dabei die Spule, so dass das Leckerchen herausfällt. Als kleine Eselsbrücke können Sie übergangsweise auch jeweils beidseitig der Spulen einen Leckerbissen platzieren. Vielleicht schiebt Ihr Hund beim Schnüffeln nach dem einen Leckerchen die Spule zufällig in die richtige Position und das andere Leckerchen fällt heraus. Probieren Sie es aus: Getreu dem Motto "der Weg ist das Ziel" werden Sie sicherlich wie wir über Wochen Knobelspaß mit Ihrem Hund haben und sich gemeinsam an vielen kleinen Erfolgen freuen.

Ganz klar: Die Hundespiele sind nicht gerade preiswert und liegen allesamt zwischen 25 und 30 Euro. Dennoch finden wir, dass sie ihren Preis wert sind. Als echte Denksportgeräte fördern sie die Kreativität und Problemlösungsfähigkeit unserer Vierbeiner. Das beschäftigt sie nicht nur, sondern macht sie auch fit für's Leben: denn wer denkt, wird weniger von Emotionen überwältigt! Übungen wie diese sind entsprechend auch Bestandteil fortschrittlicher Verhaltenstherapien ängstlicher oder aggressiver Hunde. Ganz abgesehen davon machen die Spiele einfach Spaß! Sie eignen sich prima dafür, den Hund sich einen Teil der ganz normalen Trockenfutter-Tagesration erarbeiten zu lassen und sind ein mit minimalstem Aufwand umsetzbares Highlight im ganz normalen Hunde-Alltag.

Ein echtes Plädoyer für Denksportaufgaben wie diese hat kürzlich Collie Lana gehalten: Die 12jährige Hunde-Dame leidet unter so manchem Alters-Gebrechen und kann sich derzeit nur sehr schlecht auf den Beinen halten. Auf einer Decke im Garten liegend, ging sie voller Elan ans Lösen der Aufgaben. Die leuchtenden Augen von Lana haben uns gezeigt, wie sehr die Hunde-Seniorin das Gehirnjogging genoss!

Bei allen Hundespielen gilt: Machen Sie es dem Hund am Anfang möglichst einfach und sorgen Sie für Erfolge. Und: Auch, wenn Sie bei den meisten Spielen lediglich faszinierter Zuschauer der Tüfteleien Ihres Hundes sind, so eignen sich die Spiele nicht dafür, den Hund damit alleine zu lassen. Bleiben sie stets in der Nähe und haben Sie ein wachsames Auges auf die Aktivitäten Ihres Hundes.

 

ACTION MIT BALL UND SPIELZEUG

Nicht nur für Leckerchen lohnt es sich, aktiv zu werden. Nunja, Ballweitwurf oder Frisbee funktionieren zugegebenermaßen draußen am besten. Allerdings kann die Jagd nach dem Spielzeug auch im Haus eröffnet werden.

  Hunde-Squash

Anne Schönhauser und Jagdterrier-Dame Pfote haben diese neue Sportart für zuhause kreiert. Sie empfehlen dafür einen strapazierfähigen Latexanstrich ;-). Wie's funktioniert: Anne wirft einen weichen Gummiball mit viel Schwung gegen eine Wand. Zwischen Anne und der Wand steht Pfote, höchst aufmerksam: das Hinterteil Richtung Wand, gestreckte Hinterläufe, Rute hochauf, Vorderläufe gespreizt, Kopf bodennah, gespannter Blick in Frauchens Richtung auf den Ball und .... zisch....der Ball fliegt im Bodenabstand von 10 - 30 cm gegen die Wand. Falls Pfote nicht schon, quasi Torwart-ähnlich, den Ball vorher abgefangen hat, schnappt sie ihn beim Rückprall - oder .... der Ball prallt an die nächste Wand.

 

 

GESCHICKLICHKEITSSPIELE UND TRICKS

... Und dann gibt’s natürlich noch jede Menge Tricks und Geschicklichkeitsspiele, die ideal für das Wohnzimmer-Entertainment sind. Sie könnten zum Beispiel wieder einmal einen Raub im Kinderzimmer begehen und Ihren Hund auf ein nicht mehr genutztes Kleinkinder-Geschicklichkeitsspielzeug ansetzen; ihm beibringen, eine Taste zu drücken, einen Ball zu schieben (dafür können Sie für den Start einfach ein Leckerchen unter den Ball legen) oder ein Spielzeugauto anzustupsen. Schauen Sie mal nach in der Clicker-Welt. Neben Anregungen für Übungen mit Objekten finden Sie dort auch Trick-Ideen wie

  Männchen machen

  Pfötchen geben

  Winken

  Twist (Hund dreht sich um eigene Achse)

  Apportieren

  ...

Die Übungen dort sind für den Einsatz mit dem Clicker beschrieben. Doch auch, wenn Sie nicht clickern (Sie sind sich ganz sicher, dass Sie diese fantastische Art, mit Ihrem Hund zu kommunizieren, tatsächlich nicht einmal ausprobieren wollen???), finden Sie dort verwendbare Anregungen. Sie können dann einfach an Stelle des Clickers das verbale Lob einsetzen, mit einem Leckerchen oder Spielzeug locken. Ganz wichtig ist, dass Sie Schritt für Schritt vorgehen, am Anfang nicht zu viel erwarten, jeden kleinen Schritt in die richtige Richtung belohnen und die Übung Stück für Stück aufbauen.

 

 

UND NOCH MEHR?

Sie haben noch mehr Ideen?  Wenn Sie Lust haben, teilen Sie sie uns mit – und beteiligen Sie sich an unserer Mitmach-Aktion! Wir freuen uns immer über Ihr Feedback, Ihre Berichte und Bilder. Und wir bleiben selbst auch am Ball und stellen noch mehr Beschäftigungsideen vor. Schauen Sie einfach von Zeit zu Zeit mal vorbei.

Zum Seitenanfang

© Christina Sondermann 2000 - 2003
Kontakt: christina@spass-mit-hund.de