
Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Das ist im Hundetraining nicht anders als im echten Leben. Sie alle kennen knifflige Situationen, in denen Ihnen eine ganz besonders attraktive Belohnung mehr als hilfreich ist: Wenn zum Beispiel
Ihr Hund zu aufgeregt ist, um das normale
Futter überhaupt fressen zu können
die Ablenkung sehr groß ist und Sie ein
gutes "Gegengewicht" zum Trubel ringsum in der Tasche haben möchten (zum
Beispiel im "Antijagdtraining")
Ihr Hund eine ganz besondere Leistung erbracht hat und Sie ihm neben Ihrem Freudentanz auch mit einem regelrechten "Jackpot" mitteilen können: "Das hast du besonders gut gemacht!"
Dann macht es Sinn, sich über die unterschiedlichen Wertigkeiten von Belohnungen Gedanken zu machen und regelrechte "Belohnungs-Hitparaden" aufzustellen - so, wie wir sie auch in unserem Buch "Spiele für die Hundestunde" vorgestellt haben.

Ein Echter HIt: Belohnung aus der Tube!
Ihr Hund muss kein besonderer Gourmet sein, damit Sie wissen: Je schmackhafter und saftiger die Belohnung, umso besser kommt sie an. Längst haben sich aus diesem Grunde wiederbefüllbare Tuben vom Geheimtipp zum beliebten Trainingswerkzeug entwickelt. Die Kunststofftuben aus dem Outdoor-Bedarf sind ursprünglich dafür gedacht, Honig, Ketchup und Co. transportfreundlich für Camping und Trecking zu verpacken. Hundeleute haben schnell entdeckt, dass das für Quark, Leberwurst oder Dosenfutter natürlich genau so gilt - und seitdem haben die Futtertuben eine Menge zwei- und vierbeiniger Fans mehr.
Die Anwendungsbereiche
In
Situationen wie diesen erfreut sich die Tube besonderer Beliebtheit:
als Jackpot für eine tolle Leistung im
Training oder auf dem Spaziergang (z.B. ein erfolgreicher Rückruf aus
schwieriger Situation)
als attraktives Hilfsmittel zur
Gegenkonditionierung im Begegnungstraining: Wann immer ein Hund / Jogger /
Radfahrer des Weges kommt (und nur dann), wird das höchst attraktive
Tuben-Buffet eröffnet - und Ihr Hund darf daran nuckeln, während er (aus
sicherer Distanz) den bisherigen "Feind" vorüberziehen lässt. Gute
Voraussetzungen, dass sich die Gefühlslage des Vierbeiners künftig ändert.
zum "Stationieren" des Hundes beim Tierarzt
oder Physiotherapeuten: Wöhrend der Vierbeiner an der Tube lutscht, kann an
seinem Körper "manipuliert" werden (siehe Bild ganz unten mit Beagle-Dame Asta
während ihrer isometrischen Übungen).
zum Spielespaß auf dem Spaziergang: etwas
Leberwurst-Quark an einen Baumstamm oder eine Mauer "geklebt", und schon
erreichen Ihre Suchspiele im wahrsten Sinne des Wortes eine ganz neue Dimension
(nämlich die dritte!)
zum Befüllen von Kauspielzeugen unterwegs und auf Reisen: Ihr Reservoir für schmackhafte - und damit meist schmierige - Kong-Füllungen können Sie ab sofort in der Tube transportieren. Sie sind damit perfekt ausgerüstet für Situationen, in denen Sie Ihren Hund mitnehmen und er sich ruhig verhalten soll (z.B. bei der Autofahrt, im Restaurant, auf einem Seminar...)

Die kleine Schwester der Tube: die Salben-Kruke
Findige Hundebesitzer haben sie entdeckt: Die Alternative zur Tube gibt's in der Apotheke! Die sogenannte "Kruke" ist ein Vorrats- bzw. Abgabegefäß, das hauptsächlich für die Zubereitung und Aufbewahrung von Salben, Pasten und Cremes verwendet wird. Es gibt verschiedene Ausführungen. Der für uns Hundeleute interessanteste Typ nennt sich "Unguator-Kruke". Diese Art von Kruke zeichnet sich dadurch aus, dass ihr Boden nach oben gedrückt werden kann und so der Inhalt - gut dosiebar - durch eine kleine Öffnung am Deckel herausgedrückt wird. Ein möglicher Vorteil der Kruke gegenüber der Tube: Je nach Krukengröße ist sie noch besser in der Jacken- oder Gürteltasche verstaubar. Die Öffnung, die übrigens genau wie bei der Tube gut verschließbar mit einem Schraubverschluss ist, fällt kleiner aus als bei der Tube, der Inhalt ist so noch besser dosierbar.

Die Rezepte
Der Vorteil der Tuben und Kruken ist: Den Inhalt können Sie selbst zusammenmischen - ganz so, wie es Ihr Hund am liebsten mag und am besten verträgt. Kalorienbomben oder gewürzte Füllungen wie Leberwurst können zum Beispiel mit Quark verlängert werden, ohne dass der Inhalt an Attraktivität verliert. Ganz wichtig: Die Konsistenz muss stimmen: Die Füllung darf weder zu sehr aus der Tube "heraussuppen" noch sollte die Masse zu zäh sein.
Bei uns und in unserem Hunde-Freundeskreis haben sich die folgenden Füllungen schon bewährt:
Quark, verdünnt mit ein wenig Wasser und
angereichert mit Leberwurst
Quark, vermischt und püriert mit Thunfisch
aus der Dose
Kartoffelpüree
Die schnelle Lösung: Tuben fix und fertig
Wohl dem, der in der Schweiz zuhause ist - oder Freunde hat, die regelmäßig über die Grenze fahren. Leberwurst und Co. gibt's dort nämlich fix und fertig in der Tube. Wer in Deutschland Glück hat, findet vereinzelt Sardellen- oder Krabbenpaste und auch Schmierkäse in der Tube. Eine tolle Lösung auf die Schnelle, aber sparsam zu dosieren und sicher nichts für jeden Tag in größeren Mengen - dafür sind die Pasten zu stark gesalzt und gewürzt.
Wir Wollen es Wissen: Die besten Tuben- und Krukentipps
Wir sind uns sicher: Viele unserer Leser sind bereits begeisterte Anwender von Tuben, Kruken und Co. Deshalb möchten wir es wissen: In welchen Bereichen und Situationen setzen Sie die Futterspender ein? Und ganz besonders: Wie füllen Sie die Tuben und Kruken? Welches sind Ihre Lieblingsrezepte - was empfiehlt sich hinsichtlich Konsistenz und Haltbarkeit? Gibt es Erfahrungen und Tipps, die Sie den SPASS-MIT-HUND-Lesern mit auf den Weg geben möchten?
Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen und Beiträge! Mailen Sie uns unter info@spass-mit-hund.de. Unter allen Einsendungen und Beiträgen, die bis zum 01. Oktober 2008 bei uns eingehen, verlosen wir ein Büchlein "Koch mal was für Bello" von Andrea Packulat. Ein Buch "Hundekekse, selbst gemacht" erhält bereits im Vorfeld unsere Leserin Petra Rüdiger: Sie hat uns zu unserer Aktion rund um die Belohnung aus der Tube angeregt - vielen Dank dafür!!!

©
Christina Sondermann 2008
Kontakt: christina@spass-mit-hund.de